Zur mobilen Ansicht wechseln

16.12.2012, 09:46 Uhr

Keller übernimmt schweres Erbe

Gelsenkirchen (dpa) - "Jahrhunderttrainer" Huub Stevens muss gehen, Jens Keller übernimmt bei Schalke 04 ein schweres Erbe: Der über Nacht beförderte Junioren-Coach soll den schleichenden Negativtrend des Fußball-Bundesligisten schon im Pokal-Achtelfinale am Dienstag gegen den FSV Mainz 05 stoppen.

Manager Horst Heldt benannte die Gründe für die Trennung von Stevens am Sonntag klipp und klar: "Wir haben nicht mehr daran geglaubt, dass wir dieses wichtige Spiel in der jetzigen Konstellation bewerkstelligen können."

Die Mannschaft sei unter Stevens in der Bundesliga-Hinrunde "komplett hinter den Erwartungen" geblieben. "Aber wir sind im Guten auseinandergegangen", hielt Heldt fest, rühmte Stevens für dessen hundertprozentige Loyalität und bedankte sich öffentlich für das, was der Niederländer "auf Schalke" geleistet hat. Trotzdem: "Wir mussten jetzt und heute eine Veränderung vornehmen", sagte Heldt.

Stevens-Nachfolger

Die fünfzehn Trainer in sechszehn Jahren auf einen Blick. >

Die alten Prämissen galten indes nicht mehr. Denn eigentlich wollten die Schalker mit Stevens alles in der Winterpause bereden. "Aber Pläne sind im Tagesgeschäft Makulatur", meinte Heldt. Noch in der Nacht nach dem 1:3 gegen Freiburg wurde er aktiv und leitete den Wechsel in die Wege - auch, weil das Vertrauen fehlte, Stevens könne es nochmal richten. Akute Zielsetzung Heldts: im Pokal gewinnen und "mit Keller in die Champions-League-Qualifikation kommen".

Keller bleibt mindestens bis Saisonende

Der 42-Jährige soll nach seinem Kurzzeit-Intermezzo beim VfB Stuttgart (14. Oktober bis 11. Dezember 2010) auf jeden Fall eine mittelfristige Lösung bleiben. "Jens Keller macht es garantiert bis zum Ende der Saison - und dann gucken wir weiter", kündigte der Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies im TV-Sender Sport1 an.

Tönnies betonte drei Dinge: Die Schalke-Profis hätten zuletzt "nicht gegen den Trainer gespielt" habe. "Sie wollte gewinnen", sagte der Schalke-Chef zum 1:3 gegen Freiburg. Stevens sei "ein toller Kerl. Er hat seine Interessen hinter die des Vereins und der Mannschaft gestellt und war mit dieser Entscheidung einverstanden." Und zum Dritten: Er sei "felsenfest davon überzeugt", dass mit Keller die richtige Entscheidung getroffen worden sei.

Doch längst werden andere Kandidaten gehandelt. Christian Gross ist einer, den Heldt noch aus gemeinsamen Zeiten beim VfB Stuttgart kennt. Dort stellte er den Schweizer im Dezember 2009 ein. Gross' Nachfolger wurde zehn Monate später Keller. Dass der ebenfalls ins Gespräch gebrachte Mainzer Thomas Tuchel von der Spielzeit 2013/2014 an "auf Schalke" anheuert, schloss FSV-Manager Christian Heidel rigoros aus: "Bevor Tuchel zu Schalke 04 wechselt, wechselt Lionel Messi zu uns."

Am Dienstag geht's im DFB-Pokal ran

Noch am Samstag wand sich Heldt verbal. "Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich erstmal meine eigenen Gedanken finden muss", ließ er auf die Frage wissen, ob Stevens, der das Team immerhin in das Achtelfinale der Champions League führte, denn gegen Mainz noch Schalke-Trainer sei. Doch die Verantwortlichen hatten keine Geduld mehr. Heldt, der von einer "insgesamt sehr, sehr hektischen" Situation sprach, machte sich in den Stunden danach seine Gedanken - und Stevens wurde am Sonntagmorgen zum Gespräch gebeten.

Resultat: Er muss mit seinem Assistenten Markus Gisdol gehen. Die Entscheidung sei allen Beteiligten angesichts der großen Verdienste, die sich Stevens um den Verein erworben hat, "alles andere als leicht gefallen".

Die Mechanismen des Fußballgeschäfts sprachen gegen Stevens. "Das tut weh im Augenblick. Natürlich ist unser Anspruch ein anderer", kommentierte Heldt das Absacken auf den siebten Tabellenplatz. Heldt: "Wir sind leider hinter unseren Erwartungen geblieben, erfolgreichen Fußball spielen zu wollen." Schalke-Routinier Christoph Metzelder schwante schnell Böses für Stevens: "Das ist einfach so im Profifußball. Es kommt alles zusammen, auch in den vergangenen Wochen. Und das ist gefährlich", ergänzte Metzelder.

Keller hat zwei Tage Zeit vor der Pokalpartie gegen Mainz. "Ich muss die Jungs erstmal kennenlernen", sagte der bisherige U 17-Coach. 90 Minuten Training am Sonntag reichten noch nicht, um Klarheit über mögliche personelle Maßnahmen im Team zu bekommen. Keller versprach aber: "Am Montag werde ich eine Idee für das Spiel gegen Mainz finden."

Alle News vom: 16. Dezember 2012 Zur Übersicht: Sport

451 Meinungen zu "Schalke wirft Stevens raus"

  • schalke54
    Montag, 17.12.2012, 16:02 Uhr
    Natürlich hat mal wieder der Trainer schuld und nicht die" lieben hochbezahlten " Spieler. Gehaltskürzung und andere Maßnahmen für solche "FLASCHEN". Huub steht nichrt auf dem Feld und kann nur versuchen von seiner Coachingzone zu richten. Aber was will der HELDT noch bei Schalke, weg mit ihm und Huub zurück. Aber es wird bestimmt so ein Trainer kommen, der Heldt in den Kram paßt, aber bloß nicht Loddar oder Babbel. Aber vielleicht kommt ja Otto Rehhagel ????. Ein passender Trainer wäre der derzeitige Trainer von Bremen (T. Scharf), aber der wird sich hüten, seinen Job bei Werder aufzugeben, also wer bleibt ???? Ich persönlich wünsche Huub alles erdenklich Gute und einen danbaren Fußballverein, der seine Leistung zu würdigen weiß.
  • flobasti
    Montag, 17.12.2012, 15:20 Uhr
    Wahrscheinlich kommt einer, mit dem man gar nicht rechnet, oder ein völlig Unbekannter.
  • S041958
    Montag, 17.12.2012, 14:41 Uhr
    Was Schalke jetzt fehlt ist ein Trainer wie Klopp...............vieleicht Tuchel? Ach man ich weiß auch nicht.......oder doch Stevens? .........oder vieleicht muß sich ja doch was ändern?
  • flobasti
    Montag, 17.12.2012, 13:51 Uhr
    Lasst doch den Keller erst mal machen. Große Namen sind auf Schalke auch schon gescheitert. (z.B. Heynckes)
  • camillosopa
    Montag, 17.12.2012, 12:35 Uhr
    Der falsche Mann wurde gefeuert. 1. Held kündigen, denn der steht doch wohl für verfehlte Personalpolitik. 2. Den Spielern ans Geld gehen und mit einigen Ausnahmen Abmahnungen an die Spieler. Der neue Trainer ein Witz.
  • MickBlond
    Montag, 17.12.2012, 11:21 Uhr
    Vielleicht geht er jetzt nach Hoffenheim....in der 2. Liga war er ja noch nicht.......
Nicole Hosp

Verfolgen Sie den Teambewerb in Lenzerheide im Ticker. >

Kimi Räikkönen war bisher der beste Überholer in der Formel-1-Saison 2013

Niemand zog in dieser Saison öfter am Gegner vorbei als der Finne. >

Superstar

Entscheidung um NBA-Titel auf Donnerstag vertagt. >

ÖFB-Rekordtorschütze Toni Polster wird neuer Trainer der AdmiraVideo

Der neue Trainer von Admira Wacker Mödling leitet erstes Training. >


Internet Made in GermanyIhr GMX-Postfach ist grünGMX unterstützt Unicef

Sie lesen gerade: Keller übernimmt schweres Erbe. Schalke: Erste Bewährungsprobe für neuen Coach schon am Dienstag.