So verschaffen sich Frauen Gehör
An der Stimme arbeiten
Viele Frauen leiden darunter, dass sie in Diskussionen mit ihrer dünnen Fistelstimme seltener durchdringen als sonore Männerstimmen. Gerade wenn Berufstätige in einer erhöhten Tonlage sprechen, trauen ihnen die Zuhörer weniger Kompetenz zu als wenn jemand im Brustton der Überzeugung redet. "Sie müssen sich mit ihrer Stimme nicht abfinden!", erklärt Bonneau. "Mit entsprechenden Stimmübungen finden auch Frauen den richtigen Ton." Stellen Sie sich zum Beispiel Ihr Lieblingsgericht vor und summen ein 'mmm'. So rutschen Sie automatisch in eine mittlere Tonlage, die sich nicht nur gut anhört, sondern auch beim Sprechen angenehm anfühlt.
Mitreden
"Frauen glauben, dass sie nur dann im Meeting mitreden sollten, wenn sie auch etwas Essentielles zu sagen haben", betont Bonneau. Diese Annahme ist aber falsch. Denn in der Realität werden oft jene Kollegen positiv wahrgenommen, die viele Redebeiträge liefern. Dabei müssen diese gar nicht immer so brillant sein. Deshalb rät Bonneau: "Reden Sie im Meeting öfter einfach mit. Wenn Ihnen nichts Neues zum Thema einfällt, bestätigen Sie mit Worten die Meinung eines anderen."
Präsenz zeigen
Mit der Bestätigung einer anderen Meinung können Mitarbeiterinnen Präsenz zeigen und werden so wahrgenommen. Aber genau das fällt vielen oft schwer. Sie nicken lieber zustimmend als sich zu artikulieren. In diesem Fall rät Bonneau: "Ergänzen Sie den Redebeitrag, den Sie unterstützen, durch ein Beispiel." Auch durch sinnvolle Nachfragen können sich Mitarbeiterinnen in das Gespräch einbringen.
Richtig in die Diskussion einsteigen
Oft leiden Arbeitnehmerinnen darunter, dass sie in männlich dominierten Diskussionen keinen Einstieg finden. Doch auch für dieses Problem weiß Bonneau eine Lösung: "Wer sich von der Meinung anderer abgrenzt, wird es in der Regel schwer haben, sich in das Gespräch einzubringen. Auch deshalb sollten Sie die Beiträge anderer Diskussionsteilnehmer unterstützen. Diese werden Sie dann gerne in das Gespräch einbeziehen." Wollen Sie also Gehör finden, sollten Sie Phrasen wie "ja, aber", "finde ich gar nicht" oder "stimmt nicht" eher vermeiden.
Deutlich werden
Viele Frauen lieben es, sich eher indirekt auszudrücken als klar und deutlich zu formulieren. Doch gerade in wichtigen Gesprächen kann das kontraproduktiv sein. "Benutzen Sie nicht Worte wie 'eigentlich' oder 'vielleicht'. Denn diese wirken wie ein Weichspüler und verwässern Ihre Argumentation", betont Bonneau.
Das Outfit muss stimmen
Auch die äußeren Details sollten passen, wenn Frauen gehört werden wollen. "Arbeitnehmerinnen mit geblümten Oberteilen oder Rüschenbluse werden es in einem von männlichen Sakkoträgern dominierten Meeting schwer haben", betont Bonneau. Ihr Tipp: Auch Frauen sollten Blazer tragen. Tiefe Ausschnitte und zu viele weibliche Accessoires sind dagegen zu vermeiden.
Haltung zeigen
Und noch auf eine andere Äußerlichkeit kommt es an, wenn sich Frauen Gehör verschaffen wollen: Ihre Körperhaltung sollte ihre Aussagen unterstreichen und nicht zurücknehmen. "Wenn Mitarbeiterinnen mit eingezogenen Schultern 'nein' sagen, werden sie von ihrem Gegenüber meist nicht ernstgenommen", erklärt Bonneau. "Nehmen Sie also Haltung an, sitzen Sie aufrecht, aber nicht steif. Dann haben ihre Aussagen viel mehr Gewicht!"
Selbstbewusstsein zeigen
Gerade das Reden vor Unbekannten fällt manchen Mitarbeiterinnen schwer. Auch hier hat Bonneau einen Tipp: "Fokussieren Sie sich nicht auf Ihre Ängste, sondern werden Sie sich Ihrer Rolle klar. Sie reden ja nicht als Privatperson, sondern als Vertreterin Ihrer Firma oder aufgrund Ihrer Expertise." Wer so sein Selbstbewusstsein stärkt, dem fällt es auch leichter, sich zu gut präsentieren.
191 Meinungen zu "Ausgepiepst: Jetzt reden Sie! "
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Zedina
Dienstag, 06.11.2012, 07:36 Uhr Was für ein Unsinn!Vor allem der Punkt, nicht zu widersprechen, sondern bereits erwähnte Punkte zu bestätigen-im Umkehrschluss: keine eigene Meinung vertreten, sondern anderen alles nachplappern?! Als ob man sich damit Respekt verschaffen könnte. Ich will damit nicht sagen, dass man niemandem zustimmen darf. Aber das als einzige Strategie zu sehen, wie man Gehör bekommt...naaaja -
Mawrat
Montag, 05.11.2012, 13:45 Uhr So ein Schmarn´. Ob Stimme hell oder dunkel. Wer es als Frau in die Position geschafft hat, hält sie nicht wegen Stimmübungen. Wer meine helle Stimme überhört, hat in unseren Meetings ein Problem und nicht ich! -
MollyMalone67
Dienstag, 26.06.2012, 09:53 Uhr @Gilmoregirl: "Zornbinkl: Warum sieht man denn keine Frauen in Berufen, die körperliche Anforderungen stellen ? Ach ja, wegen dem schwachen Geschlecht ! -------------------------------------------------------------------- komm ein paar Tage in die Pflege--ich denk, du gerhst schneller wieder nach Hause, als du ARBEIT buchstabieren kannst." Vor allem ist den meisten Männern diese Arbeit viel zu schlecht bezahlt. Das geht ja gar nicht. Gewisse, zum Glück nicht alle, Männer jammern z. B. darüber, dass ja in der Schule - speziell der Grundschule - die armen, armen Jungen fast ausschließlich weiblichem Lehrpersonal ausgesetzt seien, was sich natürlich zersetzend auf die empfindliche männliche Seele auswirkt. Aber mal selber auf die Idee zu kommen, auf Lehramt für Primarstufe zu studieren, um dem grässlichen Missstand entgegenzuwirken? Bewahre! Da verdient man viel zu wenig... Das Argument wird jedoch nicht vordergründig genannt, nein: Von diversen Männern hörte ich vielmehr, dass das ja nicht gehe, weil sie als Männer bei der Arbeit mit Kindern grundsätzlich unter Verdacht der Pädophilie stünden, was - wen wundert's bei solcher Einstellun? - natürlich angeblich auch wieder von den bösen Frauen ausgehe. Man dreht es sich halt alles schön hin, wie es passt. -
MollyMalone67
Dienstag, 26.06.2012, 09:40 Uhr "Einfach die Klappe halten, wenn man nichts zu sagen hat." Genau - das gilt für Frauen wie für Männer... -
MollyMalone67
Dienstag, 26.06.2012, 09:29 Uhr "Viele Frauen leiden darunter, dass sie in Diskussionen mit ihrer dünnen Fistelstimme seltener durchdringen als sonore Männerstimmen." Was ist denn das für ein Schmonzes? Frauen haben also allesamt und ohne Unterschied "dünne Fistelstimmen"? Ich kenne keine einzige Frau mit einer solchen Stimme, und auch ich verfüge über eine kräftige Stimme, mit der ich mich durchaus gut durchsetzen kann gegen die vermeintlich durch die Bank "sonoren Männerstimmen"... ;-) -
Misthaufen
Sonntag, 24.06.2012, 09:13 Uhr Wenn man in derartigen sexistischen Kategorien denkt, dann führt das zur self fullfilling prophecy. Leider verliert man damit die Möglichkeit, sich selbst wirklich kritisch zu hinterfragen und weiter zu entwicklen. Man hat ja dann immer die Ausrede, daß man ja eine Frau (oder ein Mann) ist. Daher können nur die anderen "Schuld" sein, weil sie einen nicht so annehmen, wie man ist. Furchtbar. -
Anti0815er
Dienstag, 15.05.2012, 15:11 Uhr Aus meiner Sicht ist dies alles nur die halbe Wahrheit. Wenn Männer sich im Gespräch kein Gehör verschaffen oder im falschen Outfit erscheinen, werden sie genauso wenig wahrgenommen. Das geht nicht nur den Frauen so. Außerdem habe ich bereits mehrmals erlebt, dass Fachkompetenz am besten überzeugt, bei Frauen ebenso, wie bei Männern. Verloren haben ziemlich schnell jene, welche sich auf genau diese Artikel-Phrasen konzentrieren. Das ist fachlich angehauchter Smalltalk und überzeugt keinen Spezialisten, egal, wie oft man sich damit Gehör verschafft, seine Stimme verstellt oder welche Klamotten man trägt. Dies ist nur wichtig in Konferenzen, wo es um Präsenz und Selbstdarstellung geht, nicht aber um wirkliches Fachwissen und Können. In welchen Meetings man sich persönlich sieht, muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden. In unseren Fachmeetings sparen wir uns den ganzen Klimbim, machen eine Telefonkonferenz (reicht völlig) und erledigen nebenbei das Tagesgeschäft.
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