Der Gründer von "Nachbar in Not" und "Licht ins Dunkel" ist tot: Kurt Bergmann stirbt im Alter von 80 Jahren.

Der frühere ÖVP-Politiker und ORF-Manager Kurt Bergmann ist tot. Das teilte Bergmanns Familie der Austria Presse Agentur (APA) mit. Er starb demnach im 81. Lebensjahr nach kurzer, schwerer Krankheit.

Bergmann war lange Jahre für die ÖVP tätig. Bekannt wurde er als Gründer der ORF-Hilfsaktion "Licht ins Dunkel".

Der gebürtige Niederösterreicher wechselte mehrere Male zwischen Politik und ORF. Erste politische Gehversuche machte er Anfang der 1960-er Jahre im ÖVP-Pressedienst.

1968 wechselte er in den ORF, wo er vom damaligen Generalintendanten Gerd Bacher zum Hauptabteilungsleiter für Öffentlichkeitsarbeit bestellt wurde.1976 ging Bergmann als Wahlkampfleiter zurück zur ÖVP.

Gründung von "Licht ins Dunkel" 1973

1973 wurde Bergmann zum Intendanten des ORF-Landesstudios Niederösterreich bestellt. Im gleichen Jahr besuchte Bergmann das Karl-Ryker-Dorf in Sollenau, eine Einrichtung, die Menschen mit Behinderungen unterstützt. Der Besuch soll ihn zur Gründung der Spendenaktion "Licht ins Dunkel" motiviert haben.

1979 zog es Bergmann zurück in die Politik. Er saß bis 1990 für die ÖVP im Nationalrat, bekleidete bis 1980 das Amt des Bundesgeschäftsführers der ÖVP. Zwischen 1980 und 1987 übernahm er zusätzlich das Amt des politischen Direktors des ÖVP-Parlamentsklubs.

Neuerliche Rückkehr zum ORF

Nach seinem politischen Comeback wechselte Bergmann 1990 zurück zum ORF, wo er vier Jahre lang als Generalsekretär tätig war. In dieser Zeit gründete er gemeinsam mit Caritas und Rotem Kreuz die Initiative "Nachbar in Not." 1993 erhielt Bergmann für sein Engagement einen Spezialpreis der Romy-Jury.

Politiker und Hilfsorganisationen trauern

Die ÖVP trauert um einen "tatkräftigen Parteimanager, innovativen Medienprofi und unermüdlichen Kämpfer für humanitäre Hilfe". "Er wird stets ein Vorbild für uns sein", wird ÖVP-Bundesparteiobmann Vizekanzler Reinhold Mitterlehner in einer Mitteilung zitiert.

Auch ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald sprach sein Beileid aus. "Er war bis zuletzt ein Vordenker, der auch im Ruhestand nicht müde war, sich einzubringen und auf Handlungsfelder aufmerksam zu machen."

Bundespräsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen zeigte sich betroffen. "Mit 'Licht ins Dunkel' und 'Nachbar in Not' trug er wesentlich dazu bei, dass Menschen in Österreich und weltweit geholfen wurde. Ich bin überzeugt, dass sein Engagement in diesen Aktionen weiter leben wird."

"Ohne Kurt Bergmann gäbe es nicht die großartige humanitäre Arbeit des ORF, wie wir sie heute kennen", sagte Hilfswerk-Präsident Othmar Karas. "Österreich verliert einen großen sozialen Menschen, meine Familie und ich einen lieben Freund."