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15.02.2012, 17:50 Uhr

Antibiotika bei Kindern mit Vorsicht einsetzen

Gütersloh (dpa/tmn) - Deutsche Ärzte verordnen Antibiotika deutlich häufiger an Kinder als an Erwachsene. Das zeigt eine Studie. Und: Ob Kinder solche Mittel schlucken müssen, hängt auch von ihrem Wohnort ab. Wichtige Informationen für Eltern zu dem Thema gibt es hier.

Bundesweit wird jedem zweiten Kind zwischen drei und sechs Jahren mindestens ein Antibiotikum pro Jahr verschrieben - deutlich mehr als Erwachsenen. Auch bekommen Kinder im Nordosten Deutschlands doppelt so häufig Antibiotika wie Kindern in Süddeutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Zentrums für Sozialpolitik der Universität Bremen, die am Mittwoch (15. Februar) in Gütersloh veröffentlicht wurde. Das Zentrum hat im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung die Verordnungspraxis von Antibiotika bei Kindern und Jugendlichen auf Basis von Versicherten-Daten der Krankenkasse Barmer GEK untersucht.

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Doch wie reagieren Eltern am besten, wenn der Arzt ihrem Kind Antibiotika gegen eine akute Mittelohrentzündung oder eine fiebrige Erkältung verschreiben will? Am besten, sie fragen kritisch nach. Die Erkrankungen seien in der Regel Virusinfekte, gegen die Antibiotika nichts ausrichten können, warnen die Experten des Internetportals "Faktencheck Gesundheit" der Bertelsmann Stiftung. Sie haben noch weitere Tipps zum Gespräch mit dem Arzt, zur Behandlung von Erkältungskrankheiten und Ohrenschmerzen und Information über Antibiotika in einer neuen Broschüre zusammengefasst. Auch ein Antibiotika-Pass wird angeboten, in dem jede Einnahme sowie der Name des Präparats festgehalten wird.

Die Experten raten, mit dem Arzt auszumachen, vor dem Einsatz von Antibiotika erst ein paar Tage abzuwarten und das Kind in der Zeit mit Schmerzmitteln zu behandeln, die die Wirkstoffe Paracetamol oder Ibuprofen enthalten und kindgerecht dosiert seien. Ohrenschmerzen könnten durch Auflegen eines Zwiebelsäckchens gelindert werden.

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115 Meinungen zu "Antibiotika für Kinder?"

  • KugelXYZ
    Montag, 26.03.2012, 15:53 Uhr
    Antibiotika bei Kindern mit Vorsicht einsetzen. Am besten gar nicht oder nur, wenn es GAR NICHT anders geht. Was manche Ärzte treiben, ist total verantwortungslos. Es bringt Geld, das heißt Gesundheit für eigene Portemonnaie, aber i.d.R. eben nicht für die jungen Patienten.
  • Solifuga
    Samstag, 10.03.2012, 15:33 Uhr
    "Also an alle Eltern, wenn ihr betroffen sein - oder das Kind, beginnt lieber heute als morgen mit einem entprechenden Darmstärkungsprodukt, auch während der antibiotischen Behandlung." Wer das tun will, sollte darauf achten, dass manche Antibiotika nicht gleichzeitig mit Milchprodukten eingenommen werden dürfen, weil sie sonst mit den Calciumionen aus der Milch Verbindungen eingehen und an Wirksamkeit verlieren.
  • luckyfrog
    Samstag, 10.03.2012, 14:43 Uhr
    Antibiotika ist ein Fluch und ein Segen. Eine Münze mit zwei Seiten. Unser Sohn 5 Jahre leidet des öfteren an Pseudo Krupp und starker Bronchitis. Eben hat er die Kinderklinik wegen Verdacht auf Lungenentzündung, entlassen. Hier wurde das Antbiotika intravinös zugeführt, da die hohe Konzentration den Magen geschadet hätte... Was mich ärgert ist das totale totschweigen darüber, was das Antibiotika dem Darm antut!!! Also an alle Eltern, wenn ihr betroffen sein - oder das Kind, beginnt lieber heute als morgen mit einem entprechenden Darmstärkungsprodukt, auch während der antibiotischen Behandlung. Und nur Jogurt esssen, nützt 0.00! Denn jeder Biotikdrinkjogurt hat eine so große Menge Zucker zugesetzt, dass der Darm noch mehr leiden muss! Gute Gesundheit und ruhig Schulmedizin mit Natur kombinieren. Sie können nur gewinnen.
  • Solifuga
    Freitag, 17.02.2012, 13:45 Uhr
    @Mago1960 "Kurzes Beispiel: Ein Arzt der eine selbst angerührte Salbe gegen Neurodermitis auf den Markt bringen wollte (die auch noch hilft) wohlgemerkt ohne Cortison wurde das untersagt, weil die Pharmaindustrie weiterhin ihre teuren Mittelchen verkaufen wollen." Das wurde seinerzeit nicht "untersagt", es hatte nur keines der Pharmaunternehmen, die der gute Mann zwecks Vermarktung kontaktierte, ein Interesse an der Salbe, weil die Faktenlage denkbar dünn war. Hätte es anders ausgesehen, hätte sich garantiert ein Unternehmen gefunden, denn mit einem wirksamen Neurodermitismittel würde sich ein Schweinegeld verdienen lassen. Man muss sich klarmachen, dass es "die Pharmaindustrie" nicht gibt. Es gibt nur einzelne Firmen, die ihre Erzeugnisse verkaufen wollen, und ob sie dabei Konkurrenten aus dem Weg kegeln, ist denen so egal wie sonstwas. Nachdem die "Erfinder" dieser Salbe mit dieser Story im Fernsehen war und auf einmal alle das Zeug haben wollten, fand sich dann doch noch ein Unternehmen, das die Salbe herausbringen wollte (und das auch getan hat) - dumm nur, dass sich später herausstellte, dass dieser Deal bereits lange vor Ausstrahlung der Fernsehsendung stand. Was soll man dazu sagen, außer dass diese ganze Angelegenheit nach einer gezielten PR-Kampagne stinkt... Offenbar muss man bei den Medien und ihren Konsumenten nur die richtigen Knöpfe drücken ("alternativ!", "pöhse Pharma!", "Unterdrückung!") und schon lassen sie sich jeden Mist aufschwatzen. http://de.wikipedia.org/wiki/Heilung_unerw%C3%BCnscht_%E2%80%93_Wie_Pharmakonzerne_ein_Medikament_verhindern
  • ichhoffeeswirdbesser
    Donnerstag, 16.02.2012, 16:02 Uhr
    Ich finde es schade, dass die Patienten nicht wissen, dass ein Antiboitikum nur gegen Bakterien wirkt. Aber ich finde es erschreckend, dass Ärzte bei viralen Infektionen Antibiotika verschreiben nach dem Motto, wenn der Körper gerade gegen die Viren kämpft soller nich auch noch dei Bakterien bekämpfen müssen. Ich kenne keinen Arzt, der sich darum kümmert, dass der Patient nach der Antibiotikum-Gabe seine Darmflora wieder aufforstet, denn die geht dabei immer mit kaputt. Und ohne die ist man dann wieder anfälliger für den nächsten Infekt. Ich bin nicht gegen Antibiotika, aber nur in Fällen, die erst sind oder drohen erst zu werden. Ansonsten sollte man einen Infekt eben ordentlich auskurieren. Ins Bett einpacken und schwitzen und gerne ofter Dampf-Inhalationen. Eine Krankheit bedeutet auch was: Der Körper war gerade anfällig und braucht eine Auszeit. Wenn man sich diese dann auch gönnt ist man insgesamt weniger krank.
  • flocon10
    Donnerstag, 16.02.2012, 15:49 Uhr
    keine Frage, dass zu viel Antibiotika nicht gut ist. Herrjeh..was soll die ganze oft niveaulose Diskussion! Aber... wenn es sich um eine echte und akute bakterielle Infektion handelt, sollte Antibiotika gegeben werden. Wenn ich an meinen Enkel denke, koche ich vor Wut über die Kinderärztin und hoffe mit dem Krankenhaus, dass es keinerlei Komplikationen oder Spätfolgen gibt.
  • GoddessBastet
    Donnerstag, 16.02.2012, 15:18 Uhr
    Die Schweine humpeln, bluten, ihre Haut ist mit entzündeten Wunden übersät. Dagegen gibt es einfach einen Kilo-Sack Antibiotika ins Futter. Die Tiere sind krank – und sie sind unser Essen. Es sieht überall in der konventionellen Tierhaltung so aus. Das Fleisch dieser mit Medikamenten vollgepumpten Tiere ganz normal in den Handel und damit in unsere Mägen. Die große Gefahr: Durch den ständigen Antibiotika-Einsatz gewöhnen sich die Bakterien im Fleisch an die Medikamente und lassen sich nicht mehr zerstören. Verursachen diese Bakterien in unserem Körper einen Infekt, lässt er sich kaum bekämpfen und breitet sich ungehemmt weiter aus. Über unser Essen und durch übermäßige Verschreibung werden wir mit Antibiotika-Präparaten zugeschüttet, die bald nicht mehr wirken.
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