Sammer-Time bei Bayern: Nachfolger von Nerlinger
53 Tage vor der neuen Saison überraschten die Münchner mit der brisantesten Personalie des Fußball-Sommers und forcierten ihren Großangriff auf Double-Gewinner Borussia Dortmund. Der langjährige Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Europameister von 1996 löst mit sofortiger Wirkung den glücklosen Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger ab. Zum Trainingsauftakt am Dienstag beginnt an der Säbener Straße damit eine neue Zeitrechnung: Die Sammer-Time.
Ist Sammer der richtige Sportdirektor für Bayern?
Ist Sammer der richtige Sportdirektor für Bayern?
Mit der Einsetzung des 44-Jährigen als "Vorstand für Lizenzspielerangelegenheiten" zogen die Münchner drastische Konsequenzen aus den jüngsten Misserfolgen, die in der bitteren Heimpleite im Champions League-Finale gegen den FC Chelsea gipfelten. Zudem hatte es in der Liga und im DFB-Pokal nur zu Platz zwei hinter dem BVB gereicht.
Sammer sei in seiner neuen Funktion "zuständig für alle Dinge der Lizenzspieler-Mannschaft außerhalb des Trainingsplatzes und für das gesamte Nachwuchs-Konzept und das Scouting", erklärte Bayern-Präsident Uli Hoeneß im vereinseigenen TV-Sender. Der neue Hoffnungsträger soll am Dienstag auch offiziell vorgestellt werden.
Als Grund für die Trennung von Nerlinger wurden "unterschiedliche Auffassungen über das Konzept für die Zukunft der Mannschaft" genannt. Die Vertragsauflösung sei bereits bei der Aufarbeitung der zurückliegenden Saison vereinbart worden, hieß es. Allerdings habe man sich darauf verständigt, die Trennung erst nach der am Sonntag beendeten Fußball-EM zu verkünden. "Wir wollten nicht von unserer Seite Unruhe in die Europameisterschaft bringen", betonte Hoeneß.
Der Vertrag mit Nerlinger war erst im November vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2014 verlängert worden. "Ich möchte mich im Namen des Clubs bei Christian Nerlinger ausdrücklich für seine Arbeit in den vergangenen vier Jahren beim FC Bayern bedanken", sagte Hoeneß. "Ich hoffe sehr, dass unser aller gutes persönliches Verhältnis auch weiterhin Bestand hat." Nerlinger betonte: "Ich wünsche dem FC Bayern weiterhin alles erdenklich Gute. Ich habe hier eine gute und sehr intensive Zeit erlebt und werde dem Club auch weiterhin freundschaftlich verbunden bleiben."
Immer wieder war Sammer mit dem erfolgsverwöhnten Club von der Isar in Verbindung gebracht worden. Durch seinen Wechsel zum deutschen Vorzeige-Club nach dem deutschen Halbfinal-Aus bei der EM hinterlässt der positiv Besessene gleichzeitig eine große Lücke beim DFB. "Wir lassen Sammer nur sehr schweren Herzens gehen. Er hat mit seiner Kompetenz und Leidenschaft viel für die Talentförderung in Deutschland bewegt und dem Verband mit seiner Art unglaublich gut getan", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Bei der Nachfolgersuche wolle sich der Verband keinen Zeitdruck auferlegen, betonte Generalsekretär Helmut Sandrock.
Am Wochenende waren sich der FC Bayern und Sammer endgültig einig geworden. Sammer teilte Niersbach seine Pläne am Montagmorgen am Telefon mit - kurz darauf bat Hoeneß offiziell um die Freigabe. Nach Rücksprache mit den Mitgliedern des DFB-Präsidiums wurde der bis 2016 laufende Vertrag daraufhin aufgelöst. Sammer war seit 2006 als Sportdirektor für die Jugend- und Talentförderung zuständig gewesen. Auch die Trainerausbildung fiel in seinen Bereich.
Der frühere Bayern-Profi Nerlinger hatte 2009 als Sportdirektor die Aufgaben des langjährigen Managers Hoeneß übernommen. Zuvor war er bereits ein Jahr als Team-Manager tätig gewesen. In den vergangenen beiden Jahren blieben die Münchner jedoch ohne Titel - und Nerlinger geriet immer mehr in die Defensive. Schon vor etwas mehr als einem Jahr hatte Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer öffentlich bemängelt, Nerlinger habe noch "zu viel Respekt" vor den Leistungen seines Vorgängers Hoeneß. Beckenbauer weiter: "Wenn der Uli in seinem Büro ist, dann gehen doch alle zum Uli und laufen an Nerlingers Büro vorbei."
Ausgerechnet der ehemalige Dortmunder Sammer soll den Bayern jetzt wieder das Sieger-Gen einimpfen. Als Spieler war er mit dem BVB Meister und Champions-League-Sieger geworden und hatte den Club 2002 auch als Trainer zur deutschen Meisterschaft geführt. "Auf die Dauer habe ich keine Lust, immer Platz zwei zu belegen", hatte Hoeneß Mitte Mai nach dem bitteren Champions League-Endspiel angekündigt.
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke meinte zur Personalie Sammer via "Sport Bild" kühl: "Ob er eine Verstärkung für den FC Bayern ist? Nun, das wird die Zukunft zeigen, wie sie zusammen arbeiten werden. Aber Tatsache ist doch, dass Matthias Sammer für jeden Klub eine Verstärkung ist, darüber brauchen wir nicht reden."
Als neuer Sport-Vorstand dürfte der eigenwillige Sammer auch ein mächtiges Wörtchen bei der Trainerfrage mitreden. Der Vertrag mit Bayern-Coach Jupp Heynckes läuft in einem Jahr aus - und Hoeneß hat bereits in Aussicht gestellt, dass dann voraussichtlich ein anderer Fußball-Lehrer die Münchner zu Erfolgen führen soll. "Höchstwahrscheinlich holen wir einen", so Hoeneß vor einem Monat mit Blick auf die mögliche Wachablösung 2013.
Als möglicher Nachfolger von Heynckes wird der langjährige Trainer des FC Barcelona, Josep Guardiola, gehandelt. Offiziell war dazu bislang nichts vom FC Bayern zu vernehmen. Jetzt sitzt Heynckes zudem Sammer im Nacken - auch wenn der bisher stets behauptet hat, nie mehr auf die Trainerbank zurückkehren zu wollen.
66 Meinungen zu "Sammer-Time beim FC Bayern"
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Nops
Samstag, 28.07.2012, 13:05 Uhr Ach Ihr Bayern! Eigentlich tut Ihr mir leid. Ihr wollt oder könnt nicht überschauen, daß Ihr mit dieser überholten Art Fußball zu spielen auch diesmal an Dortmund scheitern werdet. Die EM, mit den größten Teil Bayernspieler hat bewiesen, daß erschreckende Deffizite bei der Ballannahme, beim Paßspiel, beim Spiel ohne Ball, praktisch alles was ein guter Fußballer beherrschen muß, aufgetreten sind. Hinzu kommt noch, daß die "Altstars" den modernen Fußball nicht mehr gewachsen sind. Daran kann z.Zeit auch Sammer nichts ändern. Für den deutschen Fußball täte es gut, wenn die Bayern wieder Maßstäbe setzen würden. Gruß N.Antosch -
rudi1893
Freitag, 06.07.2012, 16:59 Uhr Mir ist es eigentlich egal, wenn der FC Bayern als Spieler oder Manager oder Trainer verpflichtet. Mich stört an nur, dass es insgesamt niemand mehr an seinen Vertrag denkt, den er unterschrieber und der eine gewisse Laufzeit hat (sieh auch Pogatetz, Hannover jetzt Wolfsburg). Lait Kicker hat er erst vor etwa vier Moanten seinen Vertrag bis 2015 oder 2016 verlängert und ist jetzt bei Wolfsburg unter Vertrag. Braucht der Fussball dann überhaupt noch Verträge? oder spielt in Zukunft jeder bei dem Verein wo er will? -
panini335
Mittwoch, 04.07.2012, 15:14 Uhr langsam muss man sich Sorgen machen....die Entscheidungen beim FCB werden immer abgedrehter...Uli ist in seinem Herzen eine Krämerseele geblieben und glaubt wirklich, dass es eine tolle Idee ist, wenn man 100te von Millionen auf einem Festgeldkonto bunkert (für "schlechte Zeiten" ); das erinnert mich an frühere Zeiten, als man gerne mal damit drohte, dass "die Russen kommen"; Geld ist das Schmiermittel für unser System und darüber hinaus wollen die Zuschauer die "Kracher" der Fussballgilde sehen und bei dem Anspruch, den der FCB immer wieder nach aussen transportiert, müsste jedes Jahr mindestens ein Spieler auf Weltniveau geholt werden; ein Robben langweilt mittlerweile und ein Ribery langsam auch; der FCB hat in den vergangenen Jahren -zig Millionen für irgendwelche "Talente"ausgegeben, die dann in der Versenkung verschwunden sind...nur die richtig teuren Spieler haben die Erwartungen größtenteils erfüllt; und eines dürfte auch sicher sein: bei der Führunskonstellation wird Sammer den gleichen Weg gehen, wie van Gaal; der einzige Unterschied wird sein: wenn er in der Kabine die Hosen runterläßt und sich bückt, werden die Spieler sehen, dass er rote Eier hat.... ...übrigens: mein erste Bayernspiel sah ich im "Grünwalder", gegen die Glasgow Rangers -
Marcimarc80
Mittwoch, 04.07.2012, 14:04 Uhr Passt mir als Dortmunder nicht so das der Sammer nach Bayern gegangen ist,naja dann wird das wohl wieder nix mit dem Wm Titel 2014 muss eben der super taktiker weiter Trainer bleiben der die Deutschen Spieler alle zu halben Mädchen erzogen hat.Früher hat es Leute auf dem Platz gegeben die haben gebrüllt auf dem Platz und die MAnnschaft wach zu rütteln und heute naja mal schauen was noch kommt. Aber mit Sammer haben sie gleichzeitig einen geholt der die Mannschaft übernimmt falls dem Uli nicht passt was der Jupp macht fliegt er direkt.Find ich eh daneben was die in München veranstalten, die Saison noch nicht angefangen da wird schon diskutiert wer nächstes jahr neuer Trainer wird,ich sag euch der neue Bayern Trainer wird Matthias Sammer erstmal als Sportdirektor anfangen und dann bekommt der Jupp nen tritt denkt an meine worte, ich hab auch gesagt das Deutschland nicht die EM gewinnt da haben einige hier was anderes gesagt aber mal ehrlich selbst gegen Spanien im Finale hätten wir richtig übel ausgesehen nur so nebenebei mal erwähnt. -
Katschdi
Mittwoch, 04.07.2012, 11:52 Uhr Hat hier irgend jemand auch Ahnung vom Fußball?? Wer hat denn in den letzten Jahren Deutschland im internationalen Fußball repräsentiert. Bestimmt nicht Dortmund!!!!! -
Dodo555
Mittwoch, 04.07.2012, 10:33 Uhr GPHexe@ Wouuuu , jetzt hast aber FCbayern gegeben..... verz, nicht nur den FCBayern..... GANZ Bayern hast oana reinzapft!!! Und Dei Boarisch !!!!! Oa Augenweid.. ""Schämt Euch Seppelhöschen!!!!!!!!"" Jawoi , i scham mi sooooooo. -
Bammie47
Mittwoch, 04.07.2012, 10:23 Uhr He, Tante Uschi, ich gebe Dir vollkommen recht! Mit soviel Voschußlorberen, das kann nicht gut gehen. Der muß ja so gut sein, dass sogar Löw angst bekommen muß ....
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