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18.09.2012, 15:21 Uhr

Sexuelle Beleidigungen in Onlinespielen ignorieren und melden

Stuttgart (dpa/tmn) - Mit Internetverbindung kann an Konsolen und PC gemeinsam gespielt werden - oder gegeneinander. Leider verhält sich auch in virtuellen Welten nicht jeder angemessen. Spielerinnen sollten sich gegen fiese Sprüche wappnen.

Beleidigungen in Onlinespielen müssen sich Mädchen und Frauen nicht gefallen lassen - auch wenn sie leider oft an der Tagesordnung sind. "Bei bestimmten Genres und Spielen ist das ein großes Problem", sagte Johannes Breuer, Medienwissenschaftler an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Zwar gibt es auch viel harmlosen sogenannten Trash Talk. "Sprüche wie 'Beim nächsten Mal mach ich dich platt' gehören bei Wettbewerben dazu", sagte der Spieleexperte. "Das kriegen Sie auf dem Fußball- oder Tennisplatz genau so zu hören." Problematisch wird es dagegen, wenn eine Beleidigung auf das Geschlecht des anderen abzielt oder die Beschimpfungen eine sexuelle Konnotation haben.

Screenshot aus der 3D Simulation Second Life

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Die Zahl weiblicher Computerspieler wächst, bei Shootern oder Sportspielen sind junge und männliche Spieler aber noch immer klar in der Überzahl. Diese Gruppe steckt auch meist hinter den Beschimpfungen, erklärte Breuer: "Das hat viel mit männlicher Identitätsfindung zu tun: Man will sich in seinem Hobby oder seiner Gruppe gegen vermeintlich Außenstehende abgrenzen." Jungs in diesem Alter hätten ohnehin häufig Probleme beim Umgang mit dem anderen Geschlecht. Hinzu kommt, dass sich Schimpfwörter unter dem Deckmantel der Anonymität im Netz leichter aussprechen lassen als von Angesicht zu Angesicht.

In anderen Spielen, zum Beispiel den sogenannten Casual oder Social Games, sind Mädchen in der Regel vor Beschimpfungen sicher. Das bedeutet aber nicht, dass sie deswegen auf andere Spiele verzichten müssen. Sie sollten aber wissen, wie sie mit Beleidigungen umgehen. "In der Regel ist es am besten, gar nicht darauf zu reagieren", rät Breuer. Wenn überhaupt, sollten sie kurz und schlagfertig antworten und sich auf keinen Fall auf Diskussionen einlassen.

In vielen Fällen gibt es auch technische Möglichkeiten, verbale Attacken abzuwehren. So lässt sich die Kommunikation im Spiel zum Beispiel auf Freunde beschränken, Nervensägen werden stumm geschaltet. Außerdem können Spielerinnen Beschimpfungen melden - Plattformen wie Xbox Live und Playstation Network bieten dafür entsprechende Funktionen. Und bei großen PC-Spielen gibt es häufig sogenannte Community Manager, die Störenfriede aus dem Spiel verbannen können. "Wie ein Anbieter auf solche Meldungen reagiert, ist von Fall zu Fall unterschiedlich", erklärt Breuer. "Ich würde aber auf jeden Fall Gebrauch davon machen."

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