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22.03.2012, 13:29 Uhr

Mit bester Empfehlung vom "Geliebten Führer"

(lug/cze) - In einem Vorort von Amsterdam haben zwei Niederländer das erste nordkoreanische Restaurant in Europa eröffnet. Die Atmosphäre ist garantiert authentisch: Schließlich wurden die Köche und Bedienungen des "Pjöngjang" von der Regierung Nordkoreas entsandt.

Über kaum ein Land der Erde ist weniger bekannt als über Nordkorea. Der Niederländer Remco van Daal wollte das ändern: "Über Nordkorea kann man denken, was man möchte - wir wollen den Gästen nur helfen, das Land und seine Leute zu entdecken", erklärt der Niederländer gegenüber "sueddeutsche.de".

So begegnet man im "Pjöngjang" dann auch nordkoreanischem Personal, das mit Küchenutensilien, Bildern und Büchern aus der Heimat im Gepäck angereist kam, um eine authentische Atmosphäre zu schaffen. Serviert wird nordkoreanische Küche, die "gar nicht so viel anders als südkoreanisches Essen" ist, so der Restaurantbetreiber gegenüber der SZ.

Rülpsen, Rauchen, Anfassen: Die skurrilsten Tischsitten der Welt. >

Vergeblich sucht man auf der Speisekarte allerdings den Hamburger. Glaubt man nordkoreanischen Medien, so ist der nämlich eigentlich eine Spezialität des asiatischen Landes, die einst vom verstorbenen Diktator Kim Jong Il erfunden wurde.

Der "Geliebte Führer" muss übrigens generell ein ziemliches Multitalent gewesen sein. Unter anderem sollen ihm bei der ersten Runde Golf, die er jemals spielte, elf Hole-in-ones (also das Versenken des Balles mit nur einem einzigen Schlag) gelungen sein. Das macht ihn ganz nebenbei auch zum besten Golfer aller Zeiten. Belegt ist das leider ebenso wenig wie die steile Hamburger-These und die Behauptung Van Daals, Sushi stamme ursprünglich ebenfalls aus Nordkorea. Ist ja aber auch egal, denn Seemannsgarn hat noch niemandem den Appetit verdorben - und zum Essen ist man schließlich im "Pjöngjang".

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21 Meinungen zu "Europas erster Nordkoreaner"

  • tiefdenker3198
    Mittwoch, 11.07.2012, 08:09 Uhr
    So etwas ist abscheulich und menschenverachtend angesichts von Hungernden und Sterbenden in Nordkorea, sowie beispielsweise Christen und Flüchtlingen in Straflagern.
  • The1337one
    Freitag, 30.03.2012, 16:19 Uhr
    Wieso hat China Nordkorea eigentlich nicht annektiert? Haben die doch sonst ziemlich gerne gemacht und das liegt ja eigentlich auch gleich um die Ecke. Aber wenn man mal wieder ernst überlegt ist es eigentlich traurig, Südkorea ist ein fortschrittliches Land, welches im Übrigen auch die schnellsten privaten Internetanbindungen der Welt besitzt, da wikt Nordkorea wie ein Fossil aus Ost-West Zeiten.
  • Manda07
    Freitag, 30.03.2012, 15:50 Uhr
    ...Irgendwie macht mir das ein komisches Gefühl in der Magengegend. Das nordkoreanische Volk verhungert, aber ein Restaurant in anderen Ländern können sie eröffnen. : / Naja vielleicht ist das ein Schritt in die bessere Richtung...
  • gerd
    Samstag, 24.03.2012, 11:38 Uhr
    Wenn man typischer Weise eine Schüssel Reis bekäme egal was man bestellt hat, wäre das in weiten Teilen Nordkoreas ein Fortschritt. Der Westler (so es einen gibt!) kann vielleicht das was auf der Speisekarte bestellen und bekommt es auch, der Nordkoreaner hat a) kein Geld um in ein Lokal mit Karte zu gehen und b) bekommt er wahrscheinlich das was er auch zu Hause hat: Nichts oder verzweifelt wenig. Raketen bauen können und Atomwaffen haben, aber die Bevölkerung verhungern lassen. Ein bisschen vom Problem ablenken, anderen mit Kriegen drohen und das dann als Erfolg und den Grund für Misswirtschaft verkaufen. Gemessen am Grossteil der nordkoreanischen Bevölkerung dürfte es in der Kneipe vermutlich Kohlsuppe geben. Wahlweise mit oder ohne Kohl und in jedem zehnten Teller ein einzelnes, aber üppiges Reiskorn. Der einzige Vorteil des eingeflogenen Kochs ist wahrscheinlich, dass er zu Hause nicht versorgt werden muss.
  • Regeny
    Freitag, 23.03.2012, 10:05 Uhr
    Oh wei. Die zweite Hälfte des Artikels besteht nur aus Andere-Kulturen-Bashing gegen Nordkorea und hat rein garnichts mit dem eigentlichen Thema zu tun: ein koreanisches Restaurant in Amsterdam.
  • darkcherry
    Freitag, 23.03.2012, 08:50 Uhr
    Gibts da auch das Essen der nordkoreanischen Durchschnittsbevölkerung? Also eine 5-stündige Rede des großen Führers und nix auf dem Teller?????
  • clairvoyant
    Donnerstag, 22.03.2012, 17:58 Uhr
    Hauptsache es schmeckt. Restaurant ist Restaurant. In München gibts auch ein persisches Restaurant, afghanische, israelische und andere "Exoten" mit schadhaftem Image.
Was der Kühlschrank hergibt...

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