Atomexperten in Teheran eingetroffen
Es ist das zweite Mal binnen eines Monats, dass IAEA-Fachleute in den Iran reisten. Ein erster Besuch der IAEA-Experten Ende Januar hatte nach Ansicht der Wiener Atombehörde keine nennenswerten Fortschritte gebracht. Die Regierung in Teheran hatte die Gespräche dagegen als positiv und konstruktiv bezeichnet. Es war zunächst unklar, ob das IAEA-Team iranische Nukleareinrichtungen besuchen würde.
Vor dem Abflug nach Teheran sagte IAEA-Chefinspektor Herman Nackaerts am Sonntagabend auf dem Wiener Flughafen: "Wichtig ist, dass wir hoffen, einige konkrete Ergebnisse nach der Reise vorweisen zu können". "Die wichtigste Priorität ist es natürlich, die noch offenen Streitpunkte um die möglichen militärischen Dimensionen des nuklearen Waffenprogramms anzugehen", sagte Nackaerts. "Es handelt sich um einen sehr komplexen Streitpunkt, der Zeit braucht. Aber wir hoffen, es wird konstruktiv."
Der Westen verdächtigt die iranische Regierung, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie an einem Atomwaffenprogramm zu arbeiten. Die Führung in Teheran bestreitet das. "Wir werden unseren Weg und die friedliche Nutzung der Atomtechnologie ohne jegliche Zweifel und mit Selbstbewusstsein fortführen", kündigte Irans Außenminister Ali-Akbar Salehi am Sonntag in Teheran an.
Auslöser für die neue Eskalation im Atomstreit sind Äußerungen von Diplomaten in Wien, wonach der Iran in Kürze mit der Installation tausender Uran-Zentrifugen der 4. Generation in der neuen Anreicherungsanlage in der Stadt Fordo beginnen könnte. Die leistungsfähigeren und schnelleren Zentrifugen könnten den Prozess deutlich beschleunigen, berichtete die britische BBC am Sonntag.
"Ich bin sicher, dass der nächste (IAEA-)Report über bedeutende Fortschritte in Fordo sprechen wird. Aber es wird eher um die Größenordnung von Hunderten neuen Zentrifugen vom Typ IR-1 gehen, als um die Fähigkeit des Iran, in Kürze tausende Zentrifugen dazuzuschalten, seien es IR-1 oder andere", relativierte ein westlicher Diplomat in Wien am Abend die Spekulationen um die Zahl der neuen Zentrifugen im Iran. "Diese Fortschritte sind zwar unerwünscht und ein offener Bruch der UN-Sicherheitsratsresolutionen, aber sie sind nicht so sensationell wie die Medien sie darstellen."
Der britische Außenminister William Hague hatte Teheran erneut vorgeworfen, Atomwaffen zu entwickeln. "Die Iraner sind ganz klar dabei, ihr nukleares Waffenprogramm voranzutreiben", sagte er der Zeitung "Daily Telegraph".
Hague hält im Nahen Osten auch ein neues atomares Wettrüsten wie im Kalten Krieg zwischen Ost und West für möglich. Allerdings fehlten die Sicherheitsmechanismen, wie sie damals zwischen dem Westen und der Sowjetunion wirksam gewesen seien.
Irans Außenminister Salehi kommentierte die Äußerungen: "Das ist nur ein Versuch (der Briten), in den Medien Stimmung gegen den Iran zu machen."
Hague stellte auch klar, dass Großbritannien einen Militärschlag gegen den Iran nicht unterstütze. Auch US-Generalstabschef Martin Dempsey warnte: "Es wäre zu diesem Zeitpunkt nicht weise, den Iran anzugreifen", zitierte die US-Agentur Bloomberg den General. Ein Militärschlag werde keinem langfristigen Ziel Israels dienen. "Wir wissen auch, oder glauben zu wissen, dass das iranische Regime noch keine Entscheidung darüber gefällt hat", eine Atomwaffe zu bauen. Israel sieht im iranischen Atomprogramm eine große Bedrohung.
Außenminister Guido Westerwelle warnte vor einer Verschärfung des Streits. "Eine Eskalation - von welcher Seite auch immer - muss jetzt im allseitigen Interesse vermieden werden", sagte er am Sonntag beim G20-Außenministertreffen im mexikanischen Badeort Los Cabos.
Als Antwort auf die jüngsten Sanktionen stoppte der Iran Erdölexporte nach Großbritannien und Frankreich. Es seien "andere Abnehmer" gefunden worden, hieß es dazu lapidar aus dem Erdöl-Ministerium in Teheran.
1257 Meinungen zu "Atomexperten in Teheran"
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MM2012
Donnerstag, 23.02.2012, 17:30 Uhr "Was machen die eigentlich, wenn der Westen sich vom Öl unabhängig macht?" Öl wird noch für lange Zeit den Motor der westlichen Wirtschaft antreiben. Da beißt keine Maus den Faden ab. Nur schwinden die Resourcen von Jahr zu Jahr schneller, als wir das tatsächlich wahrhaben wollen. Der Peak-Level, also die maximal mögliche Fördermenge, wurde schon vor Jahren überschritten. Verschärfend kommt noch hinzu, dass nun die Nationen der Rad- und Rikscha-Fahrer nun auch in den Genuß automobiler Bequemlichkeit kommen wollen. Da werden die Vorkommen wohl noch eher versiegen. Mittlerweile wird ja schon in Kanada der Ölsand mit hohem technischen und ernergetischen Aufwand "ausgesaugt", weil es sich "rechnet". Allein der CO2 Ausstoß bei der Gewinnnung dieses Öl´s ist gigantisch. Da will man wirklich nicht darüber nachdenken .... -
ennisu2
Mittwoch, 22.02.2012, 16:49 Uhr MM2012 Atomwaffen in den Händen fundamentaler Religionsvertreter? Ein Horrorszenario. Klingt jedenfalls nicht so gemütlich.... Oder wollen die ihr Öl erfolgreich gegen den Zugriff anderer, gieriger Mächte schützen, den Preis dafür in schwindelerregende Höhen treiben? Was machen die eigentlich, wenn der Westen sich vom Öl unabhängig macht? Also ich glaube, dass das bereits im Bereich des Wahrscheinlichen liegt...dauert vielleicht noch ein bissel...und im Prinzip bedienen sich die Iraner ja nun auch der westlichen und vor allem vom Westen entwickelten Technologien wie Handy und Internet, um gegen den Westen vorzugehen. Auch für ihre Atomanlagen haben sie Wissenschaftler im Westen ausbilden lassen. Das ist schon sehr seltsam alles. Aber Krieg ist immer die schlechteste Lösung. Egal wie, wo und warum. -
Girgir
Mittwoch, 22.02.2012, 16:42 Uhr ennisu eben. Wer so ein Zeug auch nur in Erwägung zieht, es einzusetzen, der ist einfach nur ein Vollkoffer und gehört entfernt bzw. vor ein Tribunal gestellt. Was die AKW`s angeht, da lang ich mir auch an den Kopf. Da ist A. Nicht der Einzige in der Region, der das macht und allene dafür gehören solche Politiker zum Teufel gejagt. Gibt sogar welche, die lassen die Dinger NACH dem Fokushimavorfall von Tepco bauen! Denen ist nichts heilig, aber schon gar nichts. Und so was regiert ein Land. Wo bleibt denn da, verdammt nochmal, die UN? Wozu gibts den Verein eigentlich? Zum Mandate vergeben, daß man in Länder einfallen kann, und Terroristenregierungen installieren, so wie sie das in Libyen gemacht haben? @NH stimmt, hast recht. Trotzdem sollte man solche Verträge von Zeit zu Zeit erneuern. D.h. eigentlich bräuchte es die Dinger gar nicht, wenn das Zeug von Hause aus von der Weltgemeinschaft abgelehnt bzw. verboten würde. Und wenns einer doch macht, dann gibt es einfach böse Konsequenzen für die Verantwortlichen. Sprich: Einen Tritt in den Allerwertesten, Amtsenthebung, Einfrieren sämtlicher Konten, keinereli staatliche Unterstützung etc., so daß denen nicts anderes pübrig bleibt als Tüten zu kleben um weiterleben zu können. -
stativ
Mittwoch, 22.02.2012, 16:33 Uhr "Außenminister Guido Westerwelle warnte vor einer Verschärfung des Streits. "Eine Eskalation - von welcher Seite auch immer - muss jetzt im allseitigen Interesse vermieden werden", sagte er am Sonntag beim G20-Außenministertreffen im mexikanischen Badeort Los Cabos." Na dann soll er den Israelis mal sagen, daß die n bissl kürzer treten sollen. Aber das bekommt er sicher nicht auf die Reihe!!! ....wird wohl damit beschäftigt sein, gut gebaute Jungs am Strand am Beach zu beobachten -
MM2012
Mittwoch, 22.02.2012, 16:32 Uhr Haben sich die Mullahs in den Kopf gesetzt, Atombomben als Drohmittel gegen den Westen zu entwickeln bzw. zu besitzen? Kernreaktoren, die Plutonium erbrüten können, sollen sie ja schon im Betrieb haben. Die Technologie ist auch dank deutscher Hilfe im Iran vorhanden. Atomwaffen in den Händen fundamentaler Religionsvertreter? Ein Horrorszenario. Oder wollen die ihr Öl erfolgreich gegen den Zugriff anderer, gieriger Mächte schützen, den Preis dafür in schwindelerregende Höhen treiben? Momentan sieht es so aus, wenn man die Preisentwicklung alleine hier in D an den Tankstellen verfolgt..... -
NH278
Mittwoch, 22.02.2012, 16:30 Uhr Girgir Nein. Keine Klausel. Unterschrieben am 01.07.1968, ratifiziert 1970. Verlassen kann man den Vertrag allerdings jederzeit (3 Monate nach Ankündigung). Dann hätte aber das Versteckspiel ein Ende... -
ennisu2
Mittwoch, 22.02.2012, 16:29 Uhr Girgir Auf alle Fälle gehört das ganze Atomgelumpe (ausser, man brauchts für medizinoische Zwecke) in die Tonne. Und zwar überall auf der Welt. Ach ja - das wäre zu schöööön. Hier versuchet man allerdings bisher vergeblich und verzweifelt, die richtige Tonne für diesen Abfall zu finden... Aber Herr A. handelt ja ganz sicher im Namen und zum Wohle seines Volkes - und das mit dem Bau von AKWs in einem erdbebengefährdeten Land, während unsereins versucht, andere Möglichkeiten zur Energiegewinnung zu finden.
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