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09.02.2013, 10:18 Uhr

Dauerstress erhöht Diabetes-Risiko

München (netdoktor.de) – Junkfood, Bewegungsmangel, Fettsucht – die ungünstigen Lebensgewohnheiten in den Industrieländern lassen die Zahl der Diabeteskranken in die Höhe schnellen. Schwedische Wissenschaftler haben jetzt einen weiteren Auslöser entdeckt: Dauerstress. Er lässt das Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken, massiv ansteigen.

35 Jahre unter Beobachtung

Seit den 70er-Jahren beobachteten die Forscher der Universität von Göteborg 7.500 Männer der Geburtsjahre 1915 bis 1925 aus der Umgebung der schwedischen Residenzstadt. In regelmäßigen Befragungen ermittelten sie, wie die Menschen lebten, wie sie sich ernährten und mit welchen gesundheitlichen und persönlichen Herausforderungen sie umgehen mussten.

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Die Wissenschaftler fragten auch nach dem Stress, den die Männer empfanden. Auf einer Sechs-Punkte-Skala gaben die Studienteilnehmer Auskunft,  ob und in welchem Umfang sie am Arbeitsplatz oder im privaten Umfeld Stress empfanden. Kriterien waren zum Beispiel Nervosität, Angstgefühle oder Schlafstörungen.

Diabetesrisiko steigt um die Hälfte

Etwa jeder sechste Mann – das zeigte die Auswertung – stand im Beobachtungszeitraum mindestens über ein bis fünf Jahre unter Dauerstress. Und: Von gut 6.800 Männern, die zu Beginn der Beobachtungen weder an Diabetes noch an Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems gelitten hatten, entwickelten 899 eine Diabeteserkrankung vom Typ 2.

Als die Forscher beide Zahlen übereinanderlegten, stellten sie fest, dass Stressbelastung und Diabetes auffallend oft miteinander in Verbindung standen. Dauerstress ließ das Risiko für die Entstehung einer Diabeteserkrankung vom Typ 2 fast um die Hälfte (45 Prozent) ansteigen.

Vorsorgeuntersuchung beim Arzt

Dabei würden die Krankenkassen viele Vorsorge-Checks übernehmen. >

Auch nach Bereinigung der Daten um andere mögliche Diabetesauslöser wie Lebensalter, sozioökonomischen Status, Bewegungsmangel, Body-Mass-Index oder Bluthochdruck blieb Stress als bedeutender Risikofaktor bestehen. „Bisher gilt Stress nicht als vermeidbare Ursache einer Diabeteserkrankung“, kommentiert Studienleiterin Masuma Novak die Ergebnisse. Dass es einen unmittelbaren Zusammenhang gebe zwischen andauerndem Stress und dem Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, zwinge zum Umdenken. „Stressprävention ist wichtig, um das Diabetesrisiko zu verringern.“

Deutsche unter Druck

In Deutschland klagt jeder Zweite über Stress am Arbeitsplatz, 43 Prozent glauben, dass die Belastung in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat – berichtet der im Januar veröffentlichte „Stressreport 2013“. Multitasking, Leistungs- und Termindruck gehören zu den am häufigsten genannten Stressfaktoren. Politiker fordern, Arbeitgeber müssten dafür sorgen, dass Stress am Arbeitsplatz nicht zum Dauerzustand werde. „Stress darf nicht krankmachen“, sagte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen bei der Vorstellung des Reports. (jr)

Quelle: M. Novak et al: „Perceived stress and incidence of Type 2 diabetes: a 35-year follow-up study of middle-aged Swedish men, Article first published online: 13 DEC 2012”, Diabetic Medicine 2013

Die Informationen dürfen auf keinen Fall als Ersatz für professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte angesehen werden. Der Inhalt von NetDoktor.de kann und darf nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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