Deutschlands Innenminister Thomas de Maizière will das Durchwinken von Flüchtlingen nicht mehr akzeptieren - er droht Österreich mit Konsequenzen.

Thomas de Maizière droht Österreich nicht näher definierte Konsequenzen an, falls das Land Flüchtlinge weiter nach Deutschland durchlässt. "Wenn andere glauben, zusätzlich Lasten auf Deutschland abzuladen, werden wir das auf Dauer nicht hinnehmen", sagte er mit Blick auf Wien.

Clausnitz, Löbau, Bautzen: Rechte Krawalle sorgen bundesweit für Entsetzen.

Die Regierung hatte für die eigene Flüchtlingsaufnahme ein Kontingent von 80 pro Tag definiert und angekündigt, pro Tag 3.200 Flüchtlinge mit Ziel Deutschland durchlassen zu wollen. "Wir akzeptieren das nicht", sagte der deutsche Innenminister.

CSU will Flüchtlings-Obergrenze auch bei Einigung mit Türkei

Zu den von Angela Merkel favorisierten europäischen Maßnahmen - Frontex- und Nato-Einsatz sowie Zurückweisung von Flüchtlingen in die Türkei - bleiben nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) noch zwei Wochen Zeit.

"In den nächsten zwei Wochen wird sich erweisen, wie wirksam das ist", sagte er am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin".

"Wenn nicht, dann ist über andere Maßnahmen zu befinden, auch europäische Maßnahmen, wenn es irgend geht." Er erklärte: "Gegebenenfalls muss dann der Schutz für den Schengenraum an einer anderen Grenze durchgeführt werden." Der Schengenraum umfasst jene europäischen Staaten, zwischen denen es im Normalfall keine Grenzkontrollen gibt.

Mikl-Leitner weist Kritik zurück

Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat Kritik aus Berlin an ihrer Flüchtlingspolitik zurückgewiesen. "Deutschland kann nicht den Griechen eine weitere Politik der offenen Grenzen zusichern und dann von Österreich verlangen, alle die nach Deutschland wollen, zu stoppen", sagte Mikl-Leitner am Montag. Die deutsche Regierung sende "völlig unterschiedliche Signale".© dpa