"Private" Rotlicht-Kontrollen - Polizist angeklagt
Der seit zwei Jahren suspendierte Beamte bestritt vor dem Schöffensenat die Vorwürfe. Als Motiv der Belastungszeugen vermutete er Rachegelüste in der Szene wegen seiner dienstlichen Tätigkeit. "Vorwürfe kommen nur von diesen Lokalen, wo sich die Betreiber am meisten über die Häufigkeit der Kontrollen beschwert haben", schilderte der Ermittler. Mit manchen Betreibern von Etablissements habe es "sehr wohl" Konflikte gegeben.
Der Verteidiger des Ermittlers verwies auf "erhebliche Widersprüche" in den Aussagen der Zeuginnen. Als Grund für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vermutete der Beschuldigte, dass er durch seine Kontrolltätigkeit den Zorn der Betroffenen auf sich gezogen habe. Die Prostituierten seien "die Leidtragenden dieser Kontrollen" gewesen, sagte der Ermittler. Allein die erforderlichen Untersuchungen würden eine Frau im Monat um die 450 Euro kosten: "Dass die Prostituierten auf mich nicht gut zu sprechen waren, ist selbstredend."
Privat sei er nicht in Bars gewesen, sagte der Beamte. Es gebe sechs belastende Zeugenaussagen, hielt ihm der Richter vor. Dem stünden zwei entlastende Aussagen gegenüber. Drei Frauen, die in den Bars als Prostituierte gearbeitet hatten, bestätigten in der auf Video aufgezeichneten kontradiktorischen Befragung großteils die Vorwürfe der Anklage. Ein Urteil wurde für Dienstag erwartet.
© APA
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