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01.06.2012, 10:04 Uhr

Ohne Groll im Job

Ihr Kollege ist Ihnen im Meeting über den Mund gefahren, er hat Sie vor Anderen der Lächerlichkeit preisgegeben oder Ihnen einen Termin nicht mitgeteilt ... jetzt sind Sie stocksauer. Doch wie soll es weitergehen? Ewiges Grollen macht Sie auf Dauer nicht glücklich! Es kann sogar Ihrer Arbeit schaden.

Von Anja Schreiber für GMX

"Wer Kollegen ihr Fehlverhalten nachträgt, der hat im Beruf ein Problem: Die Streithähne können sich im Job nämlich meist nicht aus dem Weg gehen", betont Kommunikationstrainerin Nandine Meyden aus Berlin. Deshalb ist es so wichtig, das Problem so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen. Dabei können Sie auf verschiedene Weise reagieren. Meyden: "Ein englisches Sprichwort bringt es auf den Punkt: 'Leave it, love it, change it or stay for ever unhappy'." Der Betroffene hat also die Möglichkeit, die Situation zu verlassen, sie zu akzeptieren, zu verändern oder in seinem Unglücklichsein zu verharren. Die Möglichkeit, die Situation einfach zu verlassen, indem der Betroffene seinen Job an den Nagel hängt, wird realistischerweise bei den allermeisten Arbeitnehmern nicht infrage kommen.

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"Natürlich können Sie sich auch den Rest Ihres Berufslebens über Ihren Kollegen aufregen. Das ist aber für einen erwachsenen Menschen keine kluge Haltung", betont Meyden. Sie warnt deshalb davor, unglücklich zu bleiben, sondern empfiehlt andere Lösungsvarianten.

So wäre es etwa sinnvoll, wenn der genervte Arbeitnehmer das Gespräch mit dem Kollegen sucht, der ihn gekränkt hat. "Wichtig ist dabei, dass Sie Ihrem Gesprächspartner Ich-Botschaften senden", so Meyden. Sagen Sie also nicht: "Sie waren so gemein", sondern erklären Sie Ihrem Gegenüber, warum Sie sich verletzt fühlen. Machen Sie deutlich, dass es Ihnen um eine Lösung des Problems geht und nicht darum, Ihren Gesprächspartner "herunterzuputzen". "Übrigens sollte niemand mit einem klärenden Gespräch warten, bis nur noch ein Tropfen fehlt, um das Fass zum Überlaufen zu bringen."

Schafft es ein Arbeitnehmer nicht, durch Gespräche die Situation zu verändern oder hat er Hemmungen, selbst das Problem anzusprechen, bleibt ihm die Möglichkeit, sich mit der Situation zu arrangieren. Dabei rät Meyden dem Gekränkten, seine Toleranzschwelle zu erhöhen: "Wenn Sie erkannt haben, dass hinter dem problematischen Verhalten Ihres Kollegen kein systematisches Mobbing steht, sollten Sie nicht zu nachtragend sein. Bedenken Sie doch mal, wo das hinführt." Schließlich kann so ein untergründiges Grollen die ganze Stimmung im Team vermiesen und auch die eigene Arbeitsleistung herabsetzen. Statt sich uneingeschränkt um die beruflichen Aufgaben zu kümmern, kreisen die Gedanken des Betroffenen nämlich oft um seine Kränkung. Eine Eskalation ist so vorprogrammiert.

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Auf der anderen Seite rät die Kommunikationsberaterin und Benimmtrainerin Meyden, sich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zu entschuldigen. "Wenn Sie merken, dass Sie in einer Präsentation Ihrem Mitstreiter die Show gestohlen haben oder wenn Sie einen Termin nicht rechtzeitig weitergegeben haben, sollten Sie sich dafür entschuldigen." Dabei kommt es durchaus auf die Schnelligkeit an: Wer sich erst Tage oder Wochen später entschuldigt, wird nicht die gleiche Wirkung erzielen wie der, der dies unverzüglich tut.

War der "Übeltäter" bereit, sich zu entschuldigen, so sollte der Betroffene das auch anerkennen. Übertriebene Ansprüche an die Form und Aufrichtigkeit sind hier fehl am Platz. "Akzeptieren Sie auch dann eine Entschuldigung, wenn sie Ihrer Meinung nach nicht aus tiefsten Herzen kommt", betont Meyden.

Trotz Bemühungen von allen Seiten wird es im Job immer wieder zu Reibereien und Ärgernissen kommen. Umso wichtiger ist Ihre grundsätzliche Einstellung den Menschen gegenüber, die Ihnen das Leben schwer machen. Deshalb rät Meyden: "Die Kunst des Lebens besteht darin, mit Menschen klarzukommen, die man sich nicht ausgesucht hat. Machen Sie also daraus das Beste!"

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28 Meinungen zu "Tipps für Streithähne im Job"

  • Tryyourbest
    Montag, 25.06.2012, 08:56 Uhr
    Altklug hat recht. Früher nannte man Mobbing Schikane. Gibt es also schon wahrscheinlich so lange wie es Menschen und Krieg gibt. Schon früher wurden Opfer durch Angriffe zum Schweigen gebracht, sei es durch Gewalt und heute in unserer zivilisierten Gesellschaft eher durch subtilere Techniken. Dazu wurde mir in etwa Folgendes gesagt: Unabhängig vom Verhalten der angegriffenen Person ist oft noch nicht einmal die angegriffene Person selbst gemeint, sondern der Angreifer und seine Mitläufer stehen meist selbst unter Leistungsdruck oder reagieren private Probleme ab. Das würden die Mobber natürlich nie zugeben und schieben die Schuld auf Ihr Opfer. Eigentlich sind sie die Mobber und ihre Mitläufer die armen Würstchen.
  • Altklug
    Sonntag, 24.06.2012, 11:40 Uhr
    Alter Wein in alten Schläuchen - einmal mehr ein Pseudo-Ratschlag-Artikel, der in dieser Allgemeinformulierung rein gar nicht brauchbar ist. Gegen "Mobbing" (das Wort wäre am besten gar nie erfunden worden) hilft in der Regel nur eins: mit gleichen Waffen "zurückschlagen". Vielleicht klappt's nicht heute und nicht morgen, aber die Zeit wird kommen, wo man dem Kollegen/der Kollegin eine Lektion zurückerteilen kann bzw. könnte. Und man staune - in der Regel ist so eine Person dann unmittelbar von ihrem Benehmen "geheilt". Dann noch ein Kurzratschlag an all die vermeindlichen "Mobbingopfer": wie man in den Wald schreit, tönt es zurück. Nicht selten bezeichnen sich Personen des "Mobbings", welche bei näherer Betrachtung einfach mal den Ton bzw. das Verhalten ändern sollten, vielleicht würden dann die Kollegen auch anders auf sie reagieren. Ende der Durchsage.
  • steifesKreuz
    Samstag, 23.06.2012, 13:02 Uhr
    Zur Beurteilung der Situation ist zu berücksichtigen : 1. Ist das Unternehmen auf die optimale Leistung jedes Mitarbeiters angewiesen oder 2. Geht diese aufgrund seiner Größe in der"Mischung"unter bzw. ist aufgrund von z.B.Konkurrenzlosigkeit (Behörde)jeder tragbar. Zu 1.: Hier sollte die eigene Kompetenz konsequent eingebracht werden.Wenn sie die des "Vorturners"gar übersteigt,sollte man dessen Widersprüche/Ablehnungen durch Aktennotiz festhalten und spätere Schuldzuweisungen(unter 4 Augen!)klarstellen.Das kostet viel Energie,läßt aber den Gegner auf Dauer erkennen,daß man letztendlich zu seinem Erfolg beiträgt und man nicht von Profilierungsgeilheit getragen ist.Total entwaffnend kann es sein,wenn man einen eigenen Fehler sofort - oder noch besser gleich nachdem man ihn gekonnt ausgemerzt hat - vorbringt.A u.O ist jedoch eigene Kompetenz - an der sollte man arbeiten!Andere Streithähne bleiben dann ohnehin auf der Strecke. Zu 2.: Hiergegen ist wenig Kraut gewachsen.Hilfreich sind die unter Ziff.1.genannten Verhaltensmaßnahmen allemal.Bei Attaken keine Beeinflussung zeigen,diese dokumentieren u.beim(mehrfachen) Tatbestand von Mopping disziplinarisch vorgehen, seine Persönlichkeit nicht antasten lassen, gegen Intrigen(z.B."wer mit wem.." etc) prozessuales Vorgehen ankündigen. Nicht zuletzt: Eine Rechtsschutzversicherung abschließen - ohne deshalb die Konfrontation zu suchen.
  • antares51
    Samstag, 23.06.2012, 12:16 Uhr
    Ich kann den beitrag von Tryyourbest nur bestätigen,da brauch man nichts hinzu zufügen!!
  • Tryyourbest
    Samstag, 23.06.2012, 11:53 Uhr
    Bei mir war die "unangenehme" Person die Chefin. Zunächst habe ich solche Dinge wie vor Kunden oder Kollegen erniedrigt zu werden, auch versucht zu schlucken, da mir meine Arbeit gut gefallen hat. Ich bin auch nicht der Typ der gleich eingeschnappt ist, wenn er mal was gesagt bekommt, aber der Ton macht bekanntlich die Musik. Dann wurde mir in einer Beratung empfohlen mir nichts mehr gefallen zu lassen, da man sich sonst zum Opfer macht. Das habe ich getan und dann waren plötzlich unerklärliche Fehler in meinen Arbeiten und da ich am PC nicht unbeholfen bin, habe ich festgestellt das Dinge an Tagen geändert wurden, an denen ich garnicht gearbeitet habe..... Daraufhin habe ich meine Chefin darauf angesprochen und sie meinte das Läge wohl an der Software. Meine Kollegen werden übrigens genauso behandelt und schimpfen auch hinter ihrem Rücken darüber, aber wenn sie dann da ist rutscht man auf der Schleimspur aus. Ich habe öfter mal einen von Ihnen in Schutz genommen bzw. habe stillschweigend Fehler ausgebessert um die Situation zu entschärfen, da ich mit Ihnen, bis auf eine Kollegin die nur schleimt und andere in die Pfanne haut (ist übrigens ihre Lieblingsmitarbeiterin) ein gutes Verhältnis habe. Früher hatte ich einen Job mit einen kompetenten Chef und konnte nach der Arbeit mit einem guten Gefühl nachhause, auch wenn mal nicht alles rund gelaufen ist. Aber solche Zustände wie die oben beschriebenen nimmt man mit nachhause und das macht einen Menschen krank. Deshalb habe ich in letzter Konsequenz gekündigt und meine Kollegen können sich garnicht erklären warum ;O) Deshalb fand ich diesen Artikel auch nur bedingt hilfreich. Auf unserer ganzen Gesellschaft haftet der "Schneller-Höher-Weiter-Druck" und jeder will von den Anderen als Erfolgsmensch gesehen werde. Das liebe Geld spielt ja da auch eine Rolle. Für Gerechtigkeit ist da kein Platz mehr. Die gleichen Berater die uns erzählen wollen wie man mit Mobbing umgeht, beraten auch oft die Chefs und Manager wie man aus seinen Mitarbeitern das meiste heraus holt oder wie man einen Mitarbeiter elegant vor die Tür setzt.
  • Petersen72
    Freitag, 01.06.2012, 14:28 Uhr
    Jaja WINGWAVER ist schlau...Deiner Einstellung nach sucht es sich also die Frau aus gemobbt zu werden, da der männliche Mobber seine anderen männlichen Kollegen nicht mobbt liegt es also an der Frau. Wie idiotisch dieser Spruch das zwei dazugehören. Den Spruch bringen dicke deustche Kinderschänder auch, den das Kind lässt es ja mit sich machen! Der Mobber mobbt bekanntlich eine Person, deswegen haben die anderen auch Ruhe!
  • SOLYMAR
    Freitag, 01.06.2012, 14:24 Uhr
    Den Artikel finde ich wenig hilfreich. Manchmal muß einfach etwas bissige Schlagfertigkeit her, wenn man die Anfänge eines Mobbings erkennt. Bei sich selbst erst einmal diagnostizieren: warum hat Herr oder Frau Sosoundso das gemacht?... und genau das kann man schlicht und einfach denjenigen einmal fragen. Dann sanft aber deutlich demjenigen klar machen, daß es das erste und letzte Mal war, daß Sie das so hingenommen haben. Dabei immer überbetont freundlich sein, weil das den "Gegner" immer am meisten verunsichert.
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