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15.06.2012, 10:37 Uhr

Schlanke Häuser

Es war vor allem die Last der Hypotheken und laufenden Kosten für sein Einfamilienhaus in Kalifornien, die den Amerikaner Jay Shafer zum Umdenken brachte. Er trennte sich von allem, was er nicht zum Leben brauchte - und erfand ein kleines Raumwunder.

Küche, Bad, ein Wohn- und Schlafzimmer: Das alles findet in Shafers "Tiny House" auf nur 25 Quadratmetern Platz. Und das Mini-Haus hat Räder - die ermöglichen es, seine eigenen vier Wände an den unterschiedlichsten Orten aufzustellen. Andere Häuser sind vielleicht nicht ganz so klein wie seins, aber im Trend sind beide.

Mittlerweile baut der 46-jährige Shafer seine Kleinst-Eigenheime in Serie und vertreibt sie über seine eigens dafür gegründete Firma, die "Tumble Weed Tiny House Company". Finanzielle, aber auch emotionale Freiheit - das ist der Grundstein für den Erfolg des Unternehmens. Maßgeschneidert für jeden Wunsch und jedes Budget erfreuen sich die Mini-Häuser, die außer finanziellen Sorgen alles bieten, wachsender Beliebtheit. "Das Geschäft boomt", sagt Shafer. Seit der Immobilienkrise würden jährlich 50 Häuser verkauft - statt zuvor zehn. Die Idee, sich auf das Wesentliche zu beschränken, sei sehr populär geworden.

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Mikrohäuser erfreuen sich wachsender Beliebtheit

40.000 Dollar, umgerechnet rund 30.000 Euro, muss man für ein solches Mini-Eigenheim auf den Tisch legen. Vielleicht ist es nur der finanzielle Aspekt, vielleicht sind es aber auch die kindlichen Urinstinkte, kleine, enge Räume wie etwa ein Baumhaus mit Gemütlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit gleichzusetzen. Denn nicht nur in den USA, wo in der Immobilienkrise viele Menschen ihre großen Einfamilienhäuser verkaufen mussten, sondern auch in Europa erfreuen sich Mikrohäuser wachsender Beliebtheit. Ein solches konzipiert hat auch der Österreicher Sascha Haas, der quaderförmige, flexible Kleinbauten über seine Internetseite Mikrohaus.com vertreibt. Ziel sei es gewesen, ein mobiles Niedrigenergiehaus zu schaffen. "Mobil bedeutet, dass das Haus zu vernünftigen Kosten transportabel sein muss", erklärt der Erfinder. Das modulare System und die Tatsache, dass das Haus kein Fundament braucht, machen es besonders flexibel. Das schlüsselfertige Mikrohaus ist ab einem Preis von 36.660 Euro zu haben. Dafür gibt es neben 26 Quadratmetern Wohnfläche auch eine schicke Dachterrasse mit 30 Quadratmetern Grundfläche.

Niedrigenergiehaus

Haas hat gleich mehrere Zielgruppen für diese Wohnform ausgemacht. Da wären zum Einen die Umweltbewussten: Als Niedrigenergiehaus konzipiert ist das Mikrohaus sehr sparsam und emissionsarm. Da es zudem kein Fundament benötigt, wird der Boden des Grundstücks nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen - trotzdem ist aber Wohnen im Grünen möglich. Eine weitere Zielgruppe sind Alleinstehende. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes macht der Anteil an Ein-Personen-Haushalten hierzulande bereits knapp 40 Prozent aus. In Metropolen wie Berlin oder Hamburg ist sogar schon jeder zweite Haushalt ein Single-Haushalt, heißt es beim Onlineportal Immowelt. Und die Tendenz ist weiter steigend. Da aber auch Alleinstehende die Unabhängigkeit eines eigenen Daches über dem Kopf durchaus zu schätzen wissen, reagieren Architekten und Bauplanungsgesellschaften mit neuen Angeboten.

Ideal auch für Alleinstehende

Für Alleinstehende sind Mikrohäuser prädestiniert. Ihr großer Vorteil: Durch die standardisierte Bauweise lassen sich auch zwei oder mehr dieser Mikrohäuser miteinander verbinden. Will ein Partner mit einziehen oder kündigt sich Nachwuchs an, kann man einfach ein zweites oder drittes Kleinsthaus anbauen. Auch für Menschen, die nach Trennungen beziehungsweise Scheidungen eigene vier Wände suchen, sind die Mikrohäuser eine kostengünstige Möglichkeit. Zudem wollten viele ältere Menschen, deren Kinder bereits aus dem Haus sind, nicht mehr so viel Geld für Wohnraum binden und mehr für andere Dinge ausgeben - etwa für Reisen. Auch für Senioren, die auf barrierefreie Wohnungen angewiesen sind, sind Mikrohäuser eine Alternative. In dieser Altersgruppe sei ein starkes Interesse vorhanden, berichtet Haas und bringt eine weitere Möglichkeit ins Spiel: Wer ein eigenes Grundstück besitzt, kann den Eltern mit dem Mikrohaus die Möglichkeit bieten, ganz nahe und trotzdem in eigenen, barrierefreien vier Wänden zu wohnen. So wird das Mehrgenerationenwohnen zwar nicht unter einem Dach, aber auf demselben Land Wirklichkeit.

© Axel Springer AG

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8 Meinungen zu "Mobile Mini-Häuser boomen"

  • dashelferle
    Dienstag, 19.06.2012, 11:06 Uhr
    in deutschland wird man sich in 10 jahren eh keine anderen häuser mehr leisten können!! klasse idee!!
  • Sweetamourboy
    Sonntag, 17.06.2012, 15:06 Uhr
    gut für die politiker.spart zeit und geld und überflüssigen schnick schnackl
  • DarkCars
    Sonntag, 17.06.2012, 13:57 Uhr
    Sehr intressant... wäre doch mal ne tolle Sache als Dienstwohnung für unsere Volksvertreter... Günstig... als Alarmanlage reicht ein Hund Sparsam... die Überwachung recht einfach.. ein, zwei Spezialagenten reichen Richtig klasse, da mobiel.... richtig aufgestellt kann der Bundestag aum Stellplatz stattfinden... Aber mal Spass beiseite, es ist schon traurig, daß man sich bald nur noch so ein "Wohnmobil" als echte Behausung leisten kann
  • Lilith666
    Sonntag, 17.06.2012, 09:30 Uhr
    ich hätte gern mehr Bilder bei dem Artikel! (klar, ich kann das jetzt googeln, aber...) Irgendwie werden in dem Artikel auch 2 unterschiedliche Systeme vorgestellt... zum einen das redesignte Mobilheim (das man fix fertig quasi als Anhänger transportiert) und zum anderen ein Modulsystem (das man zerlegt und dann transportiert) Beides nix neues, aber beide Themen geben im Grunde viel her. und zur "Schneckenhaustheorie": (irgendwie mag ich das ja...) Wenn auch nicht ganz realistisch, finde ich die Idee des koppelbaren Hauses sehr interessant - in jungen Jahren kauft man sich 30m², wenn man mit seinem Partner zusammenzieht, bedeutet das, er pickt seine 30m² dran. Trennt man sich, packt er sein Haus und geht - bekommt man Nachwuchs, kauft man dem auch gleich seine eigenen 30 m². Ist natürlich kein real durchspielbares Szenario...
  • Eiswind
    Samstag, 16.06.2012, 13:44 Uhr
    *OMG* welch neue erfindung... sowas nennt man wohnheim und existiert schon seit jahrzehnten.....
  • Flaschenteufel
    Samstag, 16.06.2012, 13:18 Uhr
    Klasse, endlich gibts dann auch bei uns bald Trailerparks für die immer größer werdenden Massen von Lohnsklaven und Einkommenslosen. Das wurd aber auch mal Zeit!
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