Serie von Überfällen auf Wettbüros in Wien geklärt
Den Polizisten dürften dabei richtig dicke Fische ins Netz gegangen sein. Die Vier sind verdächtig, beginnend mit dem Heiligen Abend acht Wettbüros in der Bundeshauptstadt überfallen zu haben. Beim neunten Raubzug wurden sie gestoppt.
Die aus dem Irak, Marokko, Slowakei und der Türkei stammenden Verdächtigen sollen bei ihren Coups in den vergangenen zwei Monaten immer mit der Gaspistole bewaffnet gewesen sein, außerdem hätten sie eine sehr hohe Gewaltbereitschaft gehabt. Sie drohten ihren Opfern sowohl verbal als auch mit Schlägen, sagten die Kriminalisten. Beim ersten Überfall sei ein Kellner mit einem Messer am Oberschenkel verletzt worden, "weil er zu langsam den Tresor öffnete", sagte Robert Klug vom Landeskriminalamt Wien.
Erhebungen des Landeskriminalamtes Wien (Gruppe Götzmann) führten zur Ausforschung der Männer, die immer nach dem selben Modus Operandi vorgingen: Einer der Verdächtigen gab sich in den Wettbüros als Spieler aus. Er ging in eine Wettkoje, spielte und ließ sich den Gewinn auszahlen. In diesem Moment kamen zwei weitere Räuber hinzu und überfielen das jeweilige Lokal.
"Den Kardinalfehler machte einer der Täter am vergangenen Samstag", sagte Klug. Er schoss mit einer Gaspistole aus dem Fenster eines Asylheims, in dem er wohnte, wurde festgenommen und verhört, musste aber mit der Auflage eines Waffenverbots wieder freigelassen werden. Anschließend wurde eine "Spontanobservation" durch die WEGA durchgeführt, Hinweise auf einen bevorstehenden Überfall verdichteten sich, erklärte Klug.
Schließlich trafen sich die Verdächtigen am Sonntag in einem Lokal in Rudolfsheim-Fünfhaus und wurden dabei von den Polizisten überwacht. Die Männer sprachen bei ihrem Treffen davon, eine "Bäckerei zu besuchen". "Das war ihr Code für einen Wettbüro-Überfall", so der Ermittler.
© APA
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