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15.02.2012, 10:31 Uhr

VW e-Up: Wegbereiter für den Elektro-Golf

Berlin (dpa-infocom) - Es hat zwar wie immer bei VW ein bisschen länger gedauert. Doch jetzt machen auch die Niedersachsen ihr erstes elektrisches Serienauto startklar: Im Sommer 2013 geht der e-Up ins Rennen.

Er soll gegen Akkuautos wie den Mitsubishi i-Miev, den Nissan Leaf und den Smart ed antreten: der e-Up. Der Fünftürer von VW soll zugleich einer batteriebetriebenen Variante des Golf den Boden bereiten. Das Ökoauto bietet viele Vorteile, könnte aber an seinem hohen Preis scheitern.

Den Unterschied kann man vor allem hören

Der e-Up basiert auf dem Fünftürer, der in diesem Frühjahr vorgestellt wird. Von außen unterscheidet er sich von den konventionellen Varianten nur durch ein paar Designdetails. Eine neue Frontschürze mit markanten LED-Leuchten zum Beispiel soll zum Erkennungsmerkmal aller elektrischen VW-Modelle werden. Fürs erste jedoch haben die Ingenieure den Antrieb von Morgen in ein Auto von heute eingebaut. Der Prototyp für die ersten Testfahrten ist deshalb im Stand nur an seinen bunten Aufklebern als Elektroauto zu erkennen - und am fehlenden Auspuff.

Sobald man den Motor anlässt, sieht die Sache anders aus. Vielmehr: Sie hört sich anders an. Denn wo beim Serien-Up ein Dreizylinder knattert, hört man beim e-Up erstmal nichts. Nur ein Schriftzug im Display signalisiert die Fahrbereitschaft. Die Geräuschkulisse ändert sich auch nicht, wenn man auf das Gas- oder vielmehr Strompedal tritt: Gespenstisch leise setzt sich der Kleinwagen in Bewegung. Erst bei höherem Tempo hört man Windrauschen und das Rollen der Reifen.

Bis zu 150 Kilometer Reichweite

Dass der e-Up ein Ökoauto ist, merkt man beim Fahren nicht: Mit immerhin 60 kW/82 PS und vor allem 210 Newtonmeter Drehmoment - wie immer bei einem E-Motor ab der ersten Umdrehung zum Abruf bereit - geht es schnell zur Sache. Beim Ampelstart quietschen schon mal die Reifen, im Stadtgebiet bietet der e-Up sogar dem Golf GTI Paroli. Erst jenseits des Ortsschildes tut das Umweltauto sich so schwer, dass es bis Tempo 100 fast 14 Sekunden braucht. Mit Rücksicht auf die Reichweite hat VW das Spitzentempo auf 130 km/h limitiert.

Wo der normale Up den Tank hat, steckt im e-Up der rund 240 Kilo schwere Akku. Er nutzt Lithium-Ionen-Technik, hat eine Kapazität von knapp 19 kWh und ist unter den Sitzen montiert. Der Kofferraum leidet deshalb nicht, die Rückbank lässt sich umlegen. Die Passagiere im Fond büßen lediglich sieben Millimeter Höhe im Fußraum ein - das kann man verschmerzen. Eine Akkuladung reicht laut VW unter optimalen Bedingungen für rund 150 Kilometer. Allerdings schmälert jeder Spurt die Reichweite, und auch niedrige Temperaturen mag der Batteriewagen nicht so gern: In der knackigen Kälte der schwedischen Wintertests war schon nach 80 bis 90 Kilometern Schluss, berichten die Entwickler.

Vorbote für den e-Golf

Ist der Akku leer, muss der Up an die Steckdose. Das dauert daheim in der Garage etwa fünf Stunden, an einer Schnellladesäule angeblich nur 30 Minuten. Dabei hilft das neue "Combined Charging System" (CCS), das die deutschen Autohersteller gemeinsam mit Ford und General Motors entwickeln. Es macht Schluss mit unterschiedlichen Ladebuchsen und hat einen einheitlichen Stecker für alle Strom- und Spannungswerte zum Ziel.

Der e-Up ist für VW allerdings nur ein elektrisches Vorspiel: Ebenfalls noch im nächsten Jahr wollen die Niedersachsen auch den Golf unter Strom stellen. Die Technik sei identisch, werde aber in den Leistungswerten angepasst. Weil der Golf größer und schwerer ist, bekommt er einen stärkeren Motor und größere Akkus. Die Rede ist von 81 kW/115 PS und 24 kWh Batteriekapazität.

Fazit: Am Ende entscheidet der Preis

Der e-Up fährt sportlich, lässt sich leicht bedienen und kommt mit einer Akkufüllung relativ weit. Doch ob der Batterie-Up erfolgreich wird, dürfte vor allem am Preis hängen, über den VW mehr als ein Jahr vor der Markteinführung noch nicht sprechen möchte. Allerdings hat VW schon eingeräumt, dass eine Verdopplung des Up-Grundpreises von derzeit 9850 Euro kaum reichen wird. Stattdessen ist die Rede von 22 000 Euro bis 24 000 Euro. Das könnte schwer werden für das kleine E-Mobil.

Datenblatt: VW e-Up
Motor und Antrieb: Elektromotor
Hubraum: 0 ccm
Max. Leistung: 60 kW/82 PS
Max. Drehmoment: 210 Nm
Antrieb: Frontantrieb
Getriebe: 1-Gang-Automatik

Maße und Gewichte
Länge: 3540 mm
Breite: 1642 mm
Höhe: 1489 mm
Radstand: 2420 mm
Leergewicht: 1160 kg
Zuladung: 250 kg
Kofferraumvolumen: 241 Liter

Fahrdaten
Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 14,0 s
Durchschnittsverbrauch: 0 Liter/100 km
Reichweite: 150 km
CO2-Emission: 0 g/km
Kraftstoff: Strom
Schadstoffklasse: EU6
Energieeffizienzklasse: k.A.

Kosten
Basispreis der Modellreihe: 9850 Euro
Grundpreis des e-Up: ca. 23 000 Euro
Typklassen: liegen nicht vor
Kfz-Steuer: 0 Euro/Jahr
Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

Wichtige Serienausstattung
Sicherheit: k.A.
Komfort: k.A.
Spritspartechnik: k.A.

5 Sterne - basierend auf 3 Bewertungen
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5 Meinungen zu "VW führt Elektroauto ein"

  • esip
    Samstag, 03.03.2012, 13:52 Uhr
    Dazu hat der 5Türer eine Zuladung von satten 250kg!!!!!!!! 3Personen ohne Koffer, oder 2Personen normalgroß mit leichtem Gepäck.......
  • Grabor
    Mittwoch, 15.02.2012, 14:24 Uhr
    Ist ja mal ein schöner Ansatz, so ein Elekro Auto, aber die Reichweite ist noch viel zu klein. Wer damit 40 km zur Arbeit fährt muss schon Angst haben nicht mehr heinzukommen - besonders im Winter. Interessant werden solche Autos erst wirklich wenn man mit einer Akkuladung mindestens 400 - 500 km weit kommt und das "Nachtanken" in maximal 15 Minuten passiert.
  • arilou
    Mittwoch, 15.02.2012, 12:29 Uhr
    @Hausverstand10: Und wenn kaum noch jemand einen Benziner kauft, wer subventioniert dann die E-Autos? Spätestens dann muss doch der echte Herstellungspreis bezahlt werden. Nenene, "Quersubventionierung" macht nur Ärger. Hersteller, die gar kein E-Auto anbieten, können dann hohe Preise verlangen (und sind trotzdem noch billiger als die Subventionierer). Und wenn's über Steuern geregelt werden soll (z.B. 100% MwSt. auf Benziner, zur Subventionierung von 50% des E-Auto-Preises), schlägt mein erster Kritikpunkt wieder voll durch...
  • arilou
    Mittwoch, 15.02.2012, 12:24 Uhr
    Was für ein Sinn macht es, für eine Kiste mit maximal 250 kg Zuladung einen 5-Türer zu verwenden? Das kann man ja schon mit 3 Personen leicht überschreiten, noch ohne irgendwelches Gepäck! Konsequent wäre, dem 3-Türer die Rückbank rauszureißen, die Vordersitze aus dem 5-Sitzer einzubauen (nicht-umklappbar, spart Gewicht) und ihm so noch 50 kg mehr Zuladung zu verschaffen.
  • Hausverstand10
    Mittwoch, 15.02.2012, 12:14 Uhr
    die Lösung für E-Autos ist doch ganz einfach. Man erhöht den Preis für die dreckigen Benzinkisten und sponsert damit die E-Autos. Denke dann werden diese leistbar und der Umstieg geht ruck zuck. Gibt wahrscheinlich nur ein konservatives Problem will man das auch?
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