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26.01.2012, 17:31 Uhr

Spitäler wiesen Schwangere ab - Kind verloren

Eine schwangere Frau, die plötzlich heftige Blutungen bekommen hat, soll von zwei Wiener Spitälern abgewiesen worden sein. Wie die Tageszeitung "Kurier" berichtete, hat die 26-Jährige nun ihr Kind verloren. Die beiden Spitäler wiesen die Vorwürfe zurück, die Frau hätte sich nicht als Notfall angemeldet und von leichten Blutungen gesprochen. Gesundheitsminister Stöger will den Fall prüfen lassen.

Die 26-Jährige - damals in der 13. Woche schwanger - wachte am 12. Jänner mit starken Blutungen auf, wie sie dem "Kurier" sagte. Angehörige brachten sie ins Spital Göttlicher Heiland. Obwohl sie umgehend untersucht wurde, ist keine Ursache für die Blutung gefunden worden. Die Ärzte versicherten ihr, dass es dem Kind gut gehe, sie wurde nach Hause geschickt. Weil die Blutungen nicht aufhörten, fuhr die 26-Jährige ins Wiener AKH. In der Schwangerenambulanz wurde der Frau gesagt, dass man für sie keinen Platz und keine Zeit habe, wie sie im "Kurier" ausführte. Erst am darauffolgenden Tag wurde sie in der Rudolfstiftung aufgenommen. Dennoch verlor die Frau das Kind.

Die Spitäler wiesen jegliche Schuld von sich. Die Frau habe sich im AKH in der Schwangerenambulanz zur Geburtsanmeldung und nicht als Notfall vorgestellt, so die Reaktion des Wiener Spitals. Im Göttlichen Heiland bedauerte man sehr, dass die Frau ihr Kind verloren habe. Bei der Frau seien leichte Blutungen festgestellt worden. Die nach sorgfältiger Untersuchung empfohlenen Maßnahmen, häusliche Bettruhe und entsprechende Medikation, seien "zwar medizinisch angemessen, aber schließlich doch nicht genug" gewesen, hieß es in einer Aussendung. Aber es wurde auch eingestanden, beim psychologischen Beistand "hätten wir etwas besser machen können". Einen Termin zur Kontrolluntersuchung habe die 26-Jährige "leider nicht wahrgenommen".

Die Österreichische Ärztekammer sieht in dem Vorfall "ein Zeichen für durch Sparmaßnahmen verursachte Engpässe in den Krankenhäusern", sagte der Bundesobmann der angestellten Ärzte, Harald Mayer. Gesundheitsminister Stöger wiederum sagte im "Kurier", es könne nicht sein, "dass man in einzelnen Bereichen meint, man ist nicht zuständig für Patienten. Dafür werden die Spitäler auch bezahlt." Die MA 40 (Sozial- und Gesundheitsrecht) prüft nun, ob mit den Abweisungen gegen das Gesetz verstoßen worden ist. "Auf den ersten Blick denke ich, dass die Entscheidung des AKH nicht richtig war", erklärte Renate Christ, Leiterin der MA 40, am Donnerstag im APA-Gespräch.

© APA

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