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06.08.2012, 15:41 Uhr

Ungerechte Kritik an Roger Federer

Die Goldträume sind für Roger Federer geplatzt. Im Tennis-Finale der Herren musste er sich dem britischen Superstar Andy Murray geschlagen geben. Ein Formtief kostete Federer den Olympiasieg - und stürzt seine Fans nun in eine Sinnkrise: Jubelt oder trauert man nach diesem entscheidenden Spiel? Der Tennisstar selbst und seine prominenten Anhänger kennen die Antwort.

VonGMX Redakteurin Nina-Carissima Schönrock

Im Final gegen den Schotten Andy Murray wirkte Federer erschöpft und abgelenkt. Mit 2:6, 1:6 und 4:6 musste der Basler schließlich eine der bittersten Niederlagen seiner Karriere einstecken und versetzte seine Fans damit in eine Schockstarre. In Interviews nahm er nach der Partie Stellung zum unübersehbaren Formtief: "Vielleicht war ich emotional erschöpft. Murray war viel, viel besser als ich."

Doch schnell wurden Stimmen laut, Federer habe sich auf dem Platz demütigen lassen. Kurzzeitig hatte es den Anschein, als wäre der Tennisstar der einzige, der sich über eine Silbermedaille für die Schweiz freue: "Für mich war es ein großartiger Monat. Ich habe Wimbledon gewonnen, ich bin endlich wieder die Nummer eins der Welt und ich habe Silber gewonnen. Fühlt euch meinetwegen bitte nicht schlecht."

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Natürlich hätte er sich über Gold gefreut, doch Federer weiß besser als viele andere: Man kann nicht immer als Sieger aus einem Turnier hervorgehen. Umso irritierender erschienen die geringschätzigen Kommentare der Presse für den vierfachen Weltsportler des Jahres nach seiner Niederlage. Weil dem Tennisspieler damit völlig Unrecht getan wurde, bezogen nun auch prominente Schweizer und Olympia-Kollegen des Baslers Stellung zum Tennis-Finale.

Der Aargauer BDP-Nationalrat Bernhard Guhl erklärte via Twitter: "Federer holt die Olympia Silbermedaille und das wird in Medien als Niederlage betitelt. Unglaublich." Auch Guy Morin, Regierungspräsident von Basel-Stadt, huldigte dem Wimbledon-Sieger von 2012: "Herzliche Gratulation zur Silbermedaille Roger Federer. Ich hoffe, wir können Ihnen einen würdigen Festempfang in Basel bereiten."

Lob gab es auch von vielen Sportlern bei Olympia. Die Schweizer Beachvolleyballer Sascha Heyer und Seba Chevallier waren extra nach Wimbledon gereist, um die brenzlige Partie mit verfolgen zu können: "Alles Anfeuern vor Ort hat leider nichts genützt ... Wir gratulieren zu Silber, Roger!"

Die britische Radfahrerin und Silbermedaillen-Gewinnerin Lizzie Armitstead, die eigentlich für Andy Murray hätte jubeln müssen, freute sich nach dem Final lieber mit dem Schweizer als mit ihrem Landsmann: "Ich finde es sollte einen 'Silbermedaillen-Gewinner only'-Club geben. Roger Federer und ich könnten Präsident und Sekretärin sein!"

In vier Jahren hat der Branchenprimus erneut die Möglichkeit, an den Olympischen Spielen Gold zu holen - dann in Rio de Janeiro: "Ich würde schon sehr gerne eine olympische Goldmedaille haben", sagte der Schweizer nach seiner Finalniederlage am Sonntag, fügte jedoch hinzu. "Das ist noch weit weg. In der Zwischenzeit könnte ich auch zurückgetreten und wieder zurückgekommen sein."

Federer nahm in London bereits zum vierten Mal an Olympia teil. Zuvor war der 17-fache Grand-Slam-Turnier-Sieger bereits in Sydney (2000), Athen (2004) und Peking (2008) dabei. "Ich war noch nie in Rio. Brasilien ist ein faszinierendes Land. Ich würde gerne dabei sein", betonte Federer. (as)In ganz Österreich sind Gewitter möglich. (Symbolbild)

Alle News vom: 6. August 2012 Zur Übersicht: Olympia

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