Sakko bei Bewerbungsgespräch nicht vorschnell ablegen
Die Hände schwitzen, und der Anzug fühlt sich an wie eine Zwangsjacke - so dürfte es gerade jüngeren Bewerbern oft im Vorstellungsgespräch gehen. Denn für sie ist es oft ungewohnt und unangenehm, sich in voller Montur im Beruf zu präsentieren. Sie dürfen bei sommerlichen Temperaturen aber nicht den Fehler machen, einfach das Sakko auszuziehen - das verstößt gegen die Etikette, warnt Agnes Jarosch vom Deutschen Knigge-Rat in Bonn. "Der Gastgeber gibt hierbei die Marschrichtung vor." Bewerber müssen sich also nach dem Personaler richten. "Wenn er sagt: 'Ist das warm!', und sein Sakko ablegt, dann darf man seinem Beispiel folgen."
Bewerber sollten es auch nicht vorschnell als Zeichen des Einverständnisses deuten, wenn der Personaler im Sommer bereits das Sakko ausgezogen und über die Stuhllehne gehängt hat. Dann fragen sie vorsichtshalber besser nach, rät Jarosch. "Man kann ja sagen: Wie ich sehe, haben Sie das Sakko ausgezogen, ist es in Ordnung, wenn ich meins ebenfalls ablege?"
Ein Fauxpas sei es auch, den Personaler mit offenem Sakko zu begrüßen. Denn in förmlichen Situationen muss es im Stehen geschlossen bleiben, erläutert Jarosch. Erst im Sitzen wird das Sakko aufgeknöpft.
7 Meinungen zu "Sakko nicht gleich ablegen"
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ExtremUser
Freitag, 09.11.2012, 08:41 Uhr Naja, es kommt sicherlich auch an, für was man sich bewirbt. Bei einem z.B. Regalauffüller ist es letztendlich egal. Ansonsten stimme ich dem Artikel zu. -
schieber1
Sonntag, 01.07.2012, 11:52 Uhr Ein Sakko sollte grundsätzlich, egal bei welchen Temperaturen nicht abgelegt werden bei einer Bewerbung. Ebenso hat das Sakko geschlossen zu sein und die Hände sollte sich ausserhalb der Hosentaschen befinden. Hemdkragen ordentlich verschlossen und der Krawattenknoten sollte ordentlich in der Mitte sitzen. Eigentlich ist das Allgemeinwissen, nur, für manche nur schwer verständlich. -
Trollnatoll
Dienstag, 26.06.2012, 14:21 Uhr Wenn ich mich auf eine Stelle bewerbe in der man ständig einen Anzug tragen muss dann sollte es auch selbstverständlich sein das ich weiß wie man mit solcher Kleidung umgeht. Wenn ich das tragen von Anzügen verabscheue dann lasse ich es ganz. Entweder es findet sich ein Kompromiss oder ich würde mich dort sowiso nicht wohlfühlen. Ein Bekannter z.B. sitzt in gehobener Position bei einem großen Unternehmen, theoretisch sollte er ständig Anzug mit Kravatte tragen. Schon vor Jahren hat er den "Kulturgalgen" allerdings abgelegt und das Sakko gleich mit. Er ist gut in dem was er tut und das wissen seine Chafs auch, es ist wichtiger als Frage ob Rollkragen im Büro OK sind. -
Pepsi1990
Dienstag, 26.06.2012, 12:40 Uhr Wieso ist das was der blöde Knigge sagt eigentlich das einzig wahre? Vl. hab ich es als Arbeitsgeber ja doch lieber wenn der Bewerber rein kommt und mir da erst mal ein LapDance hinlegt. Wer weiß, wer weiß. Ich finds aufjedenfall bescheuert sich nach nem buch zu richten das irgend ein seelenloser Typ ohne hobbies geschrieben hat und nun meint es sei definitiv richtig. -
Herrengedeck
Dienstag, 26.06.2012, 12:20 Uhr Ein sehr guter und hilfreicher Tip. Bei Berufen, die keine wirkliche Qualifikation erfordern, wie es im Management meist der fall ist, muss man ja irgendwie unter Beweis stellen, was für ein rückgradloser Speichellecker man doch ist. Sich in sinnlosen Floskeln der Unterwürfigkeit zu verlieren, anstatt aufrichtigen Respekt vor seinen Mitmenschen zu zeigen, kommt da immer toll an. Weiter so, Leute!
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