Welche Vorsorgechecks sind wirklich sinnvoll?
Viele Krebserkrankungen lassen sich durch Untersuchungen entweder ganz verhindern oder werden zumindest frühzeitig erkannt, wenn die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung noch am höchsten sind. Aber muss man deshalb gleich alle möglichen Vorsorgechecks über sich ergehen lassen?
Auch wenn man sich nicht krank fühlt, kann die Gesundheit beeinträchtigt sein. Um eventuelle Krankheiten frühzeitig festzustellen, gibt es zahlreiche Vorsorgeuntersuchungen - und es kommen stetig neue hinzu. Dabei gelten längst nicht alle diese "Screenings" (Fachbegriff für Früherkennungsuntersuchungen) als wirklich sinnvoll - manche sind aufgrund ihres Risikos sogar umstritten.
Vorsorgeuntersuchungen nicht immer sinnvoll
Experten warnen vor allem davor, sich durch Vorsorgeuntersuchungen in falscher Sicherheit zu wiegen. Vielmehr sollte man sich darüber im Klaren sein, dass frühzeitige Untersuchungen längst nicht vor größerem Übel bewahren können. So hilft eine frühe Diagnose nur dann, wenn die Behandlung auch zu besseren gesundheitlichen Ergebnissen führt. Ist dies nicht der Fall, könnte das Wissen um die Krankheit etwa eine extreme psychische Belastung für den Patienten bedeuten - und das völlig unnötig. Gerade in solchen Fällen besteht immer auch das Recht auf Nichtwissen - dies gilt unter anderem für genetische Tests auf Erkrankungen, für die noch keine wirksamen Behandlungsmethoden existieren.
Jede Untersuchung sollte dahin gehend geprüft werden, welchen Nutzen oder Schaden sie haben kann, rät daher das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Dabei ist sowohl das Alter als auch das individuelle Risiko-Profil ausschlaggebend.
Welche Untersuchung wann?
Trotzdem gibt es zahlreiche Untersuchungen, die durchaus sinnvoll sind. Die meisten von ihnen werden von der Krankenkasse als Leistung übernommen.
Frauen ab 20 Jahren sollten sich einmal jährlich einer gynäkologischen Untersuchung unterziehen, die neben einer gezielten Anamnese eine Inspektion des Muttermundes, einen Krebsabstrich, eine zytologische sowie eine gynäkologische Tastuntersuchung beinhaltet. Wichtig: Ab 30 sollte auch die Brust und die Haut untersucht werden, ist Brustkrebs in Deutschland doch die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Untersuchung beinhaltet eine Inspektion sowie das Abtasten der Brust und der regionären Lymphknoten einschließlich einer ärztlichen Anleitung zur Selbstuntersuchung.
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Gehen Sie regelmäßig zur Krebsvorsorge?
Ab 35 Jahren sollten sich sowohl Männer als auch Frauen regelmäßig dem bereits erwähnten Gesundheits-Check-up unterziehen und damit einhergehend - ebenfalls alle zwei Jahre - ein Hautkrebs-Screening des ganzen Körpers vornehmen lassen, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen.
Männern ab 45 wird einmal jährlich der Besuch beim Urologen empfohlen, wo Untersuchungen von Prostata, Geschlechtsorganen und Enddarm erfolgen. Frauen zwischen 50 und 69 wiederum haben alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme am bundesweiten Mammografie-Screening, ein Brust-Röntgen, um etwaige Tumorbildungen frühzeitig zu erkennen.
Darmuntersuchungen gehören für Männer und Frauen ab dem 50. Lebensjahr zum Vorsorge-Programm, außerdem bis 55 jährlich die Analyse einer Stuhlprobe auf verborgenes Blut. Ab 55 wiederum ist es für Frauen wie für Männer ratsam, eine Darmspiegelung vornehmen zu lassen. Diese Maßnahmen dienen der Früherkennung von Dickdarmkrebs. Da die Kosten für diese Untersuchung nur zweimal innerhalb von zehn Jahren von der Krankenkasse übernommen werden, können in der Zwischenzeit alle zwei Jahre weiterhin Stuhlproben abgegeben werden.
WHO-Kriterien zur Beurteilung von Vorsorgeuntersuchungen
Um Patienten die Entscheidung leichter zu machen, ob eine bestimmte Untersuchung wahrgenommen werden soll oder nicht, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschiedene Kriterien festgelegt:
- Bei der Vorsorgeuntersuchung soll nur auf Krankheiten mit ernsthaften Folgen hin untersucht werden, sodass der Patient einen klaren gesundheitlichen Vorteil davon hat.
- Es muss eine zuverlässige Untersuchungsmethode vorhanden sein, die selbst nicht schädlich ist.
- Es muss eine Therapie verfügbar sein, die erfolgreicher ist, wenn man sie frühzeitig erhält.
- Patienten müssen neutral über die Früherkennung informiert werden, damit sie die Vor- und Nachteile für sich selbst abwägen können.
28 Meinungen zu "Welche Checks müssen sein?"
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lucy0780
Dienstag, 05.02.2013, 10:54 Uhr @ antihaters. Mit der Hetze gebe ich dir Recht, Ärzte sind auch nur Menschen und machen Fehler aber dann sollten Sie auch dazu stehen. Weil wenn ein Arzt einen Fehler macht dann geht es dem Menschen danach meistens schlechter wie vorher. Ich habe so einen Fall in der Familie und der damalige Op Arzt läßt sich jetzt auch nach 6 Jahren verleugnen wenn meine Ma mit Ihm sprechen will. Gut mittlerweile lebt sie mit den Schmerzen und nimmt Morphium aber der Arzt kann weiter machen wie bisher und meine Ma muß bis ans Lebensende schmerzmittel nehmen. Sie wollte nur eine Stellungsnahme und Entschuldigung sonst nichts. Was das andere betrifft mein Arzt sagte letztens zu mir um eine Frühe Behinderung in der Schwangerschaft ausschliessen zu können gibt es zwei Test. Der eine kostet ungefähr 100€ und der andere 1500-2000€ der teurere ist aber nur 2% sicherer wie der günstige. -
lucy0780
Dienstag, 05.02.2013, 10:44 Uhr Ob nun kein Rauchen, kein Alkohol und Gesunde Ernährung ein garant für keinen Krebs ist bestreite ich. Opa ist 91 geworden trotz Rauchen und Schwiegermutter ist Ohne Rauchen, ohne Alkohol mit ausgewogener Ernährung grade mal 56 Jahre alt geworden bevor der Krebs sie beim zweiten Mal besiegt hat!!!! Auch wenn das wahrscheinlich die Minderheit ist aber es gibt auch solche Fälle!!!! -
alexbum
Dienstag, 05.02.2013, 10:04 Uhr Nicht Rauchen, kein Alchohol, gesunde Ernährung und regelmässiges Sport machen das Ganze überflüssig. Lasst euch nicht Abzocken!!! -
antihaters
Mittwoch, 11.07.2012, 15:17 Uhr @steff65: schön, dass hier auch noch vernünftige Leute etwas schreiben und nicht nur solche, die sofort auf jede Sensationsnachricht springen und Leute verurteilen von deren Beruf und Ausbildung sie nichts verstehen. Ich persönlich habe bis jetzt noch keinen Arzt getroffen, bei dem es mir vorkam als würde er mich absichtlich ausnehmen wollen. Wenn ein Arzt mir die Option auf eine kompliziertere und damit teurere Behandlung vorschlägt, dann bin ich ihm doch dankbar dafür, dass er mir eine Wahl lässt und alle Möglichkeiten zeigt. Diese Hetze und Verallgemeinerung, die hier oft und nicht nur von Forenmitgliedern, sondern auch von den Artikelschreibern betrieben wird ist schrecklich. Auch die allgemeine Ablehnung gegen Vorsorgeuntersuchungen muss nicht sein! Die meisten, die hier mit stolzgeschwellter Brust schreiben, dass sie sich nicht wegen so einem Quatsch ausnehmen lassen und zu schlau dafür sind, haben persönlich wahrscheinlich von Medizin keine Ahnung und führen jetzt dazu, dass andere Leute sich nicht rechtzeitig untersuchen lassen und deswegen sterben könnten. Und zu dem Artikel Ärztepfusch: 1. siehe steff65 und 2. sind Ärzte immer noch Menschen, die auch so zu behandeln sind. Was glaubt ihr denn wie schlecht sich ein Arzt fühlt, wenn er einen Fehler macht, der das Leben eines anderen beeinflusst und dann wird noch über ihn gelästert? -
antihaters
Mittwoch, 11.07.2012, 15:04 Uhr @Highlander64: Was ist wenn es stimmt? Soll er es dir nicht sagen? Was er gesagt hat ist zuerst mal nur eine Information, was du damit machst ist deine Sache.
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