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27.01.2012, 14:13 Uhr

Streit um Entschädigung nach "Concordia"-Havarie

Die Überlebenden der vor zwei Wochen havarierten "Costa Concordia" sollen finanziell entschädigt werden: Die Reederei Costa Crociere einigte sich mit Vertretern der Urlauber darauf, dass jeder Passagier 11.000 Schadenersatz plus 3000 Euro für die Reisekosten erhalten soll. Einige deutsche Betroffene wollen sich dennoch einer in den USA geplanten Sammelklage gegen den Mutterkonzern anschließen.

Wie die italienische Verbraucherschutzorganisation Adoc, die an der Seite der Schiffbrüchigen mit Costa Crociere verhandelt hatte, mitteilte, soll jeder Passagier neben dem Schadenersatz 3000 Euro für den Reisepreis und die Rückreisekosten erhalten. Diese Regelung gelte für rund 3000 der 3200 Passagiere aus 60 Ländern. Die Hinterbliebenen der Opfer und die Verletzten sollen demnach gesondert entschädigt werden.

Die italienischen Verbraucherschützer sprachen von einem "historischen Abkommen", der einer "dramatischen Angelegenheit" ein Ende setze. Zugleich lobte Adoc, dass bei der Entschädigungszahlung kein Unterschied zwischen der sozialen Herkunft und den Heimatländern der Passagiere gemacht werde. "Wir schätzen, dass rund 85 Prozent (der Passagiere) der Einigung zustimmen", teilte Adoc mit. Costa Crociere drohen also weiterhin Klagen, auch von deutschen Urlaubern.

Allen Betroffenen steht im Prinzip der Klageweg offen. Seit der Katastrophe haben bereits mehrere Zusammenschlüsse von Überlebenden Sammelklagen angekündigt. Ein Rechtsstreit in den USA ist in diesem Zusammenhang attraktiv, weil im dortigen Rechtssystem sehr viel höhere Schadenersatzzahlungen erstritten werden können als in Europa. In den USA sitzt das Mutterunternehmen von Costa Crociere, Carnival.

Anwalt Hans Reinhardt aus dem nordrhein-westfälischen Marl sagte dem Onlineportal bild.de, er vertrete 15 Mandanten. Dabei gehe es um Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen von 160.000 Dollar (rund 122.000 Euro) für Überlebende sowie eine Million Dollar (etwa 762.000 Euro) bei den Todesopfern.

Ein Besatzungsmitglied will unterdessen gegen die US-Eignerfirma Carnival klagen. Der in Peru wohnhafte Gary Lobaton wirft dem US-Unternehmen in der Klageschrift vor, dass die Menschen an Bord nicht rechtzeitig nach dem Unglück am 13. Januar über die Gefahren auf dem Kreuzfahrtschiff informiert worden seien.

Das Kreuzfahrtschiff hatte am 13. Januar nahe der italienischen Insel Giglio einen Felsen gerammt und war gekentert. Bislang wurden 16 Tote gefunden, 16 weitere werden noch vermisst. An Bord befinden sich noch 2400 Tonnen Treibstoff, die das Meeresschutzgebiet rund um die Toskana-Insel zu verschmutzen drohen. Die Abpumparbeiten am Wrack sollen am Samstag oder am Sonntag beginnen.

© AFP

Zur Übersicht: Nachrichten
  • MicheloAngelo
    Mittwoch, 01.02.2012, 13:18 Uhr
    Da handelt es sich um eine amerikanische Eignerfirma. Also sind auch amerikanische Entschädigungen zu entrichten. Die Fangen bei 1'000'000 Dollar an. Ganz einfach, US Anwalt nehmen der klagt dann gleich für 5-10 Mio $ ein. Der Geschädigte erhält dann noch 1 Mio $ für die Todesangst. 50% sind für den Anwalt der NUR im Erfolgsfall bezahlt werden muss.
  • USABIMA
    Montag, 30.01.2012, 11:12 Uhr
    hier scheinen überwiegend diejenigen ihre wichtige Meinung kundzutun, die mit der ganzen Havarie garnichts zu tun hatten....schade - auch deshalb, weil ja alles nur GERÜCHTE sind, bisher hat NIEMAND den Passagieren (ich gehöre dazu!) ein finanzielles Angebot gemacht. und welchen Sinn das macht, wie es JURISTISCH überhaupt aussieht, wenn ein DEUTSCHER Passagier in den USA gegen eine ITALIENISCHE Gesellschft/Reederei klagen will? Auch da streiten sich die Fachleute - Fest steht, daß KEINE deutsche Rechtsschutzversicherung hier zur Kostenübernahme bereit sein wird, denn DAS Risiko (Erfolgg zu haben) dürfte viel zu unsicher sein....
  • Joe6969
    Sonntag, 29.01.2012, 16:16 Uhr
    Sorry, meinte natürlich 11.000 Euro Schadenersatz und 3000 Euro Reisekosten Eine Frechheit sondersgleichen. Zuerst sollte mal mit Hochdruck nach den anderen vermissten Passagieren gesucht werden. Und wenn deren Leichen gefunden worden sind sollte unverzüglich ein angemessener Schadensersatz gezahlt werden, das erlittene Trauma ist durch diese lächerliche Summe nicht entschädigt.
  • SimplyMyMind
    Sonntag, 29.01.2012, 16:10 Uhr
    14.000 Euro! Keine Frechheit. Was wenn nie alle vermissten Passagiere gefunden werden? Wird dann über Entschädigungen gar nicht verhandelt? Betroffene begrüssen schnelle und unbürokratische Regelungen.
  • Joe6969
    Sonntag, 29.01.2012, 15:53 Uhr
    Nur 3000 Euro ? Eine Frechheit sondergleichen. Und die 2. Frechheit ist, schon jetzt über die Entschädigungen zu sprechen, wo noch nicht mal alle vermisste Passagiere geborgen worden sind.
  • brokensword
    Sonntag, 29.01.2012, 15:39 Uhr
    warum wundert es mich nicht,dass unter Anderem Deutsche mit ihrem Schemrzensgeld wieder ankommen und von der sache profitieren wollen?? Natürlich für Verletzte und Hiterbliebenen MUSS eine gerechte "Entschädigung" gezahlt werden (selbst wenn kein Geld der Welt einen Menschen ersetzen kann) Aber die meisten sind nur mit einem kleinen Schock davongekommen und nutzen das schamlos aus.
  • ich2828
    Sonntag, 29.01.2012, 11:01 Uhr
    irgendwie sieht das ja schon sehr skurril aus wie das schiff da so auf der seite liegt. hört sich jetz blöd an aber ich hab mir überlegt ob es möglich wär das schiff einfach da so liegen zu lassen? wenn alle schadstoffe draussen sind könnte man aus dem kahn ein hotel machen was halb unter wasser ist. möglich is ja heutzutage so ziemlich alles.
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