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Unsere skurrilste Sportarten

Österreich ist anders, auch im sportlichen Bereich. Denn wo sonst hakelt man mit den Füßen und setzt beim Roulette auf Kuhmist?

Von Ari Martin für GMX

Sportlich, sportlich - und auch spaßig, spaßig. Denn in Österreich gibt es einige ganz spezielle Sportarten, die an Skurrilität kaum zu übertreffen sind. Hier nur eine kleine Auswahl.

Komm, hak dich ein!

Während sich in Bayern das so genannte Fingerhakln großer Beliebtheit erfreut, hat in Österreich das Fußhakln Tradition. Die Regeln sind einfach, so kann man es ganz leicht Zuhause ausprobieren. Zwei Personen - in der Regel sind es Männer - liegen dicht nebeneinander Kopf an Fuß auf dem Rücken. Auf Kommando heben beide das rechte Bein, hakeln sich ein und versuchen, den anderen auf den Bauch zu drehen. Die Ergebnisse sind immer wieder verblüffend, denn nicht allein die Kraft entscheidet über Sieg oder Niederlage, sondern vor allem Technik, Wendigkeit und die Geschwindigkeit der Teilnehmer.

Sportliche Rangelei

Um Kraft und Technik geht es beim beliebten "Ranggeln". Jeder weiß: Bei einer ordentlichen Rangelei geht es darum, den anderen auf den Rücken zu legen. Der Ursprung des traditionellen "Ranggelns" kommt aus Österreich, wo Hüterbuben und Senner immer mal wieder auf die Hirten des Nachbarn trafen, und sich schlagkräftig um die Festlegung der Weidegrenze stritten. Noch heute pflegt man diese Sportart, bei der sich zwei Männer mit Hebel- und Wurftechniken gegenseitig über die Schulter werfen. Das ähnelt durchaus einer ordentlichen Keilerei.

Und woraus frisst nun die Sau?

Das Sautrog-Rennen ist nicht unbedingt eine rein österreichische Sportart, denn auch unsere benachbarten Oberbayern sind ganz verrückt danach. Trotzdem gibt es immer mehr Österreicher, die mit traditionellen oder selbst gezimmerten Sautrögen über die Weiher und Seen um die Wette heizen. Wer einmal ein solches Rennen gesehen hat, wird allerdings kaum von "heizen" sprechen, denn die kantigen Behältnisse sind nun mal keine Rennboote, und das Fortkommen ist eher mühsam. Die Regeln können bei diesem Wettbewerb regionale Unterschiede aufweisen, aber eines haben alle Sautrog-Rennen gemeinsam: Die Teams paddeln in ihren Trögen um die Wette. Hinterher werden nicht nur die Schnellsten prämiert, sondern auch jene, die den originellsten Trog besitzen und den meisten Beifall kassieren konnten. Wer schon dabei war, weiß: Der Lärm bei solchen Veranstaltungen ist ohrenbetäubend. Vor allem dann, wenn ein Trog zu kentern droht - ein großer Spaß.

Hüpfende Damen mit Dekolleté

Im Oberösterreichischen Bad Goisern finden jährlich die so genannten "Gamsjagatage" statt. Dabei wird der Bart der Teilnehmer nach Schönheit, Dichte und Qualität der Barthaare beurteilt. Im Rahmen des Festes findet traditionell auch ein Damensackhüpfen statt, das die Frauen in der Regel im Dirndl absolvieren. Ohne Frage ein Anblick, der so manches Männerherz höher schlagen lässt.

Ebenfalls in Bad Goisern findet auch die Vogelzwitscher-EM statt, bei der die Kontrahenten Vögel wie Steinkauz, Buchfink oder Stieglitz möglichst naturgetreu nachahmen müssen. Gerade dieser Wettbewerb ist eine spaßige Angelegenheit, denn die Mimik der Teilnehmer ist mitunter einmalig. Egal wie die Wettbewerbe ausgehen: In Sachen "Kuriose Sportarten" dürfte Bad Goisern in der Bundesliga spielen.

"Mist!" Hier ausnahmsweise kein Schimpfwort

Um sich bei diesem Roulette zu amüsieren, braucht es keine Abendgarderobe. Denn hier wird das so genannte "Kuh-Roulette" gespielt. Die Regeln sind einfach und schwer zu manipulieren: Eine Wiese wird in mehrere Felder eingeteilt und die Zuschauer können auf diese markierten Flächen setzen. Nun kommt es darauf an, wo die Kuh ihren Fladen fallen lässt. Die offiziellen Kuh-Roulette-Regeln besagen, dass nach Beginn der Wertung nur der erste zusammenhängend herunterfallende Kuhfladen mit einem Mindestdurchmesser von zehn Zentimetern einen Gewinn garantiert. Sollte es vorkommen, dass zwei Fladen zur selben Zeit auf die Erde fallen, gehen beide in die Wertung ein. Dann darf der Zeitunterschied des Aufpralls auf dem Boden allerdings nicht länger als fünf Sekunden betragen. Weil es vorkommen kann, dass die Kuh ihren Mist auf mehrere Felder verteilt, wird der Gewinn auch schon mal geteilt. Viele Landsleute sind ganz verrückt nach diesem Mist-Spiel. Zwar heißt ein altes Sprichwort "Geld stinkt nicht", aber so richtig stimmt das hier nicht.

© Leadsatz

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