Die Schweiz und Österreich leben normalerweise in einer sehr guten Beziehung zueinander. In einem Punkt werden aus den Alpenländern aber knallharte Konkurrenten: Wenn es darum geht, wer im Winter die meisten Touristen in seine Berge locken kann. Doch wo bekommt man die besseren Ferien? Und zu welchem Preis?

(ncs) - Hundertausende Schweizerinnen und Schweizer machen in Österreich Skiurlaub – weil es dort angeblich besser und günstiger ist. Das Schweizer Fernsehen hat beide Länder deshalb auf ihre Tourismus-Qualitäten überprüft und in seiner Sendung "Kassensturz" die Ergebnisse seines Tests vorgestellt. Wo machen Schneefreunde günstiger, und vor allen Dingen bessere Winterferien? Und wird der starke Franken der Schweiz womöglich zum Verhängnis?

Österreich und Schweiz im Skiferien-Duell

Für den Vergleich wird eine Familie mit zwei Kindern unter zwölf Jahren als Beispiel herangezogen, die für eine Woche in den Winterurlaub fährt. Das Budget dieser Familie liegt ungefähr bei 3.200 Euro, entsprechend 4.000 Schweizer Franken. Davon müssen sieben Nächte im Hotel mit Halbpension, fünf Tage Skilift, eine Woche Skischule und das Mittagessen bezahlt werden.

Reicht dieses Budget aus, um in der Hochsaison, also in der ersten Februarhälfte, gute Angebote in den beiden Alpenländern ergattern zu können? Zwei Feriengebiete nehmen die Tester dafür genauer unter die Lupe genommen. Serfaus Fiss Ladis in Tirol (Österreich) verfügt über 200 Kilometer Pistenstrecke und freut sich im Jahr über 200.000 Schweizer Touristen, die hier ihren Urlaub verbringen. Adelboden im Berner Oberland (Schweiz), ebenfalls mit über 200 Kilometern Piste ausgestattet, dient als direkter Konkurrent im Angebotsvergleich.

Was bieten Österreichs Skigebiete?

Guter Service, Kinderfreundlichkeit und leckeres Essen sind die drei Hauptargumente, die Befragte auf der Skipiste von Serfaus als Gründe für ihre Ferien in Österreich angegeben haben. Und die kommen nicht von ungefähr: An vielen Skiliften steht Hilfspersonal am Ein- und Ausstieg bereit, die Kinderskilifte werden bei extremen Wetterverhältnissen teilweise sogar überdacht, und oftmals stellen die Hoteliers den Touristen einen eigenen Shuttleservice von der Skipiste zur Unterkunft zur Verfügung.

Was bietet die Schweiz im direkten Vergleich?

In der Schweiz liegt das Preisniveau angesichts des starken Franken insgesamt etwas höher als im Nachbarland. Das erklärt, warum sich zum genannten Budget weit weniger Angebote ausfindig machen lassen als in Österreich. Wer in der Schweiz eine günstige Ferienziel sucht, hat nur eine geringe Auswahl. Dem Schweizer Fernsehen lag für die gewählte Beispiel-Region Adelboden nur ein einziges preiswertes Hotel vor. Auch in der Verpflegung machen sich die verhältnismäßig hohen Lebensmittelkosten der Schweiz bemerkbar.

So schöpft man das Urlaubsbudget 4.000 Schweizer Franken oder 3.200 Euro im Berner Oberland durchweg aus - günstigere Hotelangebote können die Gesamtkosten beispielsweise in Graubünden (3.500 Schweizer Franken bzw. 2.800 Euro) oder im Wallis (3.220 Schweizer Franken bzw. 2.576 Euro) senken.

Überraschend ist jedoch, dass sich die Preise in Österreich und der Schweiz - unabhängig von Speis und Trank - nicht so stark voneinander unterscheiden wie vielleicht angenommen. Für Hotel, Skipass und Skischule bezahlt eine Familie in beiden Ländern ungefähr gleich viel - vorausgesetzt, sie hat sich früh genug für ein Ferienangebot entschieden. Echte Schnäppchenjäger sollten aber bereits jetzt für die kommende Wintersaison buchen, denn wirklich gute Angebote für die Hochsaison bieten beide Alpenländer nur für eine begrenzte Zeit an.

Skiferien im Preisvergleich (Wechselkurs 1,00 EUR = 1,25 CHF)
Dauer: Eine Woche

Österreich

(Bsp. Serfaus Fiss Ladis)

Schweiz

(Bsp. Adelboden)

Hotel mit Halbpension

EUR 1.793,00

CHF 2.242,00

EUR 1.856,00

CHF 2.320,00

Skipass

EUR 560,00

CHF 700,00

EUR 561,00

CHF 702,00

Skischule für zwei Kinder

EUR 420,00

CHF 525,00

EUR 380,00

CHF 476,00

Gesamtpreis*

EUR 2.773,00

CHF 3.467,00

EUR 2.798,00

CHF 3.498,00

*zzgl. Kosten für das Mittagessen, die allerdings je nach Lokalität entsprechend variieren.