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20.02.2012, 10:21 Uhr

Flughafen-Streik verlängert: Die Bahn sorgt vor

Frankfurt/Main (dpa) - An Deutschlands größtem Flughafen wird seit Montag (20. Februar) wieder gestreikt - rund 220 Flüge sind bislang für den Tag annulliert worden. Die Bahn reagiert darauf mit zusätzlichen Zügen. Zudem startet sie ein Pilot-Projekt für Zugverspätungen.

Die rund 200 Vorfeldmitarbeiter des Frankfurter Flughafens legten am Montag die Arbeit für 48 Stunden nieder, wie der Tarifvorstand der Gewerkschaft der Flugsicherung, Markus Siebers, sagte. Vor allem Passagiere von Inlands- und innereuropäischen Verbindungen müssen sich auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen. Langstreckenflüge seien nicht betroffen.

Um die Streikauswirkungen abzufedern, hatte der Betreiber eigens Mitarbeiter geschult, die die Aufgaben von Vorfeldlotsen, Flugzeugeinweisern und Disponenten übernehmen. Fraport riet Passagieren, sich rechtzeitig über ihre Verbindungen zu informieren. Ein Lufthansa-Sprecher hatte zudem darauf hingewiesen, dass Betroffene kostenlos stornieren oder umbuchen könnten. Reisende innerhalb Deutschlands könnten auf die Bahn umsteigen.

Die Deutsche Bahn hat sich auf erheblich mehr Fahrgäste eingestellt. Das Unternehmen will vor allem zusätzliche Züge und Mitarbeiter bereitstellen, wie ein Sprecher am Sonntag (19. Februar) in Frankfurt ankündigte. Dennoch könne es für Reisende zu Einschränkungen kommen.

Zudem will die Bahn ihren Kunden ab sofort per E-Mail Bescheid geben, wenn sich ihr Zug verspätet. Das Pilot-Projekt kündigte das Unternehmen am Sonntag auf seiner Internetseite an. E-Mails soll es frühestens zwei Stunden vor Reisebeginn geben, wenn ein Zug mehr als zehn Minuten zu spät kommt, wenn eine Anschlussverbindung möglicherweise nicht erreicht wird oder wenn ein Halt oder der Zug ausfallen.

"Wer dann bereits auf dem Weg zum Bahnhof ist, kann sich entspannen. Wer noch zu Hause ist, kann vielleicht noch eine Tasse Kaffee trinken", sagte der Personenverkehrsvorstand der Bahn, Ulrich, Homburg, der "Süddeutschen Zeitung". Voraussetzung für den Service ist, dass Kunden im Internet buchen, dort die entsprechende Funktion freischalten, und dass wenigstens ein Teil der Reise mit einem ICE, Intercity oder Eurocity erfolgt.

Streik am Frankfurter Flughafen

Flughafen wird auch Dienstag bestreikt - trotzdem weniger Ausfälle. >

Wegen des Streiks am Frankfurter Flughafen sollten sich Reisende vorab mit ihrer Airline oder ihrem Veranstalter in Verbindung setzen und klären, ob ihr Flug ausfällt oder verschoben wird. Informationen zur Lage am Frankfurter Flughafen gibt auch ein Call-Center des Airports. Es ist unter der kostenpflichtigen Rufnummer 01805/372 46 36 erreichbar.

Hotlines von Fluggesellschaften:

- Lufthansa: 01805/805805

- Air Berlin: 01805/737800

- Condor: 01805/767757

- Tuifly: 01805/090150

- Germanwings: 0900/1919100 (99 Cent pro Minute)

- Air France: 01805/830830

- British Airways: 01805/266522

- Iberia: 01805/442900

- SAS: 01805/117002

- Singapore Airlines: 069/7195200

- Emirates: 069/945192000

- United Airlines: 069/50070387

Hotlines von Veranstaltern:

- Tui: 01805/884266

- Neckermann: 01805/336681

- Alltours: 0203/3636360

- Dertour: 01805/337666

- FTI: 01805/384500

- L'Tur: 00800/21212100 (kostenlos)

- Schauinsland-Reisen: 0203/994050

- ITS: 01805/670130

- Tjaereborg: 01805/670140

- Jahn: 01805/670120

Die Kosten für alle 01805-Nummern betragen 14 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz und maximal 42 Cent pro Minute aus dem Mobilfunknetz.

Bereits am vergangenen Donnerstag und Freitag hatten rund 200 Vorfeldmitarbeiter des Frankfurter Flughafens die Arbeit niedergelegt. Allein am Freitag waren dadurch 301 Flüge ausgefallen. Hintergrund des Konflikts ist, dass Fraport die Forderung nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die rund 200 Vorfeldbeschäftigten nicht akzeptieren will. Der Betreiber hat auch einen Schlichterspruch von Hamburgs Ex-Bürgermeister Ole von Beust abgelehnt, der ebenfalls deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten vorgeschlagen hatte.

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