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25.03.2013, 10:57 Uhr

Nehmen Sie es leicht!

Sie sind total genervt? Sie könnten aus der Haut fahren? Vielleicht haben Sie ja gute Gründe, sich im Job zu ärgern.

VonAnja Schreiber für GMX

Doch nicht in jedem Fall ist das Ereignis wirklich so schlimm, dass es sich dafür lohnt, viel Energie in den Groll zu stecken. Denn am Ende leiden hauptsächlich Ihre Nerven! Deshalb rät der Stuttgarter Werner Schienle, Gründer und Geschäftsführer von CCC Creative Communication Consult, nicht jede kleine Verärgerung zum Konflikt werden zu lassen und manches leichter zu nehmen.

"Meist ärgern sich Menschen dann, wenn sie nicht fair behandelt wurden oder wenn ihnen kein Respekt und keine Wertschätzung entgegengebracht wird", betont Schienle. Doch nicht hinter jeder kleinen Missachtung steckt gleich ein böser Wille oder gar systematisches Mobbing. Deshalb empfiehlt der Mediator und Konfliktberater die Umstände genau zu betrachten: "Wenn hinter dem Fehlverhalten Ihres Kollegen kein Muster erkennbar ist, sollten Sie nicht alles gleich so ernst nehmen." Vielleicht ist der Büronachbar unabsichtlich in ein "Fettnäpfchen" getreten. In diesem Fall macht es wenig Sinn, sich lange zu ärgern. Besser ist es, darüber hinwegzusehen.

Viele Menschen beziehen das Verhalten anderer immer gleich auf sich. Wenn der Kollege am Frühstückstisch einen handfesten Streit mit seiner Partnerin hatte oder die Bürokollegin schon am frühen Morgen geblitzt wurde, werden sie wahrscheinlich unfreundlich oder gar gereizt ins Büro kommen. Wer jetzt so etwas als persönlichen Affront interpretiert, liegt total falsch. Schienles Tipp: "Interpretieren Sie die Äußerungen und Verhaltensweisen anderer Menschen zuerst als ein Art Selbstaussage. Denn in der Regel wollen Menschen mit gereizten Kommentaren und genervten Blicken lediglich mitteilen, dass es ihnen schlecht geht." Wer also nicht alles gleich auf sich bezieht, liegt meistens richtig und schont seine Nerven.

Nach einer Weile am gleichen Arbeitsplatz kennen Mitarbeiter ihre Kollegen und Chefs. Sie wissen, wer ein Hitzkopf ist und wer sich öfters im Ton vergreift. Auch in diesem Fall rät Schienle, sich nicht ständig über die negativen Angewohnheiten seiner Mitmenschen zu echauffieren. Ändern kann man es sowieso nicht und vieles ist zumindest voraussehbar.

Eine ordentliche Portion Gelassenheit hilft auch noch in einer ganz anderen Situation: "Wenn jemand völlig aus der Rolle fällt und zum Beispiel herumschreit, sollte seine Umgebung das keinesfalls auf sich beziehen", erklärt der Konfliktmanagement-Experte. In solchen Momenten helfen auch Gegenangriffe oder gute Argumente nichts. Sein Tipp: "Schaffen Sie sich eine innere Distanz. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, in einem Neopren-Anzug zu stecken, an dem alles abperlt."

Es gibt viele gute Gründe, warum Berufstätige nicht jedes Problem oder jede Disharmonie im Job überbewerten sollten. Der wichtigste Grund ist sicher die Selbstfürsorge: "Wer sich in vermeintlichen Konflikten aufreibt, hat weniger Energie und wird ineffektiver arbeiten." Außerdem steigt die eigene Unzufriedenheit.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sich Mitarbeiter nicht wehren sollten: "Es ist wichtig, Stoppsignale zu setzen und auf die Attacken Anderer zu reagieren", betont Schienle. Doch auch in diesem Fall ist eine gewisse innere Gelassenheit ratsam. Denn wer emotional nicht so beteiligt ist, kann Kritik am anderen besser rüberbringen. Schienle rät: "Fragen Sie sich immer mal wieder, ob Sie sich an den Problemfall wohl noch in ein oder fünf Jahren erinnern werden. Ist das  nicht der Fall, hat er vermutlich auch keine große Bedeutung und die ganze Aufregung lohnt sich nicht!"

Alle News vom: 25. März 2013 Zur Übersicht: Beruf

15 Meinungen zu "Probier's mal mit Gelassenheit"

  • maho76
    Montag, 29.10.2012, 16:05 Uhr
    gelassenheit ist alles. hilft nicht bei extremen kollegen die wirklich auf streit aus sind (gibts ab und an, aber eher selten, da hilft dann nur der gang zum chef), meist ist es aber "doch nur weil die leute zu dumm sind um cool zu bleiben", thema: selbstkontrolle nur mit selbstreflektion... geht halt nur mit ein bisschen grips der vielen leuten komplett fehlt. drückt man so jemandem diesen spruch wird meistens angefangen drüber nachzudenken, und schon ist ruhe im karton. ebenso hilft der spruch: "ja, ich bin gerne im zoo und schaue zu wie die affen mit ihrer kacke um sich werfen." da ist dann auch ganz schnell ruhe, denn der vergleich stört dann doch die meisten. auch das "ja, bist ein großer starker hund. haste fein gemacht mir ans bein zu pinkeln, reviermarkierer." soll wunder wirken. ;)
  • ladymao
    Montag, 29.10.2012, 14:55 Uhr
    das bild, was man da für den artikel ausgesucht hat, ist klasse xD ich habe noch nie kollegen "so" heftig streiten sehen lol
  • Swenjo
    Freitag, 22.06.2012, 12:38 Uhr
    discha66 Tut mir leid für dich, dass du den Sinn nicht zu verstehen vermagst. Dein Beitrag dagegen spiegelt deinen Verstand wieder.
  • Puppa1
    Donnerstag, 21.06.2012, 14:46 Uhr
    Herr Schiele: schon einmal mit normalen Kollegen gearbeitet? Irgendwann gehen die Nerven durch! Wenn Sie ständig mit Menschen aufeinanderhocken, die richtig vulgär werden und Ihnen zumindest häufig verbal drohen, dann drehen Sie irgendwann durch! Da ist dann nix mehr mit Gelassenheit! Vielleicht kennen Sie ja ein Unternehmen, wo immer Frieden, Freude und Eierkuchen herrscht! Sie können mir die Daten ja zuschicken, dann werde ich mich mit Begeisterung dort bewerben! Sind Sie denn wirklich so naiv??????
  • paps
    Donnerstag, 21.06.2012, 14:45 Uhr
    "Bloßstellung, aber auch, wenn Fehler nicht eingestanden werden"... probier das besser nicht bei deinem Chef, das könnte der Anfang vom Ende der Zusammenarbeit sein.
  • discha66
    Donnerstag, 21.06.2012, 14:37 Uhr
    genau swenjo: kacke hoch 3. genau wie dein sinnfreier beitrag!
  • Swenjo
    Donnerstag, 21.06.2012, 14:03 Uhr
    Nach dem geistigen Dünnschiss, der hier zu lesen ist, müsste CCC für "Kacke hoch 3 stehen".
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