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22.06.2012, 21:41 Uhr

Eröffnungstermin für Berliner Flughafen wird erneut überprüft

Berlin/Schönefeld (dpa) - Der angestrebte Starttermin 17. März 2013 des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg steht ab sofort unter Vorbehalt und soll bis Mitte August überprüft werden. Das teilte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Chef des Flughafen-Aufsichtsrats nach einer mehrstündigen Sitzung des Kontrollgremiums am Freitagabend in Schönefeld mit.

Der Flughafen wird wegen der verspäteten Eröffnung wohl mehr als vier Milliarden Euro kosten - und damit gut eine Milliarde Euro teurer werden als bisher.

Wowereit sagte, vordringlich sollten nun die Planungen für die Entrauchungsanlage geprüft werden, um "letzte Zweifel" am Zeitplan auszuräumen. Aus jetziger Sicht sei der Termin 17. März 2013 zu halten. Um sicher zu gehen, will der Aufsichtsrat aber erst im August nach den weiteren Prüfungen endgültig entscheiden. Dies soll auch Aufgabe des neu bestellten Technikchefs Horst Amann werden. Der bisherige Manager des Frankfurter Flughafenkonzerns Fraport folgt auf den in Berlin gefeuerten Manfred Körtgen.

Die für den 3. Juni geplante Eröffnung des Milliardenprojekts in Schönefeld war wegen massiver Probleme mit der Brandschutztechnik kurzfristig geplatzt. Als neuer Termin war daraufhin der 17. März 2013 genannt worden.

Flughafenchef Rainer Schwarz sagte, wegen der Verschiebung des Betriebsstarts werde vorerst mit Mehrkosten von 586 Millionen Euro kalkuliert. Dies komme zu den zuletzt mit 3,1 Milliarden Euro veranschlagten Gesamtkosten dazu. Ursprünglich war von 2,5 Milliarden Euro Kosten die Rede gewesen.

Daneben muss laut Wowereit zusätzlich mit bis zu 591 Millionen Euro für einen erweiterten Lärmschutz gerechnet werden, den ein Gerichtsentscheid verlangt. Insgesamt könnten sich die Mehrkosten also auf bis zu 1,17 Milliarden Euro belaufen und am Ende rund 4,2 Milliarden Euro für das Gesamtprojekt fällig werden.

Der Flughafenbetreiber gibt konkrete Antworten auf offene Fragen. >

Die Summe von 586 Millionen Euro wegen der Terminverschiebung setzt sich zum einen aus 270 Millionen Euro zusammen, die als zusätzliche Baukosten anfallen. Hinzu kommen 110 Millionen Euro für den mehrmonatigen Interimsbetrieb auf den bestehenden Airports Tegel und Schönefeld bis zum 17. März 2013. Fünf Millionen Euro stehen als Vertragsstrafen an Unternehmen, die den Flughafen nutzen, bereits fest. 195 Millionen Euro sind als Risikovorsorge eingeplant.

Wowereit sagte, die vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg verlangten Schallschutzmaßnahmen erreichten eine ganz andere Dimension als eingeplant. Ob die Summe von bis zu 591 Millionen Euro in voller Höhe zu zahlen ist, steht aber wegen weiterer juristischer Prüfungen noch nicht fest.

Ein Finanzierungskonzept für alle Mehrkosten soll die Flughafengesellschaft bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung im August vorlegen. Dabei sei sie zuerst selbst am Zuge, sagte der Aufsichtsratschef. Der Bund und die beiden Länder stünden aber zu ihrer Verantwortung als Gesellschafter. Dass sie Kapital nachschießen könnten, sei nicht ausgeschlossen.

Der bisherige Finanzrahmen liegt bei 3,36 Milliarden Euro. Davon stammen 2,4 Milliarden aus Krediten. Von den drei Gesellschaftern kommen 430 Millionen Euro, die Flughafengesellschaft will bisher eigene Mittel von 530 Millionen Euro beisteuern.

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40 Meinungen zu "Gerät der Zeitplan ins Wanken?"

  • geronnimo
    Montag, 25.06.2012, 12:48 Uhr
    Es müsste eine Art Haftung gegen exzessives Überschreiten der Kosten bei den Geboten mit eingeschlossen sein, sonst kriegt man diese Selbstbedienungsmentalität nicht in den Griff. Als Laie stellt sich die Frage, ob hier nicht sogar mit Vorsatz bem Angebot getürkt wurde.
  • Berlin12
    Samstag, 23.06.2012, 14:16 Uhr
    nana, die formel bei politisch und öffentlich geplanten ist doch schon fast jedem bekannt geplantes volumen x 2 = tatsächliche kosten = super wird der faktor größer als 2 - ist die blödheit oder gier aus dem ruder gelaufen
  • Karl1946
    Samstag, 23.06.2012, 13:37 Uhr
    Nicht ärgern Leute, schwebt doch heute wieder die Regenbogenflagge über'n roten Rathaus. Das freut den Pobereit. :0)))
  • grapefruit66
    Samstag, 23.06.2012, 13:21 Uhr
    Aber mal ehrlich, hat man von Berlin was anderes erwartet? Vielleicht haben die Baufirmen ja auch die Arbeit niedergelegt, weil Berlin die Abschlagszahlungen noch nicht geleistet hat. ;-)))))) Pleite wie hulle aber Millionenprojekte ansteuern! Das kann man echt nur in Berlin!
  • grapefruit66
    Samstag, 23.06.2012, 13:05 Uhr
    Ich stelle mir mal vor....... Wowi baut privat ein Haus um und vom Kostenvoranschlag bis zur Fertig- bzw. Rechnungsstellung explodiert der Preis um 50% oder mehr. Das Haus wird aber nicht zum vereinbarten Einzugstermin fertig...... Würde er dann auch so relaxed in seinem Sessel sitzen und abwarten????
  • Buchholz
    Samstag, 23.06.2012, 12:57 Uhr
    Zur Aufklärung der steigenden Baukosten: Solche Projekte müssen europaweit ausgeschrieben werden. Der billigste Bieter muss genommen werden. Dabei steht es dem Ausshreiber nicht zu, die Qualifikation der Bewerber zu beurteilen. Eigentlich hätte es noch schlimmer kommen können. Nichts mehr mit deutscher Wertarbeit. Danke, danke an die EU nach Brüssel, denn die haben das uns beschert. Darüber hört man in den Staatsmedien natürlich niemals was, denn EU und Euro sind ja ganz toll!
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