"Alles symbolisch" - Nüchterner Start zur Maut-Ausweitung
Es gibt keine Bildschirme, auf denen sich Lastwagen als kleine Lichtpunkte blinkend über die Verkehrsadern der Republik bewegen wie Jets auf den Monitoren der Fluglotsen. Und überhaupt fällt der Start zur Ausdehnung der Lkw-Maut auf große Bundesstraßen in Deutschland eher nüchtern aus. "Alles, was wir heute machen, ist symbolisch", sagt Hanns-Karsten Kirchmann, Chef der Betreiberfirma Toll Collect, als er Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer in der Berliner Unternehmenszentrale begrüßt. Nach einem Computer-Countdown drücken beide um Punkt 0.00 Uhr auf einen roten Knopf - künftig soll das ganz reale Millionensummen in die klamme Bundeskasse lenken.
Die schon auf den Autobahnen erprobte satellitengestützte Technik ermöglicht nun extra Maut-Einnahmen auf 1135 Kilometern Bundesstraße. Die chronische Geldnot bei milliardenteuren Modernisierungsprojekten für marode Brücken und strapazierte Fahrbahnen soll das wenigstens etwas mildern. "Jeder, der jetzt zusätzlich diese Lkw-Maut bezahlt, hat unmittelbar einen Nutzen davon", versichert Ramsauer gleich am frühen Mittwochmorgen noch einmal. Die Einnahmen von erhofft 100 Millionen Euro im Jahr kämen schließlich direkt der Straße zugute.
Dabei könnte es noch mehr sein. Umwelt- und Verkehrsverbände fordern, Lastwagen auf dem gesamten, knapp 40 000 Kilometer langen Bundesstraßennetz zur Kasse zu bitten. Oder gleich auf allen Straßen. Doch Ramsauer argumentiert, sich angesichts der komplexen Technik lieber "auf solidem Fundament Stück für Stück voranzubewegen". Und die aktuelle Ausweitung um fast ein Zehntel der mautpflichtigen Kilometer, "das ist doch schon etwas."
Von Anfang an beruhigen will der Minister besorgte Kommunen, die nun Lärm durch tonnenschwere Lkws fürchten, wenn Brummis von neuen Maut-Bundesstraßen auf kleinere Gratis-Routen ausweichen. Es sei doch "praktisch ausgeschlossen", dass ein Lkw, der die letzen fünf oder zehn Kilometer zur Autobahn über eine vierspurige Bundesstraße muss, "dann einen großen Bogen macht und durch Dörfer kurvt".
In der Mautzentrale in Berlin zieht Toll-Collect-Chef Kirchmann für seinen Auftraggeber noch ein Gebührenticket für 11,99 Euro aus einem Automaten, der - ganz symbolisch - im Kopierraum steht. So können es auch Lkw-Fahrer an Tankstellen machen. Mehr als 720 000 Lastwagen haben aber automatische Bordcomputer, die neuen Strecken wurden dort schon aufgespielt. Kurz nach der Auftaktzeremonie wird es dann auch doch schon real: Von Bundesstraßen im nachtdunklen Land laufen Daten der ersten 1391 durchfahrenen Kilometer ein.
9 Meinungen zu "Straßen-Maut ist gestartet"
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auchmalwas
Montag, 13.05.2013, 13:37 Uhr Dann flickt endlich mal auf Steuerlast die Straßen und erhöht nicht einfach mal für zwei Wochen irgendwelche Preise (Sprit, Kaffee, Butter ...). Langsam ist für die allgemeine Preisschweinerei nur Berlin verantwortlich; wozu brauchen wir hirnlose Politiker, die ständig den Arsch Europas (England) lecken ??! -
schnacko1954
Sonntag, 12.05.2013, 12:36 Uhr Zur Bundesstrassenmaut hab ich kein kein Verständnis,bin aber für die Autobahnmaut das könnte man doch so regeln wie in Östereich jeder von uns Deutschen zahlt für ein Jahrespickerl einen nicht so hohen Betrag und die ganzen Ausländer die unsre Autobahnen benutzen und mit kaputt fahren zahlen schön mit,die meisten um liegenden Länder zocken uns Deutsche ganz schön ab ob das bei Benutzung der Strassen oder bei Verkehrskontrollen ist wir sind überall die Dummen das hätte unsre Regierung schon viel früher machen sollen (Maut verlangen).Wohne ander A61 jedes 3 Auto ist ein Holländer zu jeder Jahreszeit die zahlen doch auch in Östereich und der Schweiz warum bei uns nicht.Früher als Sie noch mit dem Wohnwagen unterwegs waren haben Sie nut Ihren Müll da gelassen und sich über Uns dummen Deutschen kaputt gemacht -
McKillroy
Sonntag, 12.05.2013, 11:50 Uhr Die Straßen-Maut und die Vignette sind nach meiner Meinung ungeeignet für die Kostendeckung des Straßenverkehrs, weil sie zuviel Aufwand bei der Erfassung und bei der Abrechnung verursachen. Es wäre wesentlich gerechter und einfacher, auf die Kfz-Steuer zu verzichten und statt dessen die Mineralölsteuer zu erhöhen. Damit wäre es möglich, mit verhältnismäßig geringem Aufwand die Kosten für die tatsächliche Belastung der Straßen zu erheben. Die Fahrzeuge der Polizei, der Feuerwehr und der Hilfsdienste könnten ihre Mineralölsteuerkosten mit einem einfachen Belegeverfahren bei den Finanzämtern geltend machen und erstattet bekommen. Die Kosten für die aufwändigen Überwachungseinrichtungen würden erst gar nicht anfallen. Es dürfte auch kein Problem sein, die Mineralölsteuer mit den Kraftstoffkosten zusammen zu erheben. -
Piranas
Sonntag, 12.05.2013, 11:37 Uhr Wir bezahlen doch schon mit anderen Steuern ausreichend Maut ,Wo bleibt das ganze Geld??herr Ramsauer.Es sind doch Milliarden da um fale Ausländer durchzu füttern,Sozialhilfe auszureichen etc,etc,Deutschland ist das einzige Land ,wo sich die Ausländer wie im Schlaraffenland fühlen ,weil sie den Würfelzucker gleich Kartonweise in den Hintern gelasen bekommen.Macht es so wie das grosse Vorbild Amerika.Wer nach Deutschland will muss 50 tausend hinterlegen und das Geld zum Leben vorweisen,sonst 0 o Wär nichts geht.Schluss mit den sinnlosen Kriegshandlungen ,wo Deutschland beteiligt ist.Usw,Usw. Dann ist auch genügend Geld füt Herrn Ramsauer da. Deutschlan erwache aus deiner Starre.Meckern nutzt nichts , Handeln hilft.Der ADAc ist ein Riesen Club.Sie sollen das Volk mal wachrütteln und nicht nur jammern wie jetzt wieder. -
chakuthai
Sonntag, 12.05.2013, 11:13 Uhr Von der LKW-Maut zur PKW-Maut und Geschwindigkeitsbegrenzung. Haben denn unsere Sesselfurzer da oben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt? Wir werden immer mehr abgezockt und eingeschränkt, bald haben wir so einen Überwachungsstaat wie im "besten" Land der Welt und das alles im Wahljahr. Für mich gibt´s nur noch ein großes rotes Kreuz über den Wahlzettel. Vielleicht merken die da oben, bei genügend ungültigen Stimmen mal endlich was der Bürger von ihrer "Politik" hält. -
esip
Sonntag, 05.08.2012, 17:01 Uhr Eine Mautvignette für Alle LKW hätte es auch getan! Die kostet Pfennige in der Herstellung und es braucht keinen Milliardenaufwand an Technik, sowas an Windschutzscheibe zu kontrollieren!
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