Rosarote Brille: Ecstasy macht blind für negative Emotionen
Ecstasy verstärkt Gefühle und Gedanken. Dieses vermeintlich „intensivere“ Erleben macht den Wirkstoff MDMA (3,4-Methylendioxymethamphetamin) zu einer beliebten Partydroge. Frühere Studien haben gezeigt, dass das Hormon Oxytocin dabei eine Rolle spielt. Die Pharmakologen und Psychologen von der Universität Basel wollten nun wissen, wie Ecstasy den Oxytocinspiegel und die Empathie verändert.
Augen-Test im Drogennebel
Dafür gaben sie 48 Männern und Frauen eine Pille und unterzogen sie einem Test: Anhand von Fotos der Augenpartie sollten sie den mentalen Zustand der Fotografierten einschätzen. Zweimal wurden die Teilnehmer zum Test geladen. Einmal schluckten sie vorher Ecstasy, am anderen Tag gab man ihnen eine wirkstofffreie Weder Versuchsleiter noch Teilnehmer wussten, wer wann welche Pille bekam.
Empathischer fürs Positive
Die berauschten Männer und Frauen schnitten insgesamt nicht besser ab. Sie waren also nicht allgemein empathischer. Allerdings erkannten sie freundliche oder interessierte Gesichtsausdrücke überdurchschnittlich gut. Bei neutralen Mienen war die Trefferquoten zwischen Drogenkonsumenten und Zuckerpillenschluckern gleich hoch. Ging es darum, misstrauische und herausfordernde Ausdrücke zu deuten, taten sich die Ecstasy-Konsumenten jedoch deutlich schwerer. Die Forscher fanden auch Hinweise darauf, dass die rosarote Brille einerseits und die Emotionsblindheit andererseits durch Oxytocin vermittelt werden. Bei Probanden unter MDMA-Einfluss maßen sie höhere Spiegel des Hormons. (nb)
Quelle: Hysek, C.M., Domes, G., Liechti, M.E.: MDMA enhances "mind reading" of positive emotions and impairs "mind reading" of negative emotions. Psychopharmacology (2012) 222:293–302 | doi: 10.1007/s00213-012-2645-9
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10 Meinungen zu "Ecstasy macht Emotionsblind"
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elimakrazu
Dienstag, 28.08.2012, 13:36 Uhr wieso hat mir keiner bescheid gesagt! :D -
Leyline01
Mittwoch, 15.08.2012, 15:08 Uhr @ Flaschenteufel Eine Solche Studie nennt man auch doppelblind-Test. Weder die Patienten und auch der behandelnde Mediziner nicht wissen, wer welche Substanz erhält (Versuchsperson und Versuchshelfer „blind“). Dadurch wird der Einfluss von Erwartungen und Verhaltensweisen, die durch diese Information ausgelöst würden, eliminiert. Verständlicher Weise gibt es einen Schlüssel der für die Testauswertung angewandt wird um nachzuvollziehen wer wann was eingenommen hat. -
Flaschenteufel
Dienstag, 14.08.2012, 14:29 Uhr "...Einmal schluckten sie vorher Ecstasy, am anderen Tag gab man ihnen eine wirkstofffreie Tablette. Weder Versuchsleiter noch Teilnehmer wussten, wer wann welche Pille bekam..." Da hat man dann als halbwegs denkender Mensch auch schon wieder aufgehört zu lesen. Welches hirnverbrannte Institut merkt nicht wenn die Probanden unter XTC stehen oder nur ein Placebo gefuttert haben? o0? Nehmen die nur Probanden mit entferntem Gehirn und lassen Raab & Bohlen da herumdoktorn??? Mal davon abgesehen dass es ja eine SEHR große Überraschung ist dass man positiv gestimmt ist wenn man Mixturen irgendwo zwischen MDMA und Amphetamin einnimmt. ...und mal ganz davon abgesehen dass es heutzutage schon so viele Designerdrogen gibt dass man mit dem Überbegriff XTC so eine große Wirkstoffgruppe bezeichnet dass jegliche Versuche die belegen "dass xtc bliblablup ist" so rein gar nichts aussagen. -
Unicum
Dienstag, 14.08.2012, 13:37 Uhr @Anghuwei "Ja, mit den Drogen das ist so eine Sache, aber das muss jeder für sich entscheiden." Ich hinterfrage mal das 'muss' weil ich unterstelle das es nicht _jeder_ selbst entscheiden kann. Ich denke wenn jeder Junky am anfang seiner "Karriere" genau wusste wie dreckig es ihm am ende geht,... aber vorherschend ist immer noch die Meinung "Mir wird das schon nicht passieren und alle die davon abraten sind eh nur übervorsichtige Spiesser und Spassbremsen" Selbst bei Alkohol: jeder weis das man mit alkohol nicht autofahren darf aber machen tun es eben immer noch viel zu viele. -
bamblewituna
Dienstag, 14.08.2012, 13:35 Uhr Was ist denn ein negatives Gefühl? Dass ein Anti-Depressivum mich von Traurigkeit ablenkt, ist doch wohl Sinn der Sache! Wie wäre es mal mit einer Studie über den positiven Effekt des Tabak-Konsums - da konnte mir nämlich bis jetzt noch kein Kettenraucher Auskunft drüber geben... -
EgoPur
Dienstag, 14.08.2012, 13:32 Uhr Verdammt, den Test haette ich auch gern mitgemacht !!! -
ElStupido
Dienstag, 14.08.2012, 12:26 Uhr Ich kann die Gesichtsausdrücke auf dem Bild irgendwie nicht deuten...
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