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17.02.2012, 15:05 Uhr

Das neue Porsche 911 Carrera S Cabrio im Test: U rock in Kooperation mit Auto-News

Hier geht es um die Oberfläche. Um die Oberfläche des Daches. Das neue Porsche 911 Cabrio spannt nämlich einen ganz besonderen Deckel über seine Insassen: Eine Art Hardtop mit softem Stoffüberzug. Wir testen den Wagen als Carrera S mit der neuen Siebengang-Handschaltung.

Kleines Kraftpaket: Porsche 911 Carrera S Cabriolet

© Zoomin

Warum noch Coupé?

Die Dachlinie des Elfer-Cabrios ist dort angekommen, wo sie immer hin wollte: beim Coupé. Die Silhouetten beider Fahrzeuge sind nun identisch, was die neue Cabrio-Variante des 911 bei geschlossenem Dach zum schicksten Elfer-Cabrio aller Zeiten macht. Auch wenn das Dach uns vorkommt wie ein Hardtop mit Stoffüberzug, so spricht Porsche von einer Weltneuheit und bemüht den Begriff des "Spriegels". Der im Wortsinn ein Schattendasein führende Spriegel kommt ursprünglich aus dem Kutschenbau. Die Bügel, welche das Verdeck der pferdebetriebenen Gefährte oben in Form halten, nennt der Fachmann so. Porsche ersetzt nun die über den Passagieren schwebenden Rohre durch Platten - und nennt diese Konstruktion stolz "Flächenspriegel". Der Stoffüberzug fühlt sich außen und innen schön weich an und täuscht Purismus vor. Ein ästhetischer Nebeneffekt des harten weichen Stoffverdecks wird sein, dass es kein einteiliges Winter-Hartschalen-Hardtop zum Nachrüsten mehr geben wird. Die Dinger sahen immer so blasenmäßig aus und vergewaltigten damit den optischen Gesamteindruck.

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Schnell bei schnell

Unser Stoffdach mit dem harten Kern lässt sich in 13 Sekunden öffnen und schließen - bei den meisten Konkurrenten mit elektrisch betriebenem Verdeck dauert dieser Prozess locker doppelt so lange. Nur bei handbetriebenen Verdecken à la Mazda MX-5 geht's in unter zwei Sekunden noch schneller. Echter Komfort bedeutet auch, dass sich das Dach bis zu Geschwindigkeiten von mindestens 50 km/h öffnen und schließen lässt - zehn km/h mehr sind auch kein Problem. Viele andere Cabrios verlangen hier bei plötzlichem Platzregen einen realitätsfernen Stopp auf der kurvigen Landstraße.

Geniales Schott

Nicht nur die überzeugende, von Magna zugelieferte, Dachkonstruktion des neuen 911 Cabrio wird wohl bald jede Menge Nachahmer finden. Auch das Windschott ist ein riesiger Schritt nach vorn. Vergessen die Zeiten, in denen ein hakeliger Plastikrahmen ratlose Aufklappwillige minutenlang beschäftigte. Beim Elfer-Cabrio fährt das Schott auf Knopfdruck automatisch aus und sitzt dann bombenfest hinter den Passagieren. Fahren wir dann noch die vorderen Seitenscheiben hoch, kräuselt nur noch ein laues Lüftchen unsere Hinterköpfe. Das elektrische Hochdrehen der Fond-Seitenscheiben im Viertelkreis bringt in Sachen Luftzug keine Veränderung. Komfortmerkmale, wie der von Mercedes, Peugeot und Audi angebotene Luftschal mit Warmluftdüsen in den Kopfstützen, sind Porsche zur Zeit noch zu extrem. Beim Schließen des Verdecks verschwindet das Windschott automatisch und es muss nicht als sperriges Gepäckstück im bei sportlichen Fahrzeugen ohnehin oft knapp bemessenen Kofferraum mitreisen. Das Dach selbst legt sich beim Öffnen in eine eigene Mulde und thront nicht mehr, wie bei älteren Elfer-Baureihen, kragenmäßig hinter den Fondsitzen.

Steifer Typ

Beim Fahren über von Geröll, Regen und Kälte zerzauste Bergstraßen wackelt oder knarzt nichts. Auch der Windschutzscheiben-Rahmen und die Lenksäule weigern sich zu zittern. Die dynamische Steifigkeit haben sich die Elfer-Entwickler bereits bei der Konstruktion des Coupés ins Lastenheft geschrieben. Und der Wagen ist auch offen wie aus einem Guss. Lächerliche 2,5 Kilogramm bringen die für das Cabrio zusätzlich aufgewendeten Versteifungsmaßnahmen zusammen. Zusätzliche Bolzen im Bereich der hinter den Fond-Sitzen untergebrachten, im Notfall automatisch hochschnellenden Überrollbügel, bringen die 2,5 Kilogramm zusammen.

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