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18.08.2012, 16:21 Uhr

Gefundenes Fressen: Welche Dinge dem Hundemagen schaden

Dortmund (dpa/tmn) - Ein Happen vom Tennisball oder die tote Ente am Bachrand: Hunde verschlingen schnell Dinge, die Herrchen niemals in den Napf füllen würde. Während ein paar Happen harmlos für die Tiere sind, können andere krank machen.

Für manche Hunde ist das eigene Zuhause oder das Gassigehen offenbar ein großes Buffet. Von alten Taschentüchern über Gras und Pferdeäpfel bis hin zur halbverwesten Ente fressen sie alles, was ihnen vor die Nase kommt. Doch obwohl es sich nicht immer um die appetitlichsten Dinge handelt, die ein Hund verschlingt, muss nicht immer gleich eine Verhaltensstörung dahinter stecken.

Auch wenn es dem Besitzer anders erscheint, ist es laut Udo Kopernik beispielsweise völlig normal, dass ein Vierbeiner Pferdeäpfel, Rehköttel oder Aas frisst. "Zudem hatte der Hund als Begleiter des Menschen ursprünglich die Aufgabe, dessen Abfälle und Reste zu fressen", sagt der Sprecher des Verbands für das Deutsche Hundewesen in Dortmund.

Wenn ein Vierbeiner allerdings ständig auf der Suche nach Fressbarem ist und Dinge frisst, die unverdaulich sind und ihn schädigen, ist es zunächst wichtig, die Gründe dafür herauszufinden. "Wenn ein Hund beispielsweise Kot, Sand oder Steine frisst, kann auch eine Mangelerscheinung dahinter stecken", erklärt der Tierarzt Thomas Steidl aus Tübingen. "In den meisten Fällen handelt es sich um einen Mineralstoffmangel, der schnell behandelt werden kann."

Es können aber auch Verhaltensstörungen des Tieres, Gewohnheiten oder erzieherische Fehler des Besitzers dahinter stecken. "Man sollte das Tier und die Symptomatik genau beobachten, um herauszufinden, was wann passiert", rät Corina Fundel vom Berufsverband zertifizierter Hundeschulen in Fürth. Die Gründe seien schließlich vielfältig: Manche Hunde leiden beispielsweise an sogenannten Deprivationsschäden, also Gehirnschäden, die durch den Entzug von Erfahrung in den ersten Wochen entstehen, und fressen deshalb inadäquate Gegenstände. Dabei schluckten sie zum Beispiel Steine oder metallische Gegenstände.

Frisst ein Hund unterwegs, was nicht niet- und nagelfest ist, ist es laut Fundel sehr hilfreich, wenn er zuverlässig auf ein "Nein" oder "Aus" hört. "Allerdings hat das den großen Nachteil, dass er außer Sicht- und Rufweite höchstwahrscheinlich trotzdem Dinge fressen wird, die er nicht fressen soll", sagt die Hundetrainerin.

"Gegebenenfalls kann es Sinn haben, vorübergehend einen Maulkorb einzusetzen", sagt Fundel. Je nachdem, wie schwerwiegend der Einzelfall sei, müsse unter Umständen ein Tiertrainer für eine Verhaltenstherapie zu Hilfe geholt werden. "Allerdings hat das, was durch ein Verhaltenstraining machbar ist, seine Grenzen. Manches lässt sich nicht völlig abgewöhnen."

Fressen Hunde Aas oder Pferdeäpfel, ist das für ihre Verdauung in den meisten Fällen kein Problem: "Sie haben einen etwas anderen Verdauungsapparat und eine stark konzentrierte Magensäure", sagt Kopernik.

Trotzdem ist das nicht immer ungefährlich. "Pferdeäpfel können für den Hund giftig sein, wenn sie von Pferden stammen, die gerade mit Entwurmungsmedikamenten behandelt werden", erklärt Steidl. "Das kann Störungen des zentralen Nervensystems hervorrufen." Zudem sollte im Sommer darauf geachtet werden, dass das Tier keine toten Wasservögel wie Enten oder Gänse frisst. "Die können Bakterien enthalten, die sogenannten Clostridien, die zu Vergiftungen führen können." Hat ein Hund doch Geflügelaas gefressen, sollte er innerhalb der nächsten 30 Minuten zum Erbrechen gebracht werden. Allerdings gebe es keine Maßnahme zum Erbrechen, die der Besitzer selber anwenden kann. "Stattdessen sollte man in solch einem Fall schnellstens zum Tierarzt."

Herumbeißen auf alter Kleidung

Weil Hunde gern kauen und knabbern, bekommen manche Tiere von ihren Besitzern ausrangierte Kleidungsstücke wie alte Schuhe, verknotete Socken oder T-Shirts. "Das ist allerdings ein Fehler, wenn man nicht will, dass sich der Hund auch andere Kleidungsstücke vornimmt", sagt Udo Kopernik vom Verband für das Deutsche Hundewesen in Dortmund. "Schließlich kann er nicht unterscheiden, ob es sich um abgelegte Stücke handelt oder ein Designerstück."

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5 Meinungen zu "Gefundenes Fressen für Bello"

  • Tiffy64
    Sonntag, 19.08.2012, 14:01 Uhr
    Also Socken und Schuhe haben wir unserer lieben Lilli abgewöhnt, aber draussen gibts kein Pardon: Ekelhafte Taschentücher, Menschenkot (man wundert sich, wieviel Leute so in die Wildnis machen), Mäuse (selbst ausgegraben und erlegt), Reste von Grillplätzen, wo die Menschen ihre Essensreste nicht einpacken und mitnehmen, sondern einfach rumliegenlassen, zur Not wird auch der Abfalleimer gestürmt, Äpfel, Zwetschgen, Birnen...Sie ist 9 Jahre alt und trotzdem lasse ich sie oft noch an der Schleppleine, weil sonst das Gassigehen oft eine nervenaufreibende Angelegenheit ist, da man sie ständig von irgendwas wegscheuchen muss. Nur Aas frisst sie komischerweise nicht, aber im Wälzen in jeder ekelhaften Angelegenheit ist sie Meisterin!! Je mehr es stinkt, umso schöner in ihrer Nase. Selbstverständlich bettelt sie auch fremde Leute an, wenn die Eis essen z. B. dann wird mit großen traurigen Augen vor die hingesessen, die Ohren hängen schlapp herunter...ein Bild des Jammers. Und sie findet immer eine mitleidige Seele. Zum Glück ist sie total gesund und fröhlich, aber eben verfressen ohne Ende.
  • wondercloud
    Sonntag, 19.08.2012, 13:57 Uhr
    Da ich nicht mag, dass Hunde betteln, habe ich unserem Hund beigebracht, uns keines Blickes zu würdigen, wenn wir bei Tisch sind, das hat den positiven Nebeneffekt, dass er auch keine "Fundsachen" frisst, sondern alles, was er findet, bei uns abliefert, dafür gibt es dann ein Leckerli. Er darf uns ins Restaurant begleiten, liegt dann unter dem Tisch und rührt sich nicht und natürlich bekommt er dann auch eine Belohnung, wenn wir mit dem Essen fertig sind. Das klappt natürlich nur mit viel Geduld und immer wieder Belohnung, Strenge und Gebrüll bringen gar nichts.
  • curlycat
    Sonntag, 19.08.2012, 13:44 Uhr
    Mein Hund ist so erzogen, dass er nichts frisst, was er findet, oder ihm von anderen Leuten angeboten wird.Das war nicht ganz einfach und anfänglich kam auch der Maulkorb zum Einsatz, aber letztendlich war die Erziehung erfolgreich, allerdings nimmt er jetzt auch nichts von meinen Freunden, wenn ich nicht ausdrücklich sage, so nimm doch, du darfst, so habe ich immer die Kontrolle darüber, was er frisst und er läuft nicht Gefahr, vergiftet zu werden.
  • shadrana
    Sonntag, 19.08.2012, 13:33 Uhr
    Mein Hund frisst keine Sachen, Kleidungsstücke oder gar Schuhe. Und er kann seine *Spielsocken* auch von den anderen unterscheiden.
  • JayBeeXX
    Samstag, 18.08.2012, 17:47 Uhr
    Der will doch nur spielen... Das hat er noch nie gemacht... Manchmal wäre besser nur Herrchen an der Leine.
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