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09.11.2011, 10:00 Uhr

Ausprobiert: Fallschirmspringen – für drinnen!

Ein Flugzeug besteigen, um kurze Zeit später aus selbigem in die Tiefe zu springen? Der Kick, nach dem viele Fallschirmspringer geradezu süchtig sind, klingt für mich alles andere als reizvoll. Eher… sagen wir: lebensbedrohlich. Umso besser, dass Adrenalin-Junkies auch einen Rausch erleben können, ohne sich 3.000 Meter in die Luft zu begeben: Beim Indoor Skydiving! Ich habe es ausprobiert.

VonGMX Gesundheitsredakteurin Silke Stadler

Als ich eingeladen werde, um diese neue Sportart zu testen, bin ich sofort begeistert. Bis zu 286 km/h schnelle Luft sorgt in einer 17 Meter hohen Flugkammer für einen Widerstand, der einem das Fallschirmsprung-Feeling pur verschaffen soll.

Zugegeben: Genau weiß ich nicht, was mich erwartet. Mit einer Mischung aus Neugier, Vorfreude und einer gehörigen Portion Bammel nehme ich die sechs Stunden Fahrt mit dem ICE von München auf mich. Nach Bottrop muss ich, denn das dortige Indoor-Skydiving-Zentrum ist das einzige in Deutschland und noch dazu das modernste in Europa. Auch Einsteiger wie ich können dort für Kosten ab 49 Euro erste Erfahrungen sammeln.

Als ich die Halle betrete, schweben gerade drei Personen in einer breiten Röhre aus Glas. Profis, das erkenne ich sofort. Sie packen sich gegenseitig an den Knöcheln, wirbeln im Kreis und fliegen auf und nieder. Wow, bei denen sieht das gar nicht schwierig aus! Aber davon lasse ich mich nicht täuschen. Ich bin nämlich jetzt schon sicher, dass ich mich gleich unheimlich dämlich anstellen werde.

Bevor ich das unter Beweis stellen darf, werde ich Boris Nebe, meinem Fluglehrer und dem Geschäftsführer vom Indoor Skydiving Bottrop, vorgestellt. Er versucht, mich zu beruhigen: Schon Kleinkinder und Achtzigjährige hätten ihren ersten Flug bei ihm ohne Probleme gemeistert. Überzeugen tut mich das noch nicht. Während Boris mir die Grundhaltung erklärt und zeigt, wie man nach oben, unten und zur Seite fliegt, starten zahlreiche Schmetterlinge in meinem Bauch zu einem ganz eigenen Rundflug. Dabei habe ich die Flugröhre noch nicht einmal betreten!

Doch ehe ich es mir anders überlegen kann, geht's rein in den roten Fliegeranzug. Durch die Fliegerbrille gelingt es mir sogar, ein cooles Pokerface zu mimen. Jetzt gibt es ohnehin kein Zurück mehr. Und mal ehrlich: Was kann schon großartig passieren? Gar nichts, wie mir Boris auch noch beim fünften Mal Nachfragen geduldig versichert. Er kommt ja schließlich mit in den Windkanal, in den er mittlerweile lässig hineinspaziert ist. Langsam taste auch ich mich vor zum Eingang, bis ich heftigen Luftwiderstand spüre. Ich lasse mich sachte nach vorne fallen und … fliege!

So blöd stelle ich mich dann übrigens doch nicht an. Obwohl mein Körper seit seiner Existenz noch niemals längere Zeit ohne jeglichen Bodenkontakt war, bekomme ich nach kurzer Zeit schon eine Ahnung, wie ich mich drehen und wenden muss, um nicht gegen die Glaswände zu klatschen. Und wenn ich doch mal aus dem Gleichgewicht gerate, ist Boris sofort zur Stelle und schubst mich wieder in die richtige Position.

Ich freue mich wie ein Kind, als ich es aus eigenem Willen schaffe, nach oben und nach unten zu fliegen. Und dann passiert doch noch etwas, das mir zunächst einen Schock verpasst und dann mädchenhaft schrilles Kreischen entlockt. Boris packt meinen Anzug und saust mit mir etwa zehn Meter den Windkanal hinauf, um Sekunden später wieder zusammen hinab zu rauschen.

Ah, die Schmetterlinge sind wieder da! Sie tummeln sich auch noch in meinem Bauch, als ich mit wackeligen Beinen den Rückzug aus der Flugröhre antrete und mich wenig später auf den Weg zurück ins Hotel mache. Der Muskelkater wird mich ebenfalls noch ein paar Tage begleiten und macht mir klar, dass es sich beim Indoor Skydiving tatsächlich um eine Sportart handelt, die auch der Fitness gut tut. Und was mir wohl für immer bleiben wird, ist das Wissen darum, wie einzigartig sich Fliegen anfühlt, ohne ein Flugzeug außen herum zu haben.

Lesen Sie auch den vorangegangenen Beitrag der "Ausprobiert"-Kolumne: Fitnesstraining zum Hören

Sie haben eine tolle Idee, welche Gesundheits- und Ernährungstipps, Fitnessgeräte oder Kurse unsere Redakteurin unbedingt ausprobieren sollte? Schreiben Sie uns an gesundheit@1und1.de.

Alle News vom: 9. November 2011 Zur Übersicht: Gesundheit

22 Meinungen zu "Fliegen ohne Fallschirm?"

  • FrauElster
    Freitag, 01.06.2012, 12:47 Uhr
    ich
  • dimcair
    Montag, 05.12.2011, 14:37 Uhr
    Adrenalinrausch vom im Raum rum schweben? .... Im uebrigen bin ich genau einmal in meinem Leben gesprungen (natuerlich tandem, also vllt nicht DAS wirkliche) aber ich hatte keinen Adrenalinrausch....ich glaube ich hatte nicht mal erhoeten Puls. Ist das normal oder bin ich einfach nur krank? Jemand die selbe erfahrung gemacht?
  • Rosenfreund
    Donnerstag, 24.11.2011, 17:15 Uhr
    Bottrop ist der einzige Tunnel in Deutschland aber kurz vor Prag gibt es ebenfalls einen neuen Tunnel gleicher Art.
  • a0b0c
    Dienstag, 15.11.2011, 10:25 Uhr
    zitat "obwohl mein körper seit seiner existenz noch niemals ohne jeglichen bodenkontakt war..." die gute dame ist also noch nie gesprungen?^^
  • pegaso
    Freitag, 11.11.2011, 14:42 Uhr
    test
  • Sancho5
    Donnerstag, 10.11.2011, 08:42 Uhr
    Ausserdem ist die Angst die du beschrieben hast eine ganz andere. Wenn ich wirklich Fallschirm springe dann hab ich natürlich bammel davor, dass ich was falsch mache und mir ernsthaft schaden könnte. Aber in dem Text klingt das mal wieder so als ob sie Angst hat sich den Fingernagel abzubrechen.
  • Sancho5
    Donnerstag, 10.11.2011, 08:40 Uhr
    @Pilot: Also ich als Mann kann mich auch bei sowas blamieren keine Frage. Aber warum sollte ich davor Bammel haben? Ich mache etwas das erste mal. Und in so einem Windkanal ist man nunmal in einer für einen nicht natürlichen Umgebung. Warum sollte man das denn von anfang an beherrschen können? Mir geht es auch eher darum, dass die Autorin versucht aus dem Text mehr zu machen als er eigentlich beinhaltet.
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