Über Stock und Stein - Trailrunning ist Training und Abenteuer
Die Strecke am Flussufer ist langweilig geworden? Die Wege im Park sind alle bekannt? Freizeitsportler, die solche Probleme kennen, sollten es einmal mit Trailrunning probieren. "Ich kann es nur empfehlen", sagt Urs Weber, Redakteur beim Fachmagazin "Runners World". "Es ist abwechslungsreich und bringt hohe Motivation - eine tolle Horizonterweiterung für Läufer."
Trailrunning bedeutet, die altbekannten Wege zu verlassen. Quer über Wiesen oder im Wald über Stock und Stein, bergauf und bergab. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Etwas völlig Neues ist diese Sportart aber nicht. "Früher sprach man eben vom Querfeldeinlauf oder einfach Waldlauf", erinnert sich Weber. Trotzdem ist in den vergangenen Jahren eine Industrie rund um Trailrunning entstanden. Es gebe allein 23 Hersteller, die in Deutschland spezielle Trailschuhe anbieten.
Solche Spezialschuhe empfiehlt der Experte Läufern, die beim Trailrunning echte Herausforderungen suchen. Die Modelle sind robuster als herkömmliche Laufschuhe. Meist haben sie wasserdichtes Obermaterial, damit die Füße auch beim Laufen durch Pfützen oder Schlamm trocken bleiben. Sie haben auch eine verstärkte "Zehenbox", damit der Fuß besser vor Stößen geschützt wird. Am wichtigsten sind die Sohlen der Schuhe: Meist sind sie in der Mitte flach, damit der Fuß näher am Boden ist, das Profil ist ähnlich gearbeitet wie bei Winterreifen. "Die Traktion ist besser, und der Halt auf dem Untergrund ist gesteigert", erklärt Weber.
Auch die Gefahr umzuknicken, sollen Trailschuhe verringern. Deshalb legen Hersteller den Fokus mehr auf Stabilität als auf Dämpfung. "Die Schuhe sollten ein bisschen höher gezogen sein", rät Jürgen Wicharz von der Kölner Ausdauer- und Laufschule. "Ich empfehle aber vor allem ein spezielles muskuläres Stabilitätstraining für die Sprunggelenke. Das wird häufig vernachlässigt."
Für die Gelenke unerfahrener Läufer sei Trailrunning eher Gift, denn die Unebenheiten des Trails müssen ausgeglichen werden. "Anfänger können das häufig nicht so gut", sagt Wicharz. Gar nicht geeignet sei es für Leute mit Arthrosen in den Knie- oder Hüftgelenken, warnt er. "Besonders das Bergablaufen ist für vorgeschädigte Knie mörderisch."
Wer aber gute muskuläre und konditionelle Grundlagen habe, für den bietet das Laufen über unebenes Gelände sogar einen weiteren Trainingsreiz. Der Abwechslungsreichtum des Trailrunnings sei ein großer Vorteil, ist auch Weber überzeugt. "Kein Schritt gleicht dem anderen und durch viele Richtungsänderungen wird die Muskulatur ständig anders beansprucht."
2 Meinungen zu "Querfeldein mit Trailrunning"
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Fotoman
Mittwoch, 19.09.2012, 17:58 Uhr Wenn sie jetzt noch barfuß laufen, tun sie ihrer Gesundheit sogar etwas Gutes. :-) -
Harry1972
Samstag, 15.09.2012, 09:41 Uhr Super...und demnächst trampeln dann hunderte und tausende gelangweilte Lifestyle-Jogger durch bis dahin ungestörte Biotope.
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