Kritik an "Todeswette": Deutsche Bank bietet Ausstieg an
Das Produkt ist eine Art Wette auf die Restlebensdauer von etwa 500 Menschen: Sterben die sogenannten Referenzpersonen früher als erwartet, erhöht sich die Rendite für die Investoren. "Die Anleger werden in Kürze ein schriftliches Rückkaufangebot erhalten.
Damit können sie ihr investiertes Kapital unter Abzug zwischenzeitlich erhaltener Zahlungen zurück erhalten", teilte die Deutsche Bank in Frankfurt mit. Damit reagiere die Bank auf die "öffentliche Diskussion um die Berechtigung des Produkts".
Der "Spiegel" hatte Anfang Februar über Kritik des Bankenverbandes an der "Todeswette" berichtet. "Dies ist mit unserer Wertordnung, insbesondere der in ihrem Mittelpunkt stehenden Unantastbarkeit der menschlichen Würde, kaum in Einklang zu bringen", zitierte das Magazin die Ombudsstelle des Bankenverbands.
Der Fonds wurde nach Angaben der Bank 2007 aufgelegt. Etwa 10.000 Anleger, hauptsächlich aus Deutschland, investierten rund 200 Millionen Euro. Die Referenzgruppe bestehe aus US-Bürgern, die sich freiwillig gemeldet und dafür eine Entschädigung erhalten hätten.
64 Meinungen zu "Ausstieg aus der "Todeswette""
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demokrat22
Donnerstag, 23.02.2012, 16:21 Uhr @ketzter666 Danke für diese Darstellung, das ist Wahrheit und Klarheit in perfekter Art und Weise! Bleibt nur offen ob die verkappten Monopoly-Spieler in diesem Forum den Zusammenhang begreifen wollen/können. Sonst hätten Sie Perlen vor die Säue geworfen. -
nOnASE
Donnerstag, 23.02.2012, 15:59 Uhr OK der Unterschied ist, dass die Personen, auf dessen Sterbedatum gewettet wird, gewissermaßen 'mitwetten'. In diesem Fall waren die 500 Personen wohl nicht beteilligt ... Ansonsten ist der Anteil des Lebensversicherungsunternehmens nicht so schrecklich unterschiedlich von dieser Wette .... -
Ketzer666
Donnerstag, 23.02.2012, 13:47 Uhr @nOnASE auf Seite 9 sagst du: "ede Lebensversicherung basiert auf dem Prinzip ´Todeswette´ ... ist das nun auch makaber ???" Dies ist nicht zutreffend, denn bei einer (personengebundenen) LV geht es um einen Versicherungsnehmer, der durch seine Unterschrift einen rechtsgültigen Vertrag eingeht. Der Versicherungsnehmer kann natürlich auch vor dem eigentlichen Zieldatum versterben, allerdings ist dann nicht die Versicherung der Nutznießer, sondern die Erben oder Begünstigten. Und prinzipiell geht es bei einer LV ja meistens darum etwaige persönliche Todesrisiken finanziell aufzufangen. So werden bei den meisten LV's ja auch ein oder mehrere Begünstigte eingesetzt. Im Falle der Deutschen Bank handelt es sich aber um einen Deal in den 500 Menschen involviert sind und man schließt also eine Wette darüber ab, ob diese Menschen am Stichtag noch leben oder nicht. Das wiederum ist ethisch und moralisch doch als grenzwertig oder pervers zu bezeichnen, dient hier das Investment nicht der Absicherung sondern nur der Befriedigung der Gewinnsucht, insbesondere der DB. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Keine Grüße. Keine Gnade. Kein Respekt. Ketzer -
nOnASE
Donnerstag, 23.02.2012, 12:24 Uhr Jede Lebensversicherung basiert auf dem Prinzip 'Todeswette' ... ist das nun auch makaber ??? -
1859
Donnerstag, 23.02.2012, 11:48 Uhr @demokrat22 Da würden sie auf die falsche Idee kommen, ich bin kein Bestandteil dieser Wettbüros! Weder der staatlichen noch der privaten. Des Weiteren habe ich auch nix verteufelt als Atheist glaube ich weder an Gott noch an einen Teufel. ;-) Ich habe lediglich darauf hingewiesen das unsere gesetzlichen Versicherungen nach haargenau den gleichen Prinzip funktionieren, welches hier von den meisten als unmoralisch angeprangert wird. Ebenso habe ich mit keinem Wort für die Abschaffung dieser Wetten plädiert oder in irgendwelcher Form mit deren Finanzierungsschwierigkeiten argumentiert. Sie können mich für meine Worte aber bitte nicht für ihre Interpretation meiner Worte verantwortlich machen. Das sind zwei verschiedene Dinge! (Vernünftig denkende Menschen denken in Grenzbegriffen!) Ihrem letzten Satz dagegen kann ich mich voll und ganz anschließen man sollte allerdings nicht nur fragen wer profitiert davon sondern auch: wie funktioniert das ganze! -
vorherundnachher
Donnerstag, 23.02.2012, 11:33 Uhr Hat doch wirklich jemand der Deutschen Bank die alte Indianerweisheit übermittelt : Wenn auch Du merkst , Du reitest auf einem toten Pferd, so steige halt ab , bevor Du auch gestorben bist . -
demokrat22
Donnerstag, 23.02.2012, 10:57 Uhr @1859 Wenn man Ihren Beitrag liest könnte man auf die Idee kommen Sie sind Bestandteil des "Wettbüros". Halten Sie etwa das verteufeln der gestzlichen Verischerung für zielführend? Ich bin der letzte der in Abrede stellt das ein System das über hundert Jahre funktioniert hat keinen "Anpassungsbedarf" hat. Aber eben Anpassung und nicht Abschaffung! Der gößte Teil der Finanzierungsprobleme hat doch politische Ursachen. Man braucht sich nur mal die Mühe zu machen die sogenannte Riester-Rente recherchieren. Da ist z.B. eine TV-Sendung bei PHOENIX, die vor einiger Zeit lief und sicher noch öfter wiederholt wird, äußerst hilfreich. Und im übrigen gilt die alte Weisheit: das Gegenteil von etwas angeblich Schlechtem ist nicht automatisch etwas Gutes! Auch die Frage wer sind die Nutznieser einer Sache darf doch unvoreingenommen gestellt werden.
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