Karriereziel Olympia
Am Anfang steht die Entdeckung des Talents. Lischka: "Dass die Eltern von der Begabung ihres Kindes überzeugt sind, reicht nicht aus. Denn Eltern sind in der Regel immer von den Leistungen ihrer Sprösslinge begeistert. Deshalb ist es wichtig, dass ein Sportlehrer oder Übungsleiter auf das Talent aufmerksam wird."
Ob bei Bundesjugendspielen oder Schulwettkämpfen ... überall, wo Kinder an sportlichen Wettkämpfen teilnehmen, haben sie auch die Chance, auf ihre Begabung aufmerksam zu machen. "Im Schulkontext gibt es dafür ebenso viele Möglichkeiten wie bei Sportvereinen", erklärt Lischka. Da inzwischen Übungsleiter aus Vereinen am Nachmittag in Schulen Sportstunden anbieten, können diese auch hier talentierte Kinder entdecken. Eine von den Eltern früh initiierte Vereinsmitgliedschaft ist also keineswegs der einzige Weg zum Erfolg.
"Natürlich haben es Kinder ehemaliger Spitzensportler an der einen oder anderen Stelle etwas einfacher. Denn die Eltern kennen sich in der Sportförderung aus und haben die richtigen Kontakte", weiß Lischka. "Doch das bedeute nicht, dass Kinder aus weniger sportlichen Familien das Nachsehen haben."
Der Weg in den Spitzensport führt in der Regel über Vereine, die ein leistungssportliches Training im Programm haben. "So ein Training bieten nicht nur große Vereine in Ballungszentren an, sondern auch Vereine im dörflichen Raum", erklärt Lischka. So haben begabte Kinder in allen Regionen Deutschlands die Chance, schon früh täglich zu trainieren und an entsprechenden Wettbewerben teilzunehmen.
Für talentierte Kinder und Jugendliche bietet der Deutsche Olympische Sportbund eine spezielle Förderung in den sogenannten "Eliteschulen des Sports" an. Diese Verbundsysteme, die sich aus Sport, Schule sowie Internaten zusammensetzen, unterstützen die Nachwuchssportler, indem sie die schulische Ausbildung so flexibilisieren, dass die Schüler genug Zeit für ihr tägliches Training und die Wettkämpfe finden. "Weder die Schule noch der Sport sollen dabei zu kurz kommen. Das ist das Ziel der Eliteschulen des Sports." In Deutschland gibt es 39 dieser Einrichtungen. Diese können Training, Lernen, Wohnen und Leben der Schüler räumlich und zeitlich optimal miteinander verzahnen. Je nach Bundesland bieten die Eliteschulen des Sports Unterricht ab der fünften oder siebten Klasse an. Auch ein Quereinstieg zu einem späteren Zeitpunkt ist möglich.
"Schüler, die bereits einen sogenannten Kaderstatus haben, werden bevorzugt an den Eliteschulen des Sports aufgenommen", berichtet Lischka. "Ziel des DOSB ist in diesem Zusammenhang ist kein bestimmter Bildungsabschluss, sondern die Förderung der Schüler entsprechend ihrer Begabung." Im sportlichen Bereich verfolgt der DOSB ein langfristiges Ziel: "Wir rechnen vom Beginn des leistungssportlichen Trainings bis zur Teilnahme an Europa- und Weltmeisterschaften der Junioren etwa zehn Jahre", so Lischka. Gehört der Nachwuchs dann erst einmal zum Bundeskader, wird er von einem der 19 Olympiastützpunkte in Deutschland unterstützt. Diese sind nicht nur für die sportliche, sportmedizinische und sportpsychologische Betreuung zuständig, sondern sie informieren und beraten auch in Sachen Berufsausbildung und Studium.
Sogenannte Laufbahnberater helfen den jungen Spitzensportlern, ihre berufliche Ausbildung neben ihrem Sport zu planen. "Der DOSB kooperiert mit Unternehmen und Hochschulen, bei denen Spitzensportler die Chance haben, eine Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren, ohne ihren Sport vernachlässigen zu müssen", erklärt Lischka. Der Vorteil dieses Systems liegt auf der Hand: Sportler sind nicht allein auf Sponsoren angewiesen, sondern entwickeln bereits in jungen Jahren einen "Plan B", falls der Spitzensport doch nicht das große Geld bringen sollte. Und auch an die Zeit nach der Sportlerkarriere ist schon gedacht!
8 Meinungen zu "Harter Weg in den Spitzensport"
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Jacky23
Freitag, 03.08.2012, 14:31 Uhr Jaja.. Spannend... In den Jahren 1994 bis 1999 war ich schweizweit eine der besten Sprinterinnen... Nebenbei war ich mässig erfolgreich im Kugelstossen.... Meine Schnelligkeit, hat mir Mutternatur mitgegeben.... sowie die Sprinttechnik und die erhöhte Immunität gegen Sportverletzungen (war nur 1mal verletzt).... Gute Bedingungen für eine Karriere... Einserseits waren die Erwartungen hoch, des Umfelds (Stolz ud Freude ist ja noch okay), anderseits, konnte ich ein Leben nur mit Sport, Sport und nochmals Sport absolut nicht vorstellen.... Dann war noch die Liebe Schule... Während der Oberstufenzeit, hätte man mich von vielen Freifächer suspendieren sollen, damit ich mehr Gelegenheit gehabt hätte zum Trainieren. Ich mache da meinen Trainer absolut keinen Vorwurf.. Später kam noch hinzu, dass ich (selber Schuld) im Bereich der Pflege meine Grundausbidlung absolvierte, was das Ende meiner ,,Karriere,, bedeutete..... Keine Zeit mehr an den Weekends und vorallem keine Verständnis seitens der Pflegerinnen, was ich auch verstehe..... Ich denke in Deutschland seit ihr schon ziemlich fortgeschritten... -
LedZeppelin
Freitag, 03.08.2012, 13:14 Uhr In Sachen Fußball sieht es in Deutschland ein bißchen besser aus... Aber in den Randsportarten wie Leichtathletik z.b. Kenne auch Eltern die ein Kind als Jugendweltmeisterin haben... Denke so im Schnitt 10000 Euro im Jahr(Eigenaufwand)lege ich nicht schlecht. -
meinemeinung357
Freitag, 03.08.2012, 13:07 Uhr Ohne Förderung geht gar nix. Und wer gefördert wird, entscheidet ganz bestimmt nicht die Leistung. Hier sind ganz andere Mächte am Werk. -
fussballjungenpapa
Freitag, 03.08.2012, 12:57 Uhr Klingt ja alles wunderbar. Ebenso, wenn man sich die DFB-Darstellungen zur Sportförderung durchliest. Für den Bereich Jugend-/Talenteförderung im Fussball meine ich jedenfalls mitreden zu können. Was ist denn beispielsweise mit einem talentierten Kind/Jugendlichen, was es/welcher (aus welchen Gründen auch immer - Verletzung/momentanes Formtief/spätere Entwicklung ...) zum vorgegebenen Zeitpunkt nicht auf eine "Eliteschule des Sports" schafft? Auch wenn so schön geschrieben steht, dass diese durchaus (hoch)talentierten Kinder/Jugendlichen angeblich in der Sportförderung weiterbegleitet werden. Das trifft nach meiner Erfahrung höchstens im Ausnahmefall zu. Was ich erlebt habe ist die Tatsache, dass dann für diese betreffenden Talente bereits "der Ofen aus" ist, da sie zwar viele Gute Worte mit auf den Weg bekommen und in Aussicht einer späteren Sichtung hinterlassen werden, aber in Wirklichkeit über die kommenden Monate und Jahre mehr und mehr den Anschluß verlieren (werden), da sie ausschließlich auf ihr mehr oder weniger qualitativ- und quantitativ gutes Vereinstraining angewiesen sind (die anderen, besonders geförderten Kinder schlafen ja auch nicht !!!). Reißt man sich als Elternteil dann nicht buchstäblich und wirklich vollkommen den Arsch für seinen Schützling auf (quasi für sich genommen ein Vollzeitjob), an den man (natürlich) glaubt, sind die ohnehin für jeden geringen Chancen mal "ganz oben" mitzuspielen, für den eigenen Filius gen null. Wenn sich dann der Zögling Jahre später doch noch in seinen Leistungen herausragend und auf hohem Niveau präsentiert (wie auch immer er das in der Zwischenzeit hinbekommen hat, ohne besondere Sportförderung) ist natürlich plötzlich wieder ein DFB da und bekundet Interesse. Die richtige Reaktion wäre dann eigentlich, dankend abzulehnen, eine gute Sportförderung eines angrenzenden Nachbarlandes zu suchen, um dort weiter zu machen. Ich selbst komme (andere Sportart) aus der Sportförderung des DDR-Systems/Kinder- und Jugend Sportschule (jetzt sog. "Eliteschulen des Sports") und habe erlebt, wie Sportförderung zu dieser Zeit betrieben wurde. Inanbetracht der vorherrschenden, horrenden Geldverschwendung in diesem unseren schönen Land, sind die für die Sportförderung aufgewendeten Mittel geradezu lächerlich. Aber was solls, gerade in solchen Massensportarten, wie beispielsweise Fussball kommt anscheinend doch genug "Masse" (und damit auch Talente) nach. Da scheint es wohl auszureichen, die Mittel zu begrenzen und den vermeintlichen "Rahm" abzuschöpfen. Die anderen "nur 98%igen" (zu einem bestimmten, gesetzten Zeitpunkt!!!, spätere Entwicklung weitestgehend vernachlässigt) fallen halt durchs Raster - spart sicher enorm Geld. -> Erfahrungswerte !!! -
LedZeppelin
Freitag, 03.08.2012, 12:52 Uhr Der harte Weg zum Spitzensport führt auch über viel,viel Geld und Freizeit der Eltern,die aus der Mittelschicht kommende sich nie mehr leisten können....
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