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19.08.2012, 17:10 Uhr

Böse Souvenirs

Die Welt ist klein geworden. Thailand, Chile, Südafrika - Fernreisen sind für viele selbstverständlich geworden. Doch mitunter folgt auf den Traumurlaub das böse Erwachen: Exotische Länder bieten eben nicht nur phantastische Strände, eindrucksvolle Architektur und unbekannte Gaumenfreuden sondern auch tückische Krankheitserreger. Gegen manche kann man sich impfen lassen - doch gegen andere gibt es keinen vorsorglichen Schutz.

Sabine Stauga arbeitet in der Ambulanz des Hamburger Tropeninstitutes. Hier kann man sich beraten lassen, wenn einen das Reisefieber packt und auch die nötigen Schutzimpfungen geben lassen. "Die Impfungen können lebensrettend sein", sagt die Ärztin. Denn Krankheiten wie Typhus, die hierzulande kaum noch auftreten, sind anderswo auf der Welt noch durchaus verbreitet.

120 Jahre Erfahrung

Im Bernhard-Nocht-Institut hat man mit exotischen Krankheiten viel Erfahrung: Bereits im Jahr 1892 kam der Berliner Tropenmediziner, dessen Namen das Institut trägt, in die Hafenstadt. Der Schüler von Robert Koch wurde entsandt, um in Hamburg wütenden Choleraepidemie Herr zu werden - und zu erforschen. Ab 1893 war er für die medizinische Kontrolle der einlaufenden Schiffe zuständig.

Heute gehört das Bernhard-Nocht-Institut, das er bis 1930 leitete, zu den renommiertesten seiner Art. Im modernen Anbau des altehrwürdigen Gebäudes an der Hamburger Hafenstraße befindet sich unter anderem ein Hochsicherheitslabor der Stufe 4. In ganz Deutschland gab es davon nur noch ein weiteres, nämlich in Marburg, in ganz Europa weitere vier. Hier erforschen die Wissenschaftler die tödlichsten Viren der Welt: Ebola, Marburg-Virus, Lassa.

Im älteren Trakt aber gehen die Mediziner noch immer ihrem ursprünglichen Auftrag nach. Sie kümmern sich um Menschen, die sich in tropischen Gefilden mit hierzulande nicht auftretenden Krankheiten infiziert haben: Viren, Bakterien oder Parasiten wie der Malriaerreger.

Alarmierende Fieberschübe

An einem schönen Sommermorgen herrscht hier reges Kommen und Gehen. "Die meisten Patienten kommen mit Fieber und Durchfall", berichtet Stauga. Nach einem Aufenthalt in exotischen Ländern können das tatsächlich Symptome einer gefährlichen Tropenkrankheit sein. Allein gut hundert Malariafälle schlagen jedes Jahr in der Ambulanz auf. Besonders gefürchtet ist die Malaria tropica. "Unbehandelt verläuft sie schnell tödlich", berichtet die Medizinerin. Aber auch Denguefieber, geschwürverursachende Leishmaniosen  oder sogar Lepra kommen vor. "Diese Patienten haben dann häufig eine Odyssee von Hautarzt zu Hautarzt hinter sich – an Lepra denken die wenigsten."

Die Diagnosestellung ist nicht immer einfach. Der Arzt muss wissen, welche Krankheiten überhaupt infrage kommen, um die richtigen Proben zu entnehmen. Und auch die Laboranten brauchen viel Erfahrung. Theoretisch könne fast jedes Labor eine solche Untersuchung durchführen, sagt Stauga. Aber nur wer die Erreger regelmäßig unters Mikroskop bekommt, entdeckt auch den einen Malaria Parasiten, der sich in der Probe versteckt. "Für den Patienten kann das über Leben und Tod entscheiden."

Hinter der Medizinerin an der Wand hängen bestechend ästhetische Abbildungen diverser Krankheitserreger. Sie sind schön, aber potenziell tödlich. Wenn also nach einem Tropenaufenthalt mysteriöse Symptome auftreten, dem rät die Medizinerin dringend, sich von Experten untersuchen zu lassen.

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Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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Alle News vom: 19. August 2012 Zur Übersicht: Gesundheit

45 Meinungen zu "Tückische Erreger im Urlaub"

  • humerus2
    Montag, 20.08.2012, 13:16 Uhr
    Tückische Erreger, böse Souvenirs. So ein Geseier. Das sind Keime, die dort einfach heimisch sind, mit denen die Einwohner dort zu einem Großteil zurecht kommen, weil seit Jahren dran gewohnt, und von denen einige auch für einheimische sehr gefährlich oder gar tödlich sind (Malaria, Ebola, ..). Wenn nun ein Bleichgesicht aus Europa meint unbedingt in den Tropen urlauben zu müssen und alle Verhaltensregeln ignorieren zu müssen oder sich vorher nicht informieren zu müssen, wie man solchen Infektionen aus dem Weg gehen kann, habe ich wenig Verständnis bis kein Mitleid wenn es zu Infekten kommt. Bedenklich nur, dass dann unser Sozialsystem, sprich Krankenkasse, für so einen Leichtsinn aufkommen muss.
  • motzbock
    Montag, 20.08.2012, 12:47 Uhr
    bubbi99 lol
  • bubbi99
    Montag, 20.08.2012, 11:54 Uhr
    da hab ich doch erst türkische Erreger gelesen und mir gedacht, daß ich dafür ja mal gar nicht in den urlaub fahren muss. Nunja, so Erreger sind immer eine Sache. Mit Tropenkrankheiten etc. ist nicht zu spaßen. Immer schön aufpassen. Ich bleibe lieber hier und suche mir eine Erregerin, dafür brauche ich keinen Urlaub und hab trotzdem Entspannung :-)
  • urmelei
    Montag, 20.08.2012, 11:45 Uhr
    Möchtegern-Mercedes ;-) Einen habe ich noch ;-) Bei dir muß der Stachel aber ganz tief sitzen ;-)))))
  • urmelei
    Montag, 20.08.2012, 11:42 Uhr
    Möchtegern-Mercedes ;-) du möchtest gern einen Mercedes C320 Elegance haben? Nein möchte ich nicht, den fährt schon meine Putzfrau. Rate mal was ich für ein Auto fahre, kommst Du nie drauf :-)))))
  • urmelei
    Montag, 20.08.2012, 11:40 Uhr
    Möchtegern-Mercedes ;-) jawohl, ich schreibe während meiner Arbeitszeit auf "meinem" PC ;-) Und mein Arbeitgeber erwischt mich jedesmal beim posten. Und wenn ich poste, schade ich mir höchstens selbst, kann es aber verkraften ;-) Und was ist bitteschön schwachsinnig an den Beiträgen wenn ich schreibe das es hier Forentrolle gibt die hier unpassende Bemerkungen und Beleidigungen von sich geben. Dies ist eine Feststellung!
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