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15.02.2012, 16:50 Uhr

Regierung will Kampf gegen Sucht verstärken

Berlin (dpa) - Alkohol, Zigaretten und andere Drogen halten weiter Millionen Menschen in Deutschland im Griff - die Bundesregierung will nun Aufklärung und Beratung im Kampf gegen Sucht verstärken.

Dafür gab das Bundeskabinett nach langer Vorbereitung einer Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik grünes Licht, die einen Aktionsplan von 2003 ersetzt.

"Es ist unser Ziel, dass Suchterkrankungen möglichst gar nicht erst entstehen", sagte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) in Berlin. "Daher ist es wichtig, besonders Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene frühzeitig mit präventiven Maßnahmen zu erreichen, vor allem in der Schule und in der Ausbildungsstätte."

Dyckmans sagte, auch Mischkonsum, Onlinesucht und neue Substanzen sollten angegangen werden. Auch Erwachsene sollten mit Vorbeugung erreicht werden, etwa in Betrieben und im Krankenhaus. Prävention soll sich genauer auf Risikogruppen ausrichten.

Die Drogenexpertin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sagte: "Statt einen undifferenzierten Verbote- und Bevormundungsrundumschlag zu zelebrieren, setzt die Drogenbeauftragte ihre Schwerpunkte auf umfangreiche Prävention und Aufklärung."

Konkret soll Eltern geholfen werden, mit dem Alkoholkonsum Jugendlicher umzugehen. Erst Ende Oktober war die Förderung eines Modellprojekts zur Beratung solcher Eltern durch das Bundesgesundheitsministerium ausgelaufen.

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Aufklärungsprojekte der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ("Alkohol - Kenn dein Limit") sollen ausgebaut werden. Projekte zur Alkoholprävention in Betrieben sollen verstärkt werden. In Gesundheitsberufen soll es mehr Aus- und Fortbildungsangebote zum Nichtrauchen geben. Die ärztliche Behandlung zur Tabakentwöhnung schwerkranker Raucher soll verbessert werden.

Das Problem des Medikamentenmissbrauchs soll aufgearbeitet werden. Gegen Glücksspielsucht setzt die Regierung auf mehr Spieler- und Jugendschutz sowie Vorbeugung. Zu suchthaftem Dauersurfen im Internet sollen Daten erhoben und die Medienkompetenz bei Jugendlichen gestärkt werden. Gegen illegale Drogen sollen Partygänger gezielt angesprochen werden.

Dem bisher letzten Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vom Mai 2011 zufolge rauchen insgesamt 16 Millionen Menschen. 110 000 Menschen sterben pro Jahr daran. Insgesamt gefährden sich 9,5 Millionen Menschen durch übermäßiges Trinken. Mindestens 73 000 sterben jedes Jahr an den Folgen von Alkoholmissbrauch. Jugendliche greifen zwar seltener zur Flasche, zur Zigarette oder zum Joint. Zuletzt nahm das Rauschtrinken bei jungen Erwachsenen aber wieder zu.

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Der bisherige Aktionsplan Drogen und Sucht des Bundes aus dem Jahr 2003 sah unter anderem vor, das Rauchen einzudämmen und den Alkoholkonsum pro Kopf zu senken. Laut "Jahrbuch Sucht" lag dieser 2003 im Bundesschnitt bei 10,2 Litern. Nach den jüngsten Zahlen 2009 ging er seither leicht auf 9,7 Liter zurück. 2003 rauchten 33 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen. Zuletzt waren es 31 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen.

Experten fordern seit langem verstärkte Kontrollen und Sanktionen, wenn Händler Jugendlichen Schnaps verkaufen. Auch ein verstärkter Einsatz von jugendlichen Testkäufern kommt immer wieder ins Gespräch. Verkaufsverbote in der Nacht wie derzeit nur in Baden-Württemberg sind ebenfalls in der Diskussion. Auch über Einschränkungen bei Werbung und höhere Steuern wird seit Jahren immer wieder debattiert. Die betroffenen Branchen sind in diesen Punkten allerdings skeptisch bis ablehnend. Den neuen Aktionsplan hatte Dyckmans bereits im Oktober 2010 angekündigt.

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8 Meinungen zu "Die Sucht im Keim ersticken"

  • lenaisabel
    Donnerstag, 16.02.2012, 13:40 Uhr
    Die Politiker versuchen zu arbeiten.
  • Gesichtselfmeter
    Donnerstag, 16.02.2012, 13:16 Uhr
    Warum wird überhaupt eine Unterscheidung bei wesensveränderten Drogen (und dazu gehört auch Alkohol) gemacht? Wer Alkohol verbieten möchte, drängt suchtkranke Menschen in die Kriminalität, diese Leute gehören in professionelle Hände aber nicht in den Knast. Meines Erachtens kann man sogar über eine Legalisierung von Drogen nachdenken, allerdings den Verkauf (auch von Alkohol) auf ein Alter ab 21 heraufsetzen, gerade der Cliquenzwang ist in einem solchen Alter nicht mehr so stark ausgeprägt wie in den ganz frühen Jahren, wo oftmals "breit sein" dazugehören zu scheint. Im Endeffekt würde es allen helfen: Die Jugend wird ein wenig mehr geschützt und die Abhängigen von illegalen Drogen würden nicht mehr in die kriminelle Ecke gedrängt
  • saffy
    Donnerstag, 16.02.2012, 12:59 Uhr
    Solange uns die Werbung weismachen will, daß Alkohol "Spaß" macht, wird sich nicht viel ändern. Es gibt zwar Gegenkampagnen, doch die sind spärlich gesät. Erst neulich habe ich gesehen, daß direkt nach einem Antialkoholspot für Aperol geworben wurde. Ein Fernsehwerbungsverbot für Zigaretten gibt es schon lange, warum nicht auch endlich für Alkohol? Wenn ich dann sehe, daß einem stadtbekannten Säufer eine Entziehungskur nach der anderen von der Krankenkasse bezahlt wird, aber ein schwer behindertes Kind keinen geeigneten Rollstuhl bekommt, wird mir doppelt schlecht... Außerdem sollte Alkohol nur noch in speziellen Läden angeboten werden (Zugang erst ab 18 Jahren). Daß das Zeug in jedem Supermarkt erhältlich ist, finde ich skandalös!
  • zodiac1968
    Donnerstag, 16.02.2012, 12:51 Uhr
    Warum darf immer noch für Alkohol Werbung gemacht werden? Sponsor des DFB ist eine Bierbrauerei namens Krombacher..... Das sich die Bierbrauereien nicht in der Verantwortung sehen ist traurig genug, natürlich hat jeder selber die Verantwortung, aber offensichtlich geht hier Geld vor Verantwortung.
  • mikes1501
    Donnerstag, 16.02.2012, 11:12 Uhr
    hallo ! info .laut tv berichten ,3 sat ,zdf ,bewiesenen neurologischen hirnforschungen in der mhh hannover ,oder in der schweiz ,zürich , entstehen alle süchte in dem ,belohnnungsareal , im gehin jedes menschens.soll heissen ,wer als kind bis zum 12lebensjahr nicht von seinen eltern genug belohnt ,gelobt ,anerkannt wurde ,will dieses natürliche bedürfnis ,später mit süchten verschiedenster art ,als quasi selbstbelohnung ,nachholen!!!!!!alles anerkannte studien.dann wäre folgerichtig der erste schritt ,eltern müssten genug zeit für die erziehung haben ,einigermassen genug geld verdienen um an der gesellschaft posititv teilzunehmen ,um positives an ihre kinder weiterzeben ,und nicht hartz 4 oder keinen mindestlohn als eine absolut negative einkommensquelle.in deutschland gibt es das statistische bundesamt .dort wird jegliches verhalten filigranst unseres volkes aktenkundig erfasst und steht für alle unsere angeblichen demokratischen politiker zur verfügung.wenn mir diese information bekannt ist ,wieso sagt die präsidentin der deutschen spirituosenindustrie laut interview im tv ,sie sehe keine suchtverantwortung ihrer klientell.jeder einzelne seih selbst verantwortlich .in unserer extem hart gewordenen gesellschaft ,wo kindern schon in der schule bewusst wird ,ohne harte leistung ,gibt es keine lehrstelle ,keinen zukunftsorientierten studienplatz ,und dann die frage zu welchen arbeitsverträgen ,3 monate oder 6 ,1 ,geschweige denn einen küdigungsschutz ,immer auf dem schleudersitz ,nicht zu wissen wie es wirtschaftlich weitergeht?und das alles in jungen jahren,wo uns die natur lebensfrohsinn und eine positive lebenseinstellung für die zukunft mit auf den lebensweg gibt .dieser absolute wiederspruch!!! ist allen politikern absolut bekannt .aber schon wie bei den zigaretten ,ist alkohol ein grosser eingeplanter steuerposten im staatshaushalt.ebenso die langzeiterkrankungskosten ,von denen die pharmaindustrie und ärzteschaft gut lebt.seit menschengedenken gab es alkohol in der menschheit .wenn die politiker ,,wirklich ,, etwas bekämpfen wollen??????? müssten sie alkohol verbieten!! oder eine lebensfeundliche familien ,und arbeitspolitik, gesellschaft ermöglichen!! ohne ständige existenzängste .genau das ist aber absicht der inustriebosse.angst ist das beste druckmittel und bringt mehr geld in ihr!! portemonaie . und deshalb wird weiter gelogen ,und mit absicht der bock zum gärtner gemacht.die politiker haben die macht , an der wurzel des übels etwas zu verändern ,aber wie immer ,gewinnt das geld !!!! und nicht die menschlichkeit!es war schon in der geschichte der letzten 2000 jahre immer so ,und es wird so bleiben, weil wir menschen so sind ,wie wir sind ,und das wissen unsere angeblichen demokraten in berlin
  • franzll
    Donnerstag, 16.02.2012, 09:09 Uhr
    Alkohol gehört schon längst verboten. wir haben weit weit weit mehr alkoholkranke und paychisch schwer geschädigte, als die meisten glauben. das problem ist, dass mit alkohol und zigarettten zu viel geld für die regierung raus schaut. gebt auf youtube mal den begriff "bbc exklusiv das drogen abc" ein. das sind 5 teile, in denen man die auswirkungen der 20 härtesten drogen beschreibt. alkohol ist übrigens auf platz 5. die doku ist wirklich sehr interessant.
  • ebione
    Donnerstag, 16.02.2012, 07:49 Uhr
    Das ist leider alles wieder nur heiße Luft, die die Polit-Affen in die Medienwelt blasen.
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