Keine Lockerung: Trinkflaschen für Fluggäste weiter verboten
Flugpassagiere in der EU dürfen auf unbestimmte Zeit keine Wasserflaschen, Shampoo oder Deo mit an Bord nehmen. Das seit sechs Jahren geltende Verbot für Flüssigkeiten im Handgepäck könne aus Sicherheitsgründen nicht im April 2013 gelockert werden. Das teilte die EU-Kommission am Mittwoch (18.7.) in Brüssel mit. Der Termin soll verschoben werden, ein neues Datum nennt die EU-Behörde nicht. Stattdessen empfiehlt Brüssel, von Januar 2014 an Erleichterungen für Duty-Free-Einkäufe von Transferpassagieren einzuführen. Erst auf Basis der Erfahrungen mit den neuen Scannern, die an Flughäfen Flaschen und Behälter durchleuchten sollen, könne dann über das Ende des Verbots entschieden werden.
Seit längerem warnen die EU-Staaten, dass Europas Flughäfen noch nicht mit den nötigen Scannern für Taschen und Rucksäcke ausgerüstet sind. Die EU-Kommission kündigte für Herbst einen Vorschlag an, wie das Verbot phasenweise und "zum frühestmöglichen Termin" aufgehoben werden könne. Aus Kommissionskreisen verlautete, dies sei nach zwei Jahren denkbar. Das Europaparlament muss dem zustimmen.
Derzeit dürfen Reisende im Handgepäck nur Flüssigkeiten in Behältern mit maximal 100 Millilitern ins Flugzeug mitnehmen. Diese müssen in durchsichtigen Plastikbeuteln stecken. Damit will die EU verhindern, dass Kriminelle Explosivstoffe in Flugzeuge schmuggeln.
Die 27 EU-Staaten hatten das Verbot 2006 als Reaktion auf versuchte Terroranschläge mit Flüssigsprengstoff in Flugzeugen beschlossen. In den USA sind ähnliche Regeln in Kraft. Das Verbot sollte in Europa ursprünglich schon 2011 gelockert werden. "Die Überprüfung der EU-Kommission hat ergeben, dass die Aufhebung des Verbots im April 2013 (...) ein beträchtliches betriebliches Risiko darstellen würde", schrieb die Behörde.
In einem Punkt sind aber Fortschritte absehbar: Von Januar 2014 sollen es Transferpassagiere aus Nicht-EU-Ländern leichter haben. Die EU-Kommission empfiehlt, dass diese Reisenden ihre Einkäufe aus dem Duty-Free dann behalten dürfen. Wer Alkohol oder Parfüm in einem Nicht-EU-Land gekauft hat, könnte die verschweißte Tüte beim Umsteigen in Europa mit auf seinen Anschlussflug nehmen. Heutzutage konfiszieren Zollbeamte die oft teuren Produkte.
Wer einen Direktflug nimmt, kann dagegen nach wie vor Alkohol und Kosmetika im Duty-Free einkaufen und - in einer Plastiktüte inklusive Kassenbon - mit an Bord des Flugzeuges nehmen.
Flughafenbetreiber begrüßten die Empfehlung der EU-Kommission. Der Verband Europäischer Fluglinien AEA erklärte, die Beibehaltung des Verbots sei aus Sicherheitsgründen richtig. Tests hätten ergeben, dass die verfügbaren Detektoren bestimmte Flüssigkeiten nicht erkannten, häufig Fehlalarm auslösten und somit die Wartezeit bei Kontrollen erhöhten.
Der Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Ralph Beisel, sagte, die Flughäfen hätten seit langem vor chaotischen Verhältnissen an den Kontrollstellen für Passagiere gewarnt. "Wir sind sehr froh, dass die EU-Kommission jetzt die Macht des Faktischen akzeptiert und endlich vom unrealistischen Zeitplan für eine vollständige Aufhebung der Flüssigkeitsbeschränkungen Abstand nimmt."
9 Meinungen zu "Schikane für Fluggäste bleibt"
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schieber1
Donnerstag, 19.07.2012, 12:35 Uhr @Biber Niemand wird Deine Waren welche Du rechtmäßig erstanden hast einkassieren. Eine Umbuchung ist nachvollziehbar und somit sind Deine Waren legitim wenn Du auf einen europäischen Flughafen umsteigen mußt. -
schieber1
Donnerstag, 19.07.2012, 12:34 Uhr @Petersen72 Eigentlich schreibst Du als Vielflieger Quatsch. Niemand wird ganz offensichtlich eine Bombe mit ins Flugzeug schleppen, das ist klar. Nur, wenn jemand einen Flug vernichten will, dann reicht schon ein simpler Foto und ein bischen Zubehör, welches keine Sicherheitskontrolle entdeckt. Das Sicherheitskontrollen sein müssen ist klar, darüber gibt es keine Diskussionsgrundlage, nur, das wie ist einer Diskussion würdig. Meiner Meinung nach. -
schieber1
Donnerstag, 19.07.2012, 12:31 Uhr In meinen Augen ist das wirklich reine Schikane, denn nach den Kontrollen im sogenannten Passengerroom kann man in vielen Shops Trinkflaschen kaufen und diese mit in das Flugzeug nehmen.- Das gleiche gilt für Feuerzeuge und Messer. Alles wird angeboten nach den Sicherheitskontrollen. Eigentlich ist das alles nur noch lächerlich. -
BlackCorvette
Donnerstag, 19.07.2012, 11:54 Uhr Das Problem, dass die Maßnahme als Schikane gesehen wird, ist doch, dass ich in der Wartehalle nicht verdursten und im Duty-Free-Shop (der eigentlich inzwischen meist Blödsinn ist, da wir in Europa keine Zollgebühren mehr haben) nicht arm werden will. Mehr Getränke-Automaten mit vernünftigen Preisen und mehr kostenlose Wasserspender (die es meist nur auf ausländischen Flughäfen gibt). Dann meckern gleich weniger über die Einschränkung. Vielleicht noch ein kostenloses Deo (Sponsoring ist auch gute Werbung) auf den Toiletten, damit meine Mitflieger nicht umfallen, weil meines im eingecheckten Koffer bleiben muss. -
Petersen72
Donnerstag, 19.07.2012, 11:43 Uhr Das alte Thema... Schikane..wollt ihr Sicherheit oder nicht? Was haben alle rumgejammert als der Typ sich in die Luft gesprent hat, es wird nichts gepfrueft. Solange bombenbauende Muslime durch die Welt fliegen ist das nur richtig, 3 mal kontrollieren bitte! Ich fliege 2-3 mal die Woche und die Vielflieger kratzt es nicht, aber ihr fliegt einmal im Jahr und das ist fuer euch nun zuviel? -
Biber
Donnerstag, 19.07.2012, 11:32 Uhr Wer ersetzt mir eigentlich die im Duty-Free-Shop erstandenen Einkäufe, wenn ich ohne mein Verschulden von einem Direktflug umgebucht werde oder aus anderen Gründen ein Zwischenstop erforderlich ist und die Ware dann einkassiert wird ? -
judismo
Donnerstag, 19.07.2012, 11:16 Uhr Schikane - was für ein Wort für eine Kontrolle, die das Erreichen eines Flugziels sicherer machen soll. Natürlich gibt es keine 100 %tige Sicherheit, aber wir lassen die " Schikane" gerne über uns ergehen, denn sie gibt uns zumindest subjektiv einen besseren Schutz gegen die meist religiösen Idioten, die meinen die Welt zu verbessern. Wer dagegen ist sollte nicht fliegen, sondern mit dem Auto fahren oder zu Fuß gehen. Ob er allerdings sicherer ans Ziel kommt ist fraglich, denn auf den Straßen gibt es wirklche Schikanen zu Genüge.
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