Versteckte Salzbomben entlarvt
Soweit hat das Märchen Recht: Speisesalz, also Natriumchlorid, ist wichtig für die Nervenfunktion. Es macht den Transport von einzelnen Stoffen aus den Körperzellen erst möglich und regelt den körpereigenen Wasserhaushalt. Dafür sind jedoch bei einem Erwachsenen schon drei bis vier Gramm am Tag völlig ausreichend. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnen sogar davor, mehr als sechs Gramm täglich zu sich zu nehmen - das entspricht etwa einem gestrichenen Esslöffel. Denn bei dauerhaftem Mehrkonsum kann Salz schnell zu einem ernsten Gesundheitsrisiko werden. Doch wissen Sie immer, wie viel Salz sich in Ihrem Essen verbirgt?
Achtung, versteckte Salzbomben!
Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest (4/2012) hat Salzbomben entlarvt und das Problem eines vernünftigen Umgangs damit aufgezeigt: Etwa 80 Prozent unserer Salzzufuhr nehmen wir mit verarbeiteten Lebensmitteln auf, nur ein Fünftel kommt durch das individuelle Salzen dazu. Besonders tückisch sind Lebensmittel, die vordergründig nicht besonders salzig schmecken, beispielsweise Brot und Brötchen. So liefert ein Aufbackbrötchen ein Gramm, zwei Scheiben Toast immerhin 0,8 Gramm.
Auch Fertiggerichte sind regelrechte Salzbomben - eine Salami-Pizza etwa schlägt mit einem Salzgehalt von 7,5 Gramm zu Buche, bei einem Nudelgericht sind es immerhin noch 3,5 Gramm. Allein eine Portion Matjes deckt schon die empfohlene Tagesdosis von sechs Gramm Salz. Wurst, Käse, Dosengemüse, Ketchup - allesamt äußerst salzhaltige Nahrungsmittel.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch warnt zudem vor versteckten Salzen in speziellen Kinderwurst-Erzeugnissen, deren Hersteller offensiv mit einer gesunden Zusammensetzung werben. Diese Produkte enthalten demnach unverhältnismäßig viel Salz. Gerade aber im Kindesalter, wenn sich der individuelle Geschmack herausbildet, ist das mit Vorsicht zu genießen - einmal an zu viel Salz gewöhnt, fällt die Umstellung später schwer.
Wer auf eine ausgewogene Salzbilanz achten will, hat es jedoch nicht leicht: Der Handel ist nicht dazu verpflichtet, die in einem Produkt enthaltene Salzmenge auf der Verpackung zu deklarieren und macht es so selbst aufmerksamen Käufern schwer. Erst ab 2016 soll es eine Nährwertkennzeichnungspflicht geben, die auf dem Etikett auch den Salzgehalt der Speise angibt. Bis dahin kann man sich den Wert in etwa ausrechnen, wenn man die Natrium-Angabe mit 2,5 multipliziert.
Alternativen für eine ausgewogene Salzbilanz
Grundsätzlich ist es am gesündesten, frisch zu kochen und seltener auf vorgewürzte Fertigprodukte zurückzugreifen. So weiß man ganz genau, was drin ist und hat das Würzen selbst in der Hand. Für alle Würzliebhaber bieten sich Alternativen wie Pfeffer, Knoblauch, Curry, Thymian, Basilikum oder Rosmarin an, die dem Essen einen kräftigen Geschmack verleihen. Beim Salz empfehlen Ernährungsspezialisten übrigens, Sorten mit dem für die Schilddrüse notwendigen Jod zu verwenden.
Zu wenig Salz genauso schädlich wie zu viel
Studien über unsere Essgewohnheiten zeigen, dass fast jeder zu viel Salz zu sich nimmt. Mindestens neun bis zehn Gramm sind an der Tagesordnung - das sind drei Gramm mehr als die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und die WHO empfehlen.
Zwar wird das überschüssige Salz, das der Körper nicht benötigt, über die Nieren wieder ausgeschieden, doch kann dieser Vorgang auf Dauer die Nieren zu stark belasten und sie so schädigen. Zudem wird bei diesem Vorgang auch Kalzium mitgenommen, das für den Knochenstoffwechsel unabdingbar ist. Die Folge ist ein schnellerer Abbau des Skeletts, was besonders für Menschen mit Osteoporose aber auch generell im Alter zum Problem werden kann.
Scheidet der Körper zu viel Salz aus, entsteht so auch ein instinktiv ausgelöster Durst, wodurch die Wassermenge im Körper und also das Gewicht letztlich steigen können. Umgekehrt führt eine zu geringe Salzaufnahme (das Minimum liegt bei 1,4 Gramm täglich) dazu, dass man keinerlei Durstgefühl mehr verspürt, was eine Austrocknung des Körpers zur Folge haben kann. "Das hat aber für die Allgemeinbevölkerung keine Relevanz, weil niemand in der Lage ist, solche Bedingungen für sich herzustellen", sagt Ernährungsmedizinerin Dr. Diana Rubin vom Bundesinstitut für Risikobewertung im Interview mit dem "Bayerischen Fernsehen".
Schlaganfall und Herzinfarkt drohen
Weil Salz die Blutgefäße verengt, kann ein übermäßiger Genuss vorhandenen Bluthochdruck verstärken und damit langfristig zu Arterienverkalkung bis hin zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen. Vor allem für Diabetiker mit hohem Blutdruck gilt besondere Vorsicht.
Allerdings belegen aktuelle Studien der Universität Leuven auch, dass eine nahezu salzfreie Ernährung ebenso wenig eine ratsame Variante darstellt. Die belgischen Wissenschaftler haben ermittelt, dass auch zu wenig oder gar kein Salz das Herz-Kreislauf-System schädigen kann. Betroffenen sei daher empfohlen, die Salzmenge der Nahrung mit dem Hausarzt oder Kardiologen abzusprechen.
Die richtige Menge macht's
Ein vernünftiges, gesundes Maßhalten beim Salzverbrauch ist das A und O. Im schlimmsten Fall kann Salz - vorausgesetzt man nimmt pro Kilogramm Körpergewicht ein halbes bis ein Gramm zu sich - sogar tödlich sein.
Aber auch hier stimmt Paracelsus' Satz "Die Dosis macht das Gift". Wenn man etwa im Sommer oder beim Sport extrem schwitzt, also mehr Salze als normal verliert, kann und sollte nachgesalzen werden.
102 Meinungen zu "Achtung Salzbomben!"
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strathmann
Mittwoch, 27.03.2013, 15:34 Uhr Natrium Chlorid ist für das menschliche Leben unverzichtbar. Allerdings ist der Hang zu immer mehr Konvenience langsam zum Verhängnis auch im Zusammenhang mit Salz geworden. Wer seinen Toast zum Ei essen will, sollte das Ei eben nicht auch noch mit Salz zuschütten. Bei Marmelade stelllt sich das Problem weitaus weniger. Das Spiegelei wird eher zum Problem und auch der Toast Hawaii könnte fatal wirken. -
Nordlicht12
Sonntag, 24.03.2013, 17:53 Uhr @zealot Da war noch irgendjemand, der meinte, dass Steinsalz total super und voller Spurenelemente wäre: Aha, welche Spurenelemente sollen das denn sein? Ich persönlich hätte gerne mein reines NaCL (mit ein bißchen Rieselhilfe) wieder, ich muss kein Iod oder Fluor da drin haben. Und ich esse weiterhin so viel davon wie es mir Spaß macht. --------------------------------------------------------------------------------------------------- Das ist wohl etwas zu kurz gedacht.... reines NaCL. Additive Substanzen im Salz sind aber tatsächlich unnötig. Versuche mal statt eines Sidesalzes, (Bad Reichenhaller)( mit Wasser ausgelöstes Steinsalz) tatsächlich mal ein Meersalz, oder wenn es dir was sagt ein Fleur de Sel. Das alles in einem identisch gekochten Gericht, das Du erst zum Schluss mit diesen verschiedenen Salzen würzt. Du wärst überrascht, wie unterschiedlich das schmeckt. Die Natur gibt eigentlich gar kein NaCL in reiner Form her, sie verunreinigt es mit anderen Mineralien. Ich bin bei dir, wenn Du sagst ich esse weiterhin so viel davon wie es mir Spaß macht. würde dann aber anders formulieren. Ich esse mit verschiedenen Salzen, weil mir verschiedene Gerichte mit verschiedenen Salzen besser schmecken. Kein Mensch ist nur Salz, oder nur Pfeffer oder irgendwas in reiner und purer Form. Wenn ich ein Gericht mit besonders viel frischem Knoblauch esse z.B. die spanische Knoblauchsuppe - Acho Blanco- , bekomme ich davon genau so einen Durst, wie nach zu viel Salz. Fazit: Mein Körper sagt mir sehr genau, was ihm nicht gut tut. Ich muss nur zuhören und mein Verhalten ändern, dann bleibt auch alles im grünen Bereich. -
Nordlicht12
Sonntag, 24.03.2013, 17:29 Uhr @6f6 Mein Fazit: Wer sich aus dem Supermarkt ernährt, darf sich nicht wundern, wenn es gesundheitlich abwärts geht. Es ist zwar billiger als Bio, aber lieber spare ich an anderer Stelle. ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ Das ist nur um eine Kleinigkeit zu ergänzen: Wer sich aus dem Supermarkt nur mit Fertiggerichten ernährt....... -
Nordlicht12
Sonntag, 24.03.2013, 17:26 Uhr Was für ein schwachsinniger Artikel. Es interessiert buchstäblich keine Socke, was irgendwelche Studien verbreiten. Immer das Gleiche, heute Studie, morgen widerlegt. Mal darüber nachgedacht, wieviel Menschen in der gleichen Zeit verhungert sind. Interessiert auch keine Socke! Die Studien belegen : Die Asse ist sicher !! Nun säuft sie ab ! Studien belegen nun : Die Asse wird absaufen! .....Aber Gorleben ist sicher...lol. Also Scheiß auf die Studien. Ausgewogene Ernährung, nach Möglichkeit selbst gekocht mit frischen Zutaten, geregelt 3 mal Sport die Woche und und das Thema ist tot. Dann kann man fressen und saufen was man will und kann 100 Jahre alt werden. So macht man das. Wie konnte die Spezies Mensch bloß so alt werden, wenn diese Studien auch nur im Ansatz Recht hätte. Über die Anzahl der möglichen Probanden hat man ja nicht´s lesen können. Und wen interessieren bei 7 - 8 Milliarden Menschen auf diesem Globus noch schlappe 2 Millionen, die sich aus Dummheit, Faulheit oder blanker Gier mittels - Falscher Ernährung - selbst umnieten? -
Otmar
Sonntag, 24.03.2013, 15:57 Uhr Badboy2 Deine Meinung über Ernährung (mit Fleisch, wenig Ballaststoffe, Getreideunverträglichkeit...) ist grundfalsch. Du soltest dringend mal die richtige Literatur lesen oder bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung dich erkundigen, um nicht in ernährungsbedingten Krankheiten zu enden!!! Mehr kann ich in der gebotenen Kürze hier nicht sagen. Und wenn du dich nicht informieren willst, zahle ich halt später für deine Erkrankungen mit! -
6f6
Dienstag, 12.06.2012, 09:22 Uhr Hier noch ein Link über Salz und Ernährung: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/salz.html



























