Billig-Silikon im Busen
Tausende Frauen überall auf der Welt haben sich ihre Brüste mit Silikonkissen aufplustern lassen. Nicht immer ging es dabei hochwertig zu, zum Beispiel wenn Produkte der französischen Firma Poly Implant Prothèse, kurz PIP, die Oberweite vergrößerten. Die Verantwortlichen füllten - wohl aus Profitgier - minderwertiges Silikon in ihre Kissen, das normalerweise als Industrieprodukt auf dem Bau verwendet wird. Der Skandal flog 2011 auf, der Geschäftsführer Jean-Claude Mas trat die Flucht an. Mittlerweile sitzt er im Kittchen, die Firma ist pleite.
Nicht riskant, aber schlecht
Unklar war bisher, ob das Billig-Silikon im Busen gesundheitlich riskant für die Frauen ist. Der schlimmste Verdacht: Ausgelaufenes Silikon könnte Brustkrebs auslösen. Viele Frauen versetzte der Gedanke in Angst und Schrecken, die Polster im Busen könnten leck schlagen. Einige Länder empfahlen, die Kissen entfernen zu lassen, andere beließen es beim Rat zu jährlichen Kontrollen. Jetzt haben Experten der britischen Gesundheitsbehörde NHS einen Abschlussbericht zu den Brustimplantaten vorgelegt. Ihr Fazit: Das PIP-Silikon sei auf lange Sicht nicht gesundheitsgefährdend - es sei weder giftig, noch löse es Krebs aus. "Dass es größere gesundheitliche Probleme gibt, dafür haben wir keine Hinweise gefunden", schreiben die Autoren. Allerdings seien die Kissen "klar von minderer Qualität" und außerhalb der normalen Standards.
Risse im Kissen
Das Team um Prof. Sir Bruce Keogh sammelte sämtliche verfügbaren Daten zu Brustimplantaten aus verschiedenen Ländern. Analysiert wurden die Rissrate der Gelkissen, die Komplikationen bei der Entfernung der Prothesen und die genaue chemische Zusammensetzung des PIP-Silikongels. Insgesamt wurden Informationen von 240.000 Implantaten unterschiedlicher Hersteller studiert, die 130.000 Frauen eingesetzt worden waren. Außerdem nahmen die Fachleute die Ergebnisse von 5.600 Implantat-Entfernungen unter die Lupe. Insgesamt sollen weltweit rund 500.000 Frauen die PIP-Kissen tragen.
Ausführliche Tests des PIP-Gels habe keine langfristige Gefährdung der menschlichen Gesundheit ergeben, berichten die Wissenschaftler. Das Material schädige nicht die Zellen und auch nicht das Erbgut, was Krebs auslösen könnte. Allerdings platzen die PIP-Implantate viel häufiger. Dann besteht die Gefahr, dass das Gel ausläuft, sich im Körper verteilt und beispielsweise in den Achsellymphknoten ansammelt. Die Rupturrate sei fast doppelt so hoch wie bei hochwertigen Silikonkissen. Sechs bis zwölf Prozent sind nach fünf Jahren im Frauenbusen nicht mehr intakt, nach zehn Jahren klettert die Rissrate sogar auf 15 bis 30 Prozent. Zum Vergleich: Bei hochwertigen medizinischen Silikonimplantaten liege die Rissrate nach zehn Jahren bei 10 bis 14 Prozent.
Ungiftige Chemie
Bei einigen Frauen traten nach der Entnahme der PIP-Implantate lokale Reaktionen in der Umgebung des Kissens auf, beispielsweise Schmerzen und geschwollenen Lymphknoten. Solche Beschwerden wurden drei- bis fünfmal häufiger festgestellt als bei anderen Produkten.
Im PIP-Gel ließen sich außerdem höhere Konzentrationen von Siloxanen nachweisen, chemisch sind sie dem Silikon sehr ähnlich. Diese Substanzen stecken aber in vielen Kosmetika für Haut und Haare, beispielsweise in Deos - und sind damit legal. Tatsächlich konnten die Briten in ihren Tests auch keine hautreizende Wirkung des PIP-Gels feststellen – anders als ein früherer Test französischer Behörden.
Die Bringschuld der Ärzte
Auch wenn das Gel nicht als erheblich gefährlich eingestuft wurde - die Autoren bleiben bei ihrer Empfehlung: Wer dies wüscht, solle das Recht haben, die Implantate austauschen zu lassen. Frauen, die sich nicht sicher sind, ob sie minderwertiges Silikon im Busen tragen, sollten bei ihrem Arzt nachfragen. Die kosmetischen Operateure seien ohnehin in der Pflicht, sie hätten einen Fürsorgeauftrag und müssten sich um die Ängste der Frauen kümmern. Ärzte und Kliniken, die PIP-Implantate eingesetzt haben, sollten von sich aus tätig werden, nämlich ihre Patientinnen kontaktieren und sie auf den aktuellsten Stand der Informationen bringen.
"Angst ist selbst Gesundheitsrisiko"
In Deutschland hätten sich 1015 Frauen in den letzten sechs Monaten die PIP-Implantate entfernen lassen, berichtet das Bundesinstitut für Arzneimittel und bei 27 Prozent war mindestens ein Implantat gerissen, bei 20 Prozent war das Silikon ausgelaufen. "Die Rupturrate liegt damit im oberen Bereich der vom NHS ermittelten Rate", kommentiert das Institut.
Ob ein Implantat ausblutet, ist oft nur schwer und nicht zuverlässig bei der Nachsorge feststellbar. Die bildgebenden Verfahren bringen nicht jede Leckage ans Licht. "Nach wie vor sind mittel- und langfristige Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit PIP-silikongefüllten Brustimplantaten nicht auszuschließen", resümiert das BfArM. Die Empfehlung einer Explantation als Vorsichtsmaßnahme habe daher weiterhin Bestand. Vielleicht ist die Silikonentfernung auch aus einem anderen Grund sinnvoll, den die britischen Studienautoren nennen: "Die Angst vor gesundheitlichen Gefahren ist selbst eine Form von gesundheitlichem Risiko."
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Quelle: BfArM, Internet: http://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/riskinfo/empfehlungen/PIP/pip-node.html
NHS, Internet: http://www.dh.gov.uk/health/2012/06/pip-report/
14 Meinungen zu "Ist PIP-Silikon eine Zeitbombe?"
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Puma1949
Donnerstag, 14.03.2013, 11:56 Uhr sumpfdotter: Du dürftest mir nicht privat begegnen. Irgendeine intelligente Frau hat dich wohl mal erfolgreich bekämpft und überwunden. Was du von Frauen behauptest würde ausreichen für eine Klage. Es sind schlicht und einfach LÜGEN, wie du alles verallgemeinerst. Figuren wie du - als MANN bezeichne ich sowas nicht, einen echten Mann kann eine Frau anerkennen und bei ihm die Komplettierung ihres Lebens finden, ebenso umgekehrt - haben Alice Schwarzer groß gemacht. Du bist Abfall. -
Hoffnungsschimmer
Dienstag, 13.11.2012, 10:38 Uhr Ich finde" Sumpfdotters" Meinung hört sich ganz nach einigen Republikanern in der USA an. Gut argumentiert "Jemand1320". Bin vielleicht nicht allzu gläubig, aber ich finde die Redewendung: Wer frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein, doch immer ganz passend für einige Personen. Es gibt tausende von Gründen warum jemand dies oder jenes tut. Warum Menschen auf anderen Menschen rumhacken ohne irgendwelche Hindergründe zu wissen, werde ich wohl nie verstehen. "Verallgemeinern" finde ich auch überhaupt nicht gut. Es gibt nicht nur Frauen, die alles der Männer wegen tun. -
susika25
Samstag, 23.06.2012, 11:45 Uhr Lieber Sumpfdotter, ich glaube, Du kennst Dich mit Implantaten aus - wäre es möglich, daß Du das Brustimplantat im Kopf hast anstelle des Gehirns?? -
pallo
Freitag, 22.06.2012, 17:05 Uhr Liebe Damen, laßt bitte Eure Brüste wie sie sind, kein Silikon!!! Natur ist Natur und das Beste was es gibt. Bei Silis stören die Narben, diese Dinger sind - wenn nicht gut "gemacht" zu prall - wie´n überfüllter Wassersack und: wenn ich auf Gummi stehe, kauf ich mir ´n Geel-Pack. Ich find Plastikbrüste zum ko****. Und erzählt nicht, Ihr macht das nur wegen der Männer, Unsinn!! Ich kenne eine Menge Männer, die auch so denken wie ich. Soo, meine Meinung. Grüße und schöne Wochenende für alle. -
MollyMalone67
Freitag, 22.06.2012, 16:07 Uhr "Kaum ein Geschlecht hat derart große Minderwertigkeitskomplexe wie Frauen und setzen dann falsche Gerüchte in die Welt." Doch, der Gemeine Sumpfdotter. Wie viele Geschlechter gibt es denn im Ganzen? Ich weiß nur von Frauen und Männern. -
inge123
Freitag, 22.06.2012, 16:07 Uhr Sumpfdotter, Bist wohl ein Mann. Ja was glaubst du wohl warum FRAU das alles macht? Doch nur wegen euch!!! Ihr schaut doch auf Titten und auch Arsch. Ich glaub in das Hirn von einer Frau schaut ihr doch wohl nicht. Auweh wenn sie auch villeicht auch noch gescheit ist??? Dann geht MANN doch ganz schnell auf rückzug- so mir geschehen.
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