Die schlimmsten Lehrertypen
Der Altmodische
"Da stelle mer uns ma janz dumm …" - Lehrer Bömmel aus der "Feuerzangenbowle" ist ein Vertreter seiner Zunft, der gerade durch die simple Erläuterung der "Dampfmaschin" zum Kult geworden ist und ein geflügeltes Wort geprägt hat. Zwar ist es schon einige Zeit her, als die "Feuerzangenbowle" über die große Leinwand flimmerte, aber auch heute noch sind solche altmodischen Vertreter durchaus in Klassenzimmern noch zu finden.
Für Zugehörige dieser Gruppe, die häufig an der altmodischen Fliege und dem akkuraten Seitenscheitel zu erkennen sind, ist Pünktlichkeit oberstes Gebot. Dafür haben Sie etwa von technischen Errungenschaften der Moderne null Ahnung. Smartphone, Internet oder iPad gibt es in ihrer Welt schlichtweg nicht und so müssen sich die Schüler dieses Lehrertyps auch weiterhin durch die mittlerweile bis zur Unkenntlichkeit verblassten, schreibmaschinengetippten Arbeitsblätter anno 1972 quälen.
Der Manager
In der freien Wirtschaft ist der Manager ein mächtiger Mann mit viel Entscheidungsgewalt, der für den Erfolg des Unternehmens geradesteht. Ganz ähnlich muss der Lehrer seinen Unterrichtsstoff und die Schüler im Griff haben, der Erfolg seiner Bemühungen zeigt sich in den Noten seiner Zöglinge. Allerdings hat er keinen Einfluss darauf, ob er auch fähige und motivierte Mitstreiter findet - sprich Schüler und Kollegen - sondern muss mit dem "vorhandenen Material" zurechtkommen. Insofern geht sein Entscheidungsspielraum gegen null. Er darf notorische Störenfriede höchstens mal kurz außer Gefecht setzen, aber nicht entlassen.
Allerdings managt dieser Super-Pauker mit tyrannischen Zügen alles, was in seiner Hand liegt. Mit seiner autoritären Aura schafft er das, was vielen seiner Kollegen nicht gelingt: Betritt er den Klassenraum, herrscht augenblicklich absolute Ruhe. Das mag an seinen Wutausbrüchen oder auch an seiner Unberechenbarkeit liegen, wie etwa Tests ohne Vorwarnung schreiben zu lassen.
Sicherlich hat er dadurch nicht gerade den besten Stand unter den Schülern. Die fahren mit einem Manager-Lehrer aber letztlich gar nicht so schlecht - besser als mit dem ständig verpeilten "Schülerversteher", der alles akzeptiert und durchgehen lässt, aber eigentlich nicht wirklich was auf die Reihe kriegt.
Der Kumpel
In diese Richtung geht nämlich der an den 1968ern geschulte Kumpeltyp, den man häufig an seinem Vollbart und der Oldschool-Nickelbrille erkennt.
In der Regel taucht er erst zur Mitte der Unterrichtsstunde auf, weil er wie so oft den Klassenraum nicht gleich gefunden hat. Dafür nimmt er es aber auch bei den Schülern nicht so genau mit der Pünktlichkeit. Überhaupt sieht sich dieser Typ Lehrer auf einer Stufe mit seinen Zöglingen - man duzt sich und begrüßt sich auch mal mit lässigem Handschlag.
Leider ist der so lockere Unterricht nicht wirklich spannend und die Schüler akzeptieren den Kumpel-Lehrer auch nicht als Respektsperson. Wer - wie der Kumpeltyp - an der ungerechten Chancenverteilung im Land leidet, schreckt eben davor zurück, einzelne Schüler für Verfehlungen zur Verantwortung zu ziehen.
Bekanntermaßen ist aber die antiautoritäre Erziehung nicht der Weisheit letzter Schluss. Manchmal braucht es eben auch mal Regeln und Forderungen als cooles Verständnis.
Der politisch Korrekte
Einige Lehrer und Lehrerinnen agieren - egal was passiert - mit Sanftmut und leiser Stimme. Statt Dinge angeregt und vielleicht bisweilen auch hitzig zu diskutieren, lässt der politisch Korrekte lieber erst einmal die Stühle in einem Kreis anordnen. Anschließend wird reihum jeder zu seiner Meinung befragt, bevor man letztlich gemeinschaftlich abstimmt - bis man so zu einer Entscheidung kommt, die alle zufriedenstellt, kann es manchmal länger dauern.
Leider werden die Sanftmütigen mit solchen Aktionen schnell als Weicheier abgestempelt. Manche Situationen verlangen härteres Agieren, um dem Ernst der Lage gerecht zu werden. Althergebrachte, sinnvolle Schülertugenden wie Pünktlichkeit lassen sich halt nicht piano durchsetzen.
Der Aussitzer
Der Aussitzer, auch der Faule genannt, möchte vor allem eines nicht: Tätig werden. Die Probleme erledigen sich erfahrungsgemäß eh von selbst, wenn man ihnen genug Zeit lässt. Oder? Nun, für die Schüler ist so ein Lehrer eine Strafe, sie fühlen sich nicht ernst genommen und allein gelassen. Mit schnellem Reagieren lässt sich manches Mal Schlimmeres vermeiden - ohne dass es gleich zum Über-Engagement kommen muss.
Der Engagierte
Gegenpol des Aussitzers ist der Engagierte, der auf keiner Konferenz ohne innovativen Neuerungsvorschlag auftaucht. Neben seinen Verpflichtungen als Klassen- und Vertrauenslehrer managt er die Theater-AG, Schulband oder die Basketballgruppe. Als Schüler würde man ihn hyperaktiv oder einfach nur Vorzeige-Streber nennen.
Der Leitwolf
Wer einmal als "Rudelführer" akzeptiert wurde, kann entspannt an die Arbeit gehen, ohne sich ständig neu vor der Klasse beweisen zu müssen. Damit steht dem optimalen Unterricht nichts mehr im Weg. So einen Lehrer hätte sich jeder gewünscht - fordernd und zuverlässig, mit Regeln und Raum für ehrlichen Meinungsaustausch.
Plötzlich fällt wieder auf, dass der Lehrerberuf etwas mit Berufung zu tun hat: In diesem Alpha-Pädagogen bündeln sich alle Eigenschaften in einem gesunden Maß, und automatisch entstehen Autorität und Akzeptanz. Eine Win-win-Situation, denn "Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir!"
Wir wünschen allen Schülern trotz der Artenvielfalt ihrer Lehrer einen gelungenen Start ins neue Schuljahr!
220 Meinungen zu "Die schlimmsten Lehrertypen"
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truvativ
Freitag, 16.11.2012, 17:38 Uhr Nicht die lehrer sind das proplem sondern die Ausbildung ist von vor 200 Jahren stehen geblieben trotz moderner Forschungserkenntnisse werden immer noch Funktionsmenschen für die Wirtschaft vordiszipliniert damit das mit dem Unterordnen und Anpassen in das Finanzoligarchiesystem der bankster und der superreichen Passt. prof. Gerald Hüter hat oft genug bewisen wie schule gehen könnte aber die Altmodischen politiker von Lobbyisten korrumpiert Tun alles um unser Land Zugrundezurichten und zu Zerstören Gute Nacht Träumt weiter.Mit Krämerseelen und Kleingeister schafft mann sich ab und macht eine nation zu Deppen und jasagern. -
beerchen
Montag, 17.09.2012, 10:44 Uhr Schüler haben es nicht leicht,dass ist richtig! Falsch ist aber, dass das ausschließlich etwas mit den Lehrern zu tun hat. Der wahre Hintergrund und die Ursachen liegen bei den Politikern, Eltern und Medien. Es ist aber einfacher für Politiker,Eltern und Medien die Lehrer als die Schuldigen anzuprangern. Kaum ein Bürger erkennt mitlerweile die realen Hintergründe, weil es ja einfacher und befreiend wirkt, wenn man einen anderen Schuldigen( Lehrer) anprangern kann. Die eigenen Fehler und Schuldursachen, statt der (Fehler der Politiker,Eltern,Schüler,Medien) sind, wenn man problemlos einen anderen Schuldigen (in diesem Falle die Lehrer) vorführen kann absolut vom Tisch. Politik und Wirtschaft finden die stetig steigende Verdummung der Bürger absolut super, da es dem Bürger egal ist was mit der Gesellschaft geschieht. Da die nachwachsenden Generationen immer weniger geistige Leistungen bringen können haben Politik und Wirtschaft keine Schwierigkeiten mehr das Volk zu verarschen und auszubeuten. -
whereever
Sonntag, 16.09.2012, 13:04 Uhr Die schlimmsten Lehrer für mich sind nach 33 Jahren Berufserfahrung mit ihnen die - LANGWEILER - !! Langweiler sind schlimm, weil sie auf die von den Schülern mitgebrachte Neugier, das Wissenwollen und die fast unversiegte Wissbegier keine Antworten finden können, die zu weiteren Fragen provozieren, die aus den Fragen keinen Kosmos an Wissen entfalten können oder wollen. Ihre Schüler stumpfen ab, werden entmutigt, langweilen sich und werden zuletzt unangenehm "schwierig". Als Sonderschullehrer für "schwierige" Kinder habe ich viele Opfer dieses Lehrertyps erleben, wiederbeleben und dann erfolgreich lernen gesehen - es ging mir das Herz auf, wenn ich sah, wie lebendig, neugierig und lernbereit diese Schüler und Schülerinnen sein konnten, solange sie nicht von Lehrer und Lehrerinnen gelangweilt wurden. Die Antworten von einigen Kollegen oder Kolleginnen, man solle mal die "schwierigen Schüler" beschreiben, wirft nur ein Licht auf die (vielleicht nicht von ihnen) verschuldeten Missetaten und Erfolglosigkeiten vorangegangener Erziehungsversuche von Eltern und Lehrern aus vorigen Schul-JAHREN! -
trofast
Sonntag, 16.09.2012, 11:10 Uhr Jetzt schreiben Sie bitte auch noch mit genau gleicher Kenntnis der sämtlichen Schülertypen und teilweise (wohl Ausnahme Bayern mal wieder) höchst differierend schlimmen Schulstrukturen im restlichen Land eine ebenso detailiert wie amüsant zu lesende Anweisung, wie man zu diesem α- Lehrer werden kann! Die Lehrerausbildung ist nämlich wie kaum in einem anderen Beruf so wenig auf den Beruf für den sie doch angeblich ausbildet qualifizierend oder vorbereitend. Man lernt mit etwas Glück trotz ihr und gelegentlich sind auch mal einzelne Momente der Beratung hilfreich, aber die Ausbildung an sich gleicht mehr einer rituellen Demütigung, die dazu dient, die soziale Anpassungsfähigkeit an die schulischen In-Strukturen später sicherzustellen und dazu, dass Lehrer gewiss nie den Mund aufmachen oder sich gar solidarisieren und agieren würden, um politisch verfehlten, systemschädigenden Verordnungen einen Gegenvorschlag oder ein Veto entgegenzustellen! Die Gymnasial-Lehrer-Arbeitszeit ist in Hessen in den letzten Jahren von 100% auf wöchentlich 108% erhöht worden, dazu sind eine nicht quantifizierbare Menge an formalen Arbeiten dazu gekommen, dazu eine Menge an geforderter Beratungszeit zur individuellen Förderung, dazu der Auftrag, den neuen Lehrplan (als Team an der Schule) zu erstellen. Wozu Lehrer s.o. eher nicht geeignet sind, denn, wer dieses Wochenpensum halbwegs gesund überleben will, der kann nur zum professionellen Pfuscher werden. Damit meine ich, dass man Strategien entwickelt, Unterricht halbwegs gut und für den Durchschnitt passend vorzubereiten und Klassenarbeiten so zu konzipieren, dass sie einfach abzuhaken sind. Denn wer bei einer alternativ 60- bis 75-stündigen Wochenarbeitszeit noch so etwas wie Privatleben, Freizeit oder dergleichen andenken möchte, der muss ja innovativ werden darin, wie man viel zu viel Arbeit auf ein Minimum reduzieren kann..... Die ach so vielen Ferien dienen dem gründlichen und genauen Lehrer ausschließlich dazu, seine Gesundheit wieder auf ein Maß zu bringen, dass die Arbeitsfähigkeit überhaupt erst wieder herstellt. Die Variante, die Arbeitsblätter von 1972 in jedem Jahrgang wieder zu benutzen, bietet da in der Tat eine brauchbare Variante, sich jährlich für eine von ca. 6-12 Klassen etwa 8 bis 20 Stunden Arbeit zu sparen. Hochgerechnet: 48 bis 220 Stunden... Abgesehen davon, dass ich erst 1978 geboren bin. Nur - als noch motivierter Jung-Lehrer kommt man schnell dahin, die Sinnhaftigkeit dieser Arbeitserleichterungen zu erwägen, spätestens dann, wenn der Partner mit Auszug droht, weil man eigentlich nur noch für die Schule lebt.... -
Pulverkurtchen
Sonntag, 16.09.2012, 10:41 Uhr Ich erinnere mich mit Freude an einen Mathe- und Physiklehrer. Spitzname Bonko. Der kam grundsätzlich fünf Minuten nach dem Klingeln in die Klasse, aber erstaunlicherweise wurde in dieser Zeit von der Klasse kein Unfug getrieben. Wenn andere Lehrer auch nur eine Minute zu spät kamen, flogen die Schwämme. Bonko war grundsätzlich ein oder zwei Minuten vor dem Klingeln mit dem Unterricht fertig, wir konnten unser Zeug in Ruhe wegräumen und den Raum geordnet verlassen. Und er war Ostern mit dem Stoff durch. Danach haben wir bis zu den Ferien das Ganze nochmal wiederholt und vertieft. Sein Lieblingsspruch war: "Gib amal einer a Buch." Er hatte nie ein Buch dabei, aber den Stoff im Kopf. Nahm von einem Schüler das Buch, schaute kurz hinein, ging an die Tafel, nahm fünf verschiedenfarbige Kreiden in die Hand und malte aus dem Stegreif ein mehrfarbiges, dreidimensionales Diagramm zum Wechselstromkreis hin. Cosinus Phi, Wirkstrom, Kraft und Spannung beim Dreiphasen-Drehstrom. Es war mucksmäuschenstill in der Klasse, jeder passte auf. Und du hattest keine Chance, den Stoff nicht zu kapieren. Physikabitur in Bayern, Klassenschnitt 2,0. Da hat er gesagt, ach je, da muss ich dem Kultusministerium wieder meinen Vordruck schicken. Immer wenn der Notenschnitt zu gut ausfiel, musste sich der Lehrer nämlich rechtfertigen. Bonkos Standardantwort lautete ungefähr so: Ich habe nur versucht, den Unterrichtsstoff zu vermitteln, dass die Schüler ihn so gut kapiert haben, dafür kann ich nichts, damiit war nicht zu rechnen. Nicht das man glauben sollte, dass wir eine besonders naturwissenschaftlich begabte Klasse waren. In Mathe hatte die gleiche Klasse - bei einem anderen Lehrer - einen Schnitt von 3,8.
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