Falsche Berufswahl - Verbrechen lohnen sich nicht!
Wenn George Clooney, Brat Pitt, Matt Damon und weitere Hollywood-Größen in der Glitzerwelt von Las Vegas auf Beutezug gehen, gehören ihnen die Herzen der Zuschauer und natürlich auch die Dollar-Millionen der Casinos. Gegen die unüberwindbar scheinenden Sicherheitssysteme braucht es letztlich nichts weiter als einen ausgeklügelten Plan und etwas Wagemut. Doch "Ocean's Eleven" ist eben "nur" großes Kino, nicht die verdammte Realität.
Dass diese ganz anders aussieht, haben kürzlich die britischen Wirtschaftswissenschaftler Barry Reilly, Neil Rickman und Robert Witt belegt. Ihren Untersuchungen zufolge verdienen echte Bankräuber im Vereinigten Königreich umgerechnet gerade einmal rund 25.000 Euro im Jahr. Zwar würden, so das Ergebnis der Studie, bei jedem erfolgreichen Raubzug umgerechnet gut 16.000 Euro erbeutet, aber das Risiko leer auszugehen, sei gleichfalls hoch. Jeder dritte Raub misslinge aus Sicht der Räuber und bleibe so ganz ohne Einnahmen. Wird tatsächlich Beute gemacht, muss diese unter den Kumpanen aufgeteilt werden, was den eigenen Gewinn beträchtlich schmälert. Denn, so die Studie, eine zahlenmäßig starke Diebesbande ergaunere zwar auch mehr Geld, verfüge aber letztlich über einen niedrigeren Pro-Kopf-Gewinn.
Kalkuliertes Risiko der Banken
Als besonders effektiv zum Schutz der Banken haben sich den Untersuchungen zufolge Sicherheitsscheiben erwiesen, die vom Schalterpersonal im Falle eines Überfalls schnell geschlossen werden könnten. Allerdings kämen diese gläsernen Barrieren in Großbritannien nur in rund jeder achten Bank zum Einsatz, was mit den hohen Kosten der Installation begründet wird. In den USA sei die Quote sogar noch einmal deutlich geringer, auch die durchschnittliche Beute liegt hier im Vergleich zu Großbritannien viel niedriger. Zieht man die Gefahren für das Bankpersonal nicht mit in Betracht, lohnen kostenintensive Schutzvorkehrungen für die Geldhäuser also kaum. Anders gesagt, es ist immer noch günstiger, die Verluste durch Raubzüge einzukalkulieren als die Kosten für deren Verhinderung.
Heikle Räuberpistolen
Wenn man dem etwas absurden Gedanken folgt, Bankraub als Lebensunterhalt zu betreiben, so könnte für diesen "Beruf" mit sachlichen Argumenten wohl kaum jemanden gewonnen werden. Das Risiko auf Dauer erwischt zu werden ist extrem hoch und die Strafen sind hart. In Deutschland stieg die Aufklärungsquote für Banküberfälle im letzten Jahrzehnt von rund 60 auf mehr als 70 Prozent. Wer erwischt wird, dem droht schon beim ersten Mal mindestens ein Jahr Freiheitsentzug. Bringen die Täter als Drohkulisse Waffen zum Einsatz, so steigt das Mindeststrafmaß von einem auf satte fünf Jahre. Selbst wenn die britische Studie belegt, dass Waffen die Chance auf Beute grundsätzlich erhöhen können, steht das zum Risiko für die Räuber dennoch in einem schlechten Verhältnis.
Bankräuber, eine aussterbende Zunft?
Ein entscheidender Unterschied zu den Zeiten von Bonnie und Clyde liegt ganz bestimmt in der Allgegenwart von Kameras, die sich mit dem Räuberdasein schlecht verträgt. Denn wer heute nach einem Bankraub mit seiner Beute entkommt, hat noch nicht wirklich viel gewonnen. Selbst wenn eine Maskierung die Bilder der Überwachungskameras in der Bank selbst nutzlos erscheinen ließ, können die Fluchtwege des Räubers doch oft mit den elektronischen Augen auf öffentlichen Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln nachvollzogen werden. Hier übertreiben selbst die Filme der Traumfabrik nicht: Die Realität ist gut überwacht. Vielleicht ist die Zahl der begangenen Banküberfälle auch deshalb seit Jahren rückläufig. Der Bankräuber mit Strumpfmaske und Pistole ist eine aussterbende Spezies. Bewaffnet mit Laptop und Programmierkenntnissen kann die Zukunft online allerdings ganz anders aussehen.
34 Meinungen zu "Traumberuf Bankräuber? "
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Patrick197600
Mittwoch, 27.03.2013, 14:44 Uhr "Traumberuf" Bankräuber???Hahaha!!Auf was für "originelle" Überschriften man bei so manchen Themen kommt... Traumberuf in der heutigen Zeit:Politiker bzw.Politikerin!!! Als "Volksvertreter",kann man lügen,dass sich die Balken biegen und das Volk bis zum geht nicht mehr abzocken!!! -
werner1944
Donnerstag, 30.08.2012, 13:22 Uhr Die Frage muß heißen, wer ist hier der Räuber, der Bankräuber oder die Banker. -
denkmalsmart
Donnerstag, 30.08.2012, 13:05 Uhr Bankraub, im klassischen Sinne des Wortes, hat sich im Vergleich der Beuten der "Bankräuber" auf der anderen Seite des "Tresens" noch nie gelohnt. Während die einen nicht nur ihren Ruf und ihre Freiheit, sondern sogar ihr Leben riskieren, da der Schutz des Eigentums der Wohlbabendsten schon immer über dem Schutz von Menschenleben stand und steht, können die anderen ihre Raubzüge bequem durch die Manipulation von Politik und Rechtsprechung legalisieren, ja sogar von der Exekutieven beschützen lassen. -
pesak
Freitag, 24.08.2012, 15:27 Uhr wieder eine unsinnige studie, die niemanden wirklich hilft, ausser vielleicht angehenden kriminellen bei der auswahl ihrer laufbahn. -
klinks
Freitag, 24.08.2012, 15:26 Uhr Ich gönne den Bankräubern ihr Geld, denn dann wandert die Staatsknete wenigstens nicht auf Konten in irgendwelchen Steuerparadiesen, sondern bleibt im Wirtschaftskreislauf und steht der Realwirtschaft per Konsum des Räubers bald wieder zur Verfügung. Wer ständig Milliarden an Euros braucht und sie von der Regierung, EZB auch noch bekommt, kann diese Verluste sicher verkraften. Ich empfinde das Verhalten vieler Banken samt ihrer Anleger viel asozialer als den Bankräuber selber bzw. stelle ich beide auf eine Stufe.
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