Hertha mit Protest - Rehhagels Mission endet im Chaos
"Ein regulärer Spielbetrieb war für uns nicht mehr möglich", begründete am Mittwoch ein sichtlich angeschlagener Manager Michael Preetz diesen Schritt, "mit einem sportlichen Geschehen hatte dies nichts mehr zu tun." Es gehe darum, dass die "irregulär zustande gekommene Spielwertung" aufgehoben werde. "Die Spieler hatten Angst. Es ging nicht mehr um das sportliche Geschehen, sondern um die eigene Sicherheit", führte Preetz aus.
Über den Einspruch und damit auch den Aufstieg der Düsseldorfer entscheidet nun das DFB-Sportgericht. Die Verhandlung beginnt an diesem Freitag um 13.30 Uhr in der Frankfurter Verbandszentrale. "Wir können bestätigen, dass Hertha BSC Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt hat", sagte Mediendirektor Ralf Köttker. Gegen eine Entscheidung des Sportgerichts können beide Vereine Einspruch einlegen, das Verfahren würde dann vor das DFB-Bundesgericht gehen. Da die Herthaner auf eine Neuansetzung des Spels hoffen, nehmen die Profis am Donnerstag wieder das Training auf. "Wir werden weiter trainieren, bis es eine Entscheidung gibt", sagte Preetz.
Der DFB-Kontrollausschuss leitete derweil Ermittlungen gegen beide Vereine ein. Darüber hinaus ermittelt das Gremium auch gegen die Hertha-Spieler Lewan Kobiaschwili, Thomas Kraft, Christian Lell und Andre Mijatovic. Kobiaschwili wird nach DFB-Angaben vom Mittwochabend vorgeworfen, Schiedsrichter Wolfgang Stark nach Spielschluss in den Nacken geschlagen zu haben. Seine drei Teamkollegen sollen den Referee nach dem Abpfiff beleidigt haben. Clubs und Spieler wurden zu Stellungnahmen aufgefordert. Nach deren Auswertung entscheidet das Gremium über den Fortgang der Verfahren.
Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt ist zuversichtlich, dass der DFB dem Protest gegen die Spielwertung stattgeben wird. "Wir haben eine große Chance. Das Sportgericht wendet einfach die eigene Satzung an. Und da steht klipp und klar drin, dass ein Spiel, das unter solchen Umständen stattfindet, nicht gewertet wird und wiederholt wird", sagte er auf einer Pressekonferenz in Berlin. Er ist auch sicher, dass der DFB nach "gründlicher Abwägung zeitnah entscheiden" werde. Unabhängig vom Urteil des Sportgerichts habe jede Seite das Recht, dagegen wiederum Einspruch beim Bundesgericht des DFB zu erheben.
Rein sportlich war die waghalsige Mission für Otto Rehhagel in Berlin als Trainer nach 40 Jahren auf der Bank gescheitert. Sein Verein steht jetzt vor einem Scherbenhaufen, die Zukunft ist ungewisser denn je. Das 2:2 in der Esprit-Arena besiegelte nach der 1:2-Niederlage fünf Tage zuvor - rein sportlich gesehen - den sechsten Abstieg der Hertha aus der Bundesliga. Er habe schon viel erlebt, aber solch ein Chaos war selbst für den "alten Hasen" Rehhagel mit mehr als 1000 Partien als Spieler und Coach Neuland: "Die Begleitumstände sind natürlich eine Katastrophe", gestand er.
Nach der gescheiterten Rettungsmission fällt Berlin nun aller Voraussicht nach in die Peinlichkeit zurück, einzige Hauptstadt Europas ohne Erstliga-Verein zu sein. Und ob die Bundesliga-Rückkehr wie nach dem Abstieg vor zwei Jahren erneut auf Anhieb gelingt, scheint mehr als fraglich. Obwohl Hauptsponsor Deutsche Bahn sein Engagement auch in Liga zwei aufrechterhält, muss Hertha nun sparen. Der Mannschaft droht der Ausverkauf.
Die finanziellen Möglichkeiten zum Wiederaufstieg seien nicht vorhanden, deutete der stellvertretende Aufsichtsratschef Andreas Schmidt die prekäre Situation schon an. Statt 25 Millionen stehen dem von 37,5 Millionen Schulden gedrückten Verein künftig nur noch etwa zehn Millionen Euro für das Personal zur Verfügung.
Sollte dem Protest nicht stattgegeben werden, gilt als sicher, dass vor allem die teuren Südamerikaner Raffael, Ronny und Adrian Ramos nicht zu halten sein werden. Ein Neuaufbau um den neuen Anführer Thomas Kraft und Peter Niemeyer ist die Herkulesaufgabe des Managers, der nach dem Willen von Präsident Werner Gegenbauer weiter Michael Preetz heißen soll.
Doch von Vizepräsident Jörg Thomas und einigen weiteren Mitgliedern des Präsidiums, vor allem aber den Fans, bläst Preetz nach dem zweiten Abstieg unter seiner Regie heftiger Gegenwind ins Gesicht. Preetz klebt aber weiter an seinem Job: "Ich bin gewillt, weiterzumachen." Von Gegenbauer erhält er Rückendeckung: "Für mich ist es völlig unbestritten, dass er in seiner Position bleibt."
257 Meinungen zu "Hertha BSC legt Einspruch ein"
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sunny29149
Montag, 21.05.2012, 15:35 Uhr herr preetz nehmen sie ihren hut und gehen sie bitte schnell. der klebt an seinen stuhl schlimmer als der alt bundespräsident. er will weitermachen, na klar will er das, weil er solch einen gut bezahlten job nicht mehr bekommt, keiner will diesen versager haben, nur hertha zahlt immer weiter. warum haben wir einen aufsichtsrat, der macht nichts und schaut nur zu ,hängen alle unter einer decke. warum ist es nicht möglich wie in münchen auch in berlin so einen starken verein aufzubauen,mit solch einem umland. hier fehlen die verantwortlichen wie es die bei bayern gibt. hier wird immer nur in die eigene tasche gewirtschaftet,schade um diesen verein, wir sind ca. 10 arbeitskollegen die regelmässig zum spiel geht, haben beschlossen,solange sich da nichts ändert,kein spiel mehr sehen. -
fridolin77
Montag, 21.05.2012, 15:34 Uhr hertha steigt zu recht ab denn wenn man so die ganze saison spielt und sich an solch ein einspruch hängt und die spieler noch daneben benehmen ist das schon sehr peinlich denn sie haben nur sch.....e gespiele (entschuldige) aber se ist doch war -
vt1968
Sonntag, 20.05.2012, 17:04 Uhr Ach Hertha aber stark war auch dort und eure Spieler waren sehr Tapfer gegenüber ihm.Was hat das mit Fussball zu tuen.Da seh ich lieber feiernde zuschauer als schlagende Fussballer.Das sind profis der Zuschauer nicht. -
erfwd
Sonntag, 20.05.2012, 10:31 Uhr Ob sich endlich die ´Verantwortlichen´ mal bewußt werden, daß sie ein Hauptstadtverein sind / sein wollen ? Nicht genug, daß Typen aus aller Herren Länder herumbolzen, daß sich die sogenannten FANs mit Bengals und und und BEWAFFNEN, um dann ein SPIEL ANZUSCHAUEN oder? Was und wie sich das ereignet hat, läßt sich nicht ENTSCHULDIGEN und ein EINSPRUCH ist die Krönung ! Wenn Hertha-´Spiele´ übertragen werden, ´schalte ich künftig um !´ Schade, sehr schade ...
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