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10.01.2012, 10:51 Uhr

Deutlich weniger Kirchenaustritte 2011

Die Zahl der Kirchenaustritte ist nach dem Rekordjahr 2010 gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau. Mehr als 58.000 Schäfchen hat die römisch-katholische Kirche im vergangenen Jahr verloren, das ist rund ein Drittel weniger als im Jahr davor. Allerdings handelt es sich um den zweithöchsten Wert bei den Austritten seit 1945, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Kirchenstatistik hervorgeht.

Insgesamt 58.603 Personen haben nach vorläufigen Zahlen im vergangenen Jahr der Kirche den Rücken gekehrt, 2010 waren es noch 85.960. Das entspricht einem Rückgang von rund 32 Prozent. Die aktuelle Zahl der Katholiken in Österreich beläuft sich nun auf rund 5,41 Mio., also 0,86 Prozent weniger als im Jahr davor. Neu oder wieder in die Kirche aufgenommen wurden 4.343 Personen.

In der Erzdiözese Salzburg sank die Zahl der Austritte lediglich um rund 14 Prozent, also deutlich weniger als der Österreich-Schnitt. Mit 25 Prozent Rückgang ebenfalls nicht ganz so gut wie der Rest schnitt die Diözese Eisenstadt ab. Hier sorgte der neue Bischof Ägidius Zsifkovics durch personelle Maßnahmen nach seinem Antritt im Jahr 2010 teils für Irritationen im Kirchenvolk. In St. Pölten darf man sich indes über das beste Ergebnis freuen: Die Zahl der Austritte ging um 36 Prozent zurück.

Nicht nur Katholiken, auch kirchliches Personal gibt es in Österreich immer weniger. Von 2009 auf 2010 gab es insgesamt 78 Priester weniger, geht aus der aktuellen Statistik hervor. Zurückzuführen sei dies vor allem auf einen Rückgang bei den Ordenspriestern. Im Wachsen sei hingegen die Zahl der ständigen Diakone sowie der Ordensbrüder. Die Zahl der Ordensschwestern ist allerdings wiederum gesunken.

Kirchenkritiker sehen angesichts der zurückgegangenen Austrittszahlen bei den Katholiken nun den Klerus am Zug. So glaubt der Obmann der Pfarrerinitiative, Helmut Schüller, dass viele Gebliebene nun warten würden, bis sich etwas tut. Hans Peter Hurka, Vorsitzender von "Wir sind Kirche", sieht überhaupt keinen Grund zum Jubeln. Die Austrittszahlen seien noch immer die zweithöchsten seit 1945.

© APA

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