Reparieren oder entsorgen - Wenn Elektrogeräte schlappmachen
Waschmaschine und Kühlschrank, Fön und Küchenmaschine: In der Regel sind Elektrogeräte über viele Jahre treue Begleiter. Sie haben eine durchschnittliche Erstnutzungsdauer von weit über zehn Jahren, Kleingeräte etwas weniger, so die Statistiken der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Machen diese aber früher schlapp, lohnt sich vielleicht eine Reparatur.
Der erste Blick gilt der Gebrauchsanweisung. "Dort sind die häufigsten Probleme und mögliche Ursachen erläutert, sowie einfache Maßnahmen zur Problembehebung genannt", sagt Ulrike Birmoser vom Verbraucherservice Bayern in Augsburg. Manchmal ist ein scheinbarer Defekt nutzungsbedingt und vorübergehend. Wenn etwa der Fön ausfällt, kann es sein, dass er überhitzt ist - weil er zu lange oder zu nah an den Haaren benutzt wurde. Dann braucht er eine Pause.
Mancher Mangel liegt auf der Hand: Die Glaskanne der Kaffeemaschine hat einen Sprung, die Rührschüssel der Küchenmaschine ist beschädigt. "Dann kann man beim Fachhändler nachfragen oder im Internet stöbern, was ein Ersatzteil kosten würde", sagt Werner Scholz vom Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in Frankfurt. Wenn jedoch die Waschmaschine den Dienst verweigert oder der Toaster das Brot nicht mehr freigibt, kann ein Laie kaum beurteilen, wo die Ursache allen Übels liegt. "Dann sollte man sich an einen Fachhändler wenden und einen Kostenvoranschlag für eine Reparatur erstellen lassen", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.
Sind die Kosten für Ersatzteil oder Reparatur bekannt, muss der Verbraucher abwägen: Lohnt sich die Investition bei seinem Gerät? Sein ursprünglicher Preis, das Alter, die Nutzungsfrequenz und der Gesamtzustand spielen dabei eine Rolle. Dieser Wert muss in Relation zu den jetzt entstehenden Kosten gesetzt werden. "Man sollte jedoch auch unbedingt in Erwägung ziehen, was ein neues Gerät leistet", empfiehlt Ulrike Birmoser. Bei allen Elektrogeräten haben sich Technik und Komfort in den vergangenen Jahren weiterentwickelt.
Das wirkt sich auf den Energieverbrauch und auf die Betriebskosten aus. "Eine neue Waschmaschine verbraucht halb so viel Strom und Wasser wie ein zehn Jahre altes Modell. Das heißt: Ich spare im Jahr 40 bis 60 Euro", rechnet Scholz vor. Hinzu komme ein verbesserter Bedienkomfort, etwa durch zusätzliche Programme.
Wer ein neues Gerät anschafft, muss das alte loswerden. Ein funktionsfähiges Gerät lässt sich per Kleinanzeige, Aushang oder über das Internet verkaufen. "Was viele Verkäufer von gebrauchten Gegenständen nicht im Blick haben, ist, dass sie dafür eine Gewährleistungspflicht haben. Das kann irgendwann zu bösen und teuren Überraschungen führen", warnt Verbraucherschützer Tryba. Sein Tipp ist deshalb, die Gewährleistung beim Verkauf explizit auszuschließen.
Die Alternative ist die Suche nach einem dankbaren Abnehmer, etwa in der Verwandtschaft oder im Freundeskreis. "Beim Sozialamt können Hilfsorganisationen erfragt werden, die Haushaltsgeräte entgegennehmen", ergänzt Birmoser. Einige Händler nehmen Altgeräte beim Kauf eines neuen in Zahlung, andere nehmen bei Lieferung eines neuen Gerätes das alte mit und entsorgen dies, teils sogar kostenlos.
Ist das gebrauchte Gerät nicht mehr funktionsfähig oder findet sich kein Abnehmer, dann bleibt nur die Entsorgung. "Das ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich geregelt und muss bei der örtlichen Abfallwirtschaft erfragt werden", sagt Scholz. Entweder gebe es feste Termine, zu denen Sperrmüll am Straßenrand abgeholt wird, oder die Abholung müsse angefordert werden. Alternativ könne das Altgerät zu einem Recycling- oder Wertstoffhof gebracht werden. "Damit hat man die Garantie, dass es ordnungsgemäß entsorgt wird."
Kostenvoranschläge mit Tücken
Auch Elektriker mit einer qualifizierten Fachwerkstatt sowie der Kundendienst der Hersteller sind Ansprechpartner für Reparaturen. Parallel zu dieser Anfrage empfiehlt sich aber auf jeden Fall ein Blick auf die Preisliste des Herstellers im Internet oder eine telefonische Anfrage. "Viele Hersteller bieten auch nach Ablauf der zweijährigen gesetzlichen Gewährleistung günstige Reparaturpauschalen an. Ihre Höhe ist unabhängig von Art und Umfang des Schadens", sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Diese Pauschale kann sich anhand des Alters eines Gerätes berechnen oder abhängig vom Modelltyp sein.
Wer einen Kostenvoranschlag für die Reparatur eines Gerätes erstellen lässt, sollte die Bedingungen erfragen. Denn: "Kostenvoranschläge sind manchmal kostenpflichtig und werden später mit den Reparaturkosten verrechnet", sagt Tryba. Wird das Gerät dann nicht repariert, sei die Vorkasse weg.
7 Meinungen zu "Reparieren oder entsorgen?"
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Grabor
Mittwoch, 04.07.2012, 16:22 Uhr So ein Schwachsinn. Bei Geräten unter 50 Euro lohnt sich nach der Garantie nicht mal der Gedanke an eine Reparatur. Da ist der Arbeitslohn fürs Reparieren aschon teurer als ein Neugerät. Bei vielen Geräten ist heutzutage auch noch das Gehäuse so zugeklebt, dass man es nicht mehr aufbekommt. Damit ist eine Reparatut sowieso schon vorbei. Selbst Geräte wie Waschmaschinen lohnen kaum. Bis der Monteur da ist, ist man schon mal 100 Euro Anfahrt los. Und dann stellt der fest, dass es sich nicht mehr lohnt, weil das Erasatzteil mehr kostet als eine neue. Es ist zwar schade, aber reparieren lohnt sich heute nur noch im Ausnahmefall. Und die Überlegungen im Artikel was mit dem Altgerät zu tun ist zeugen auch von überrragender Phantasie (Ironie aus) -
zaytgayst
Mittwoch, 04.07.2012, 12:44 Uhr Wann kommt endlich ein Beitrag, der dem Verbraucher erläutert, was er tun kann, wenn der Brotkorb leer ist? Hier ist er: 1. Sie können nachschauen, ob noch irgendwo im Schlafzimmer eine Brotscheibe rumliegt. 2. Manchmal ist es auch hilfreich, beim Bäcker neues Brot zu kaufen, eventuell auch solches vom Vortag, weils billiger ist. 3. Der ADAC könnte eine Fahrt zur Tankstelle empfehlen. 4. Schaffen Sie sich eine Brotbackmaschine an. Mit einer geeigneten Backmischung sind alle Voraussetzungen für ein neues Hobby gegeben. 5. Sie können natürlich auch af den künftigen Genuss von Brot verzichten; es ist eh nur ein Dickmacher. -
NurZuschauer
Dienstag, 03.07.2012, 16:57 Uhr erstmal kaputtreparieren,dann sehen wir weiter ;-)

























