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28.06.2012, 15:29 Uhr

Trend Bubble Tea: Milch, Tee und Gelee

Berlin (dpa) - Ohne extrabreiten Strohhalm sind Bubble-Tea-Trinker verloren. Nur wer kräftig saugt, bei dem macht es plopp - und einem Milchteeschwall ergießt sich eine erbsengroße Geleekugel samt Sirupinhalt in den Mund. Der Geschmack ist süß und exotisch.

Bei deutschen Jugendlichen liegt Bubble Tea zurzeit schwer im Trend. Seit zwei Jahren erobert das Kaltgetränk die Republik. Zunächst nur in Berlin, gibt es Bubble Tea mittlerweile auch in Städten wie Herne, Cottbus und Heilbronn. Seit kurzem verkaufen das Getränk auch die 850 Filialen von McCafé, einer Sparte von McDonald's. Damit hat Bubble Tea endgültig die Provinz erreicht.

Bubble Tea ist ein buntes, süßes und kaltes Mixgetränk aus Tee, Milch und Fruchtsirup. Das Charakteristikum sind feste Geleestückchen aus Maniokstärke, die im Ganzen durch den Strohhalm in den Mund sausen. "Jugendliche finden das einfach cool" sagt der Taiwaner Chitai. Der 22-Jährige verkauft das Getränk aus seiner Heimat im Berliner Szene-Stadtteil Kreuzberg. "Das ist hier gelebte Jugendkultur. Jeder will da dazugehören." Nur Ältere lassen sich selten in Chitais Laden blicken. "Die kommen höchstens in Begleitung ihrer Kinder oder Enkel."

Erwachsene freunden sich nur selten mit dem süßen, aromatisierten Kaltgetränk und seiner glibberigen Konsistenz an. Ärzte, Verbraucherschützer und Krankenkassen warnen sogar vor Bubble Tea: An den Kugeln im Tee könnten Kleinkinder ersticken. Außerdem enthalte es zu viele Farb- und Aromastoffe und sei sehr kalorienreich. Der Drink enthält nach Angaben der nordrhein-westfälischen Verbraucherschützer in Düsseldorf sehr viel Zucker, so dass ein kleiner Becher (300 Milliliter) auf 300 bis 500 Kilokalorien kommen kann. Das ist bis zu dreimal so viel wie bei Cola. So steht das Lieblingsgetränk der Kinder in krassem Gegensatz zum modernen Öko- und Gesundheits-Lifestyle vieler Eltern.

Für den Trendforscher Peter Wippermann macht gerade diese Differenz den Erfolg von Bubble Tea aus. "Die betonte Verspieltheit und Kindlichkeit sind Selbstverwöhnung für die Jugendlichen. Sie haben endlich wieder einen Ort, an dem sich kein Erwachsener blicken lässt", sagt er. Das verleihe Bubble Tea eine Art mythische Kraft.

Den Versuch von McCafé, Bubble Tea aus der Nische der reinen Jugendszene herauszuholen, sieht Wippermann skeptisch. "Bubble Tea in die Erwachsenenkultur zu bringen, ist eine Zeitbombe." Wird Bubble Tea auch bei der breiten Masse populär, könnte das wichtigste Kaufargument für Jugendliche wegfallen: Die Abgrenzung zu den Eltern.

Bubble Tea

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McDonald's-Unternehmenssprecher Nicolas von Sobbe ist trotzdem zuversichtlich. "Die Geschäfte laufen bereits gut", sagt er. Bubble Tea sei das ideale Getränk für die Deutschen. Sie liebten es, ihren Bubble Tea selbst zu gestalten. Bei McCafé etwa kann man so aus 250 verschiedenen Kombinationen wählen. "Deshalb sehe ich Potenzial, dass Bubble Tea in Deutschland immer populärer wird", sagt von Sobbe. McCafé erhofft sich besonders dort gute Geschäfte, wo es das Getränk bislang nicht gab: in den vielen deutschen Klein- und Mittelstädten.

Trendforscher Wippermann zweifelt dennoch daran, dass Bubble Tea den Status von Latte macchiato oder Milchshakes erreichen wird. Er glaubt, dass er wieder aus den McCafés verschwinden wird. "Bubble Tea wird uns nur als Nischengetränk erhalten bleiben". Zunächst aber rollt die Welle ungebremst über das Land. Wippermann prophezeit: "Bubble Tea wird deutschlandweit das Sommergetränk 2012."

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