Gut geschüttelt
Flairbartending bedeutet hartes Training
Kursleiter Thomas zeigt seinen Schülern an diesem Abend, was mit etwas Training möglich ist: Beidhändig jongliert er mit Flaschen und Gläsern. Ein Raunen geht durch die Runde, die Anwesenden sind begeistert. Seit acht Jahren macht er Flairbartending, heute steht er aber nur noch selten hinter der Bar.
Barmanagement für Fortgeschrittene
Hauptsächlich ist er auf Messen unterwegs, unter der Woche unterrichtet er in der Münchner Barschule. Der Einführungskurs dauert vier Stunden. Hobby-Barkeeper erlernen hier das Einmaleins des Cocktailmixens. Fortgeschrittene können Zusatzfortbildungen etwa im Flairbartending oder für Barmanagement belegen.
Bewährungsprobe in der Gummizelle
Nach der Vorführung von Profi Thomas müssen die Kursteilnehmer sich in der Gummizelle im Flairbartending bewähren. Zu lateinamerikanischen Rhythmen versuchen sie, die Flaschen durch die Luft zu wirbeln. Den Kandidaten steht die Angst, ihr Werkzeug fallen zu lassen, ins Gesicht geschrieben. Passieren kann allerdings nichts: In der Barschule wird mit Plastikflaschen geübt.
Nicht jeder Drink wird gekostet
Nach dem Ausflug in die Gummizelle darf jeder Teilnehmer einen Cocktail seiner Wahl mischen. Anschließend erlernen sie die Zubereitung eines "White Brazil". Mit dieser Eigenkreation hat Thomas kürzlich den zweiten Platz bei den bayerischen Meisterschaften der Barkeeper belegt. Die Mixtur aus Wodka, Basilikum, Schokolade und Maracujasaft kommt gut an. Während seine Schüler fleißig kosten, bleibt der Kursleiter abstinent. "Wenn ich jeden Drink probieren würde, stände ich nicht mehr hinter der Bar."
Spuckeimer für Alkohol
Maß halten ist auch für die Schüler wichtig. Zum Einführungsabend gehört selbstverständlich die Degustation diverser Schnäpse. Während der Übung stehen Eimer auf dem Tisch: ein Sammelbecken für all den Alkohol, der nicht ausgetrunken werden will oder kann. Hotelfachmann-Azubi Frederik nippt nur am Wodka und schüttet den Rest weg: "Schade, aber wir haben noch einige Runden vor uns."
Ende gut, alles gut
Am Ende des Abends ist die Stimmung dennoch ausgelassen, die Gruppe denkt über einen Fortgeschrittenenkurs nach. Die Teilnehmer sind - trotz aller Vorsichtsmaßnahmen - beschwipst, aber selig. Die Barschule weiß, warum sie rät, ohne Auto zu den Kursen zu kommen. Schulleiter Knorr sagt: "Ein guter Barkeeper hat auch Verantwortung für seine Gäste."
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