Immer auf dem Sprung
Eine Spur legen
"Jeder kann diese Sportart erlernen. Man braucht nichts weiter als Disziplin, Ehrgeiz und den Willen, sich immer weiter zu verbessern und zu entwickeln", sagen Ben und Franz, die bei einer kleinen Demo ihr Können als "Traceure" zeigen. Im Französischen bedeutet das Wort soviel wie: "der eine Spur legt". Schon von Weitem sind die beiden Sportler zu erkennen, wie sie erstaunlich sicher von Mauer zu Mauer springen - da kann einem als Beobachter schon leicht unwohl werden. Schließlich haben die Mauern eine Breite von 40 Zentimetern und gehen an manchen Stellen bis zu zwei Meter in die Tiefe.
Auch das Outfit muss stimmen
Die gleiche Sicherheit wie beim Mauerspringen zeigen Ben und Franz übrigens auch auf Bäumen und Spielplätzen, wo sie eine gute Figur machen. Ben und Franz sind Profis und betreiben den Sport schon seit ein paar Jahren, beide arbeiten für "ParkourONE Berlin". Diese Vereinigung von Traceuren bietet Trainingseinheiten sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene an. Die Sportart ist inzwischen nicht mehr ganz neu - "Parkour" wurde bereits Ende der 1980-er Jahre von David Belle in Frankreich erfunden. Er lernte von seinem Vater, einem ehemaligen Vietnamsoldaten, die Kunst des schnellen Überwindens von Hindernissen in freier Natur und Wäldern. Der pure Spaß motivierte David Belle, diese Kunst der Bewegung auf die Stadt zu übertragen - so entstand "Parkour".
Trainingskurse
Seit ein paar Jahren betreiben Bewegungskünstler den Sport auch in Deutschland. Unter anderem bei den Berlinern findet "Parkour" besonderes Gefallen. Auf den ersten Blick sieht es nicht ganz einfach aus, den Sport zu erlernen. Ohne das passende Outfit wird es beispielsweise schwer, auf Mauern und Bäumen rumzuturnen. Bei Franz Schönberger war es so, dass ihn der Wettbewerbscharakter und das ständige gegenseitige Vergleichen und Bewerten bei vielen anderen Sportarten nicht gefallen haben. So entdeckte er "Parkour" für sich und macht es jetzt schon seit sieben Jahren. "Das Tolle an der Sache ist: Es ist ein Weg, wieder Mensch zu werden. Man bewegt sich und nimmt eine Verbindung zur Umgebung auf. Heutzutage sitzen Menschen nur noch vor dem Computer oder steigen ins Auto, um sich fortzubewegen", sagt er. Franz und Ben bieten sogar Trainingskurse an Schulen an, um "Parkour" noch populärer zu machen. Angst vor Verletzungen braucht man nicht zu haben, meint Franz. Denn man probiere natürlich nur Dinge aus, die man sich auch wirklich zutraue. Er selbst hat sich bis jetzt jedenfalls noch nie stark verletzt.
© Axel Springer AG



























