Berlin (dpa) – Die letzten Szenen haben viele Fans geschockt: Die von Millionen Zuschauern mit Spannung erwartete Fortsetzung des ARD-"Tatorts" mit dem Titel "Wegwerfmädchen" läuft am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten. "Das goldene Band" zeigt, wie LKA-Ermittlerin Charlotte Lindholm bei ihren Ermittlungen zum schrecklichen Schicksal von Zwangsprostituierten weiter gegen Windmühlen ankämpft.

Viele der fast elf Millionen Zuschauer hatten allerdings gar nicht mitbekommen, dass es einen zweiten Teil von "Wegwerfmädchen" gibt. Sie gingen am Sonntag mit einem sehr drastischen Krimi-Ende ins Bett: Staatsanwalt tot, Kronzeugin in den Fängen der Verbrecher, Kommissarin bei den Ermittlungen am Ende, ihr Freund im Zwielicht. Auf einen Hinweis im Abspann auf Teil zwei hatte der NDR bewusst verzichtet.

"Gut, dass man wenigstens hier im Forum erfährt, dass das ein Zweiteiler ist. Auf der ARD-Seite steht nämlich nichts davon", klagt ein Nutzer mit dem Pseudonym "dasVeilchen" im Zuschauerforum der "Tatort"-Internetseite. "jani66" antwortet: "Hatte es auch nicht gewusst, wollte mich schon beschweren, dass es da keinen gescheiten Schluss gibt." Manche Zuschauer erfuhren davon erst nach Tagen.

"Jeder 'Tatort' soll auch für sich selbst stehen können", erläuterte der Leiter der Abteilung Film, Familie und Serie beim NDR, Christian Granderath, in dieser Woche in der "Bild"-Zeitung.

Dementsprechend gibt es bei Teil zwei auch keine geballte Rückblende am Anfang. Die Handlung setzt Wochen nach der tödlichen Sexparty in einem Villenviertel ein. Lindholm weiß: Ihre wichtigste Spur zu der Verschwörung in Hannovers Oberschicht ist Wolfram Littchen, der Mörder der 16-jährigen Osteuropäerin Greta Kubina und unterbelichtete Handlanger von Rockerchef Uwe Koschnik. Littchen lebt aber nicht mehr lange - und das ist nicht die letzte Leiche im Film.

"Wegwerfmädchen" bescherte dem NDR eine Rekordquote für den "Tatort" aus Hannover mit Maria Furtwängler: Es war auch die meistgesehene Sendung des Wochenendes. Der Marktanteil betrug 28,4 Prozent.