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23.05.2012, 15:47 Uhr

Relegations-Hängepartie? - Hertha vor Zerreißprobe

Berlin (dpa) - Das juristische Tauziehen um das Chaosspiel von Düsseldorf und den Verbleib in der Fußball-Bundesliga droht kein Ende zu nehmen.

Vor dem am Freitag anstehenden Urteil des DFB-Bundesgerichts kündigte Hertha BSC an, im Falle einer erneuten Niederlage am Grünen Tisch die Causa bei der Mitgliederversammlung in der nächsten Woche zu beraten. Wie Präsident Werner Gegenbauer - der vereinsintern vor einer richtungsweisenden Präsidiumswahl steht - unterstrich, ist ein Gang vor das Ständige Schiedsgericht der Lizenzvereine im Profifußball nicht mehr ausgeschlossen.

"Es besteht durchaus die Überlegung, bei der Frage, ob wir das Schiedsgericht anrufen oder nicht, die Mitgliederversammlung dazu zu nutzen, ein Votum von den Mitgliedern zu bekommen", sagte Gegenbauer. Kurios: Zuvor hatte Anwalt Christoph Schickhardt der "Bild" gesagt: "Wir haben uns mit Hertha darauf geeinigt, die Entscheidung des DFB-Bundesgerichts zu akzeptieren. Sollte nichts Außergewöhnliches passieren, werden wir nicht vors Schiedsgericht ziehen." Den Satz nannte Gegenbauer danach "etwas weniger differenziert dargestellt".

Termin

Mit neuen Videobeweisen will Berlin die Berufung gewinnen. >

Der Berliner Club wolle sich auf jeden Fall die Urteilsbegründung ansehen und dann eine Entscheidung treffen. Gegenbauer glaubt, "dass eine Einspruchsfrist keinesfalls so kurz sein wird wie nach der ersten Instanz". Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte einen Protest der Hertha gegen die Wertung des Relegationsspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) am Montag abgewiesen.

Wegen möglicher Verfahrensfehler erhoben die Berliner danach Einspruch gegen das Urteil. "Es gibt Videobeweise, die zeigen, dass die Umstände ganz klar zu einer Schwächung geführt haben", sagte Schickhardt. Diese Dokumente hatte das DFB-Sportgericht nicht zugelassen. Hertha rechnet sich gute Chancen aus. "Wir haben von den meisten Seiten bestätigt bekommen, dass wir berechtigterweise so handeln und so handeln müssen", unterstrich Gegenbauer.

Bei Relegationsgegner Fortuna Düsseldorf schüttelt man über das Verhalten der Hauptstädter dagegen nur den Kopf. "Da habe ich kein Verständnis für. Ich hätte das für unseren Club nicht gemacht", sagte Geschäftsführer Paul Jäger. Vor dem Termin am Freitag und einem möglichen finalen Urteil herrschte am Rhein verhaltener Optimismus. "Wenn es so wäre, könnten wir endlich den Aufstieg feiern."

Dabei steht nicht nur dem möglichen Absteiger Hertha, sondern auch den Düsseldorfern Ärger ins Haus. Die Staatsanwaltschaft nahm gegen Zuschauer und Spieler beider Teams Ermittlungen auf. Ein Sonderdezernat ist mit sämtlichen Ermittlungen befasst.

Die Verhandlung in Frankfurt ist bei weitem nicht die einzige Sorge, die die Herthaner umtreibt. Bei der Mitgliederversammlung am Dienstag droht der große Knall - wenn nämlich über die Person Michael Preetz debattiert wird. Der Manager gilt vielen als Hauptschuldiger für die Talfahrt. Berliner Medienberichten zufolge soll eine knappe Mehrheit der 14 Präsidiumskandidaten nicht hinter Preetz stehen.

Brisanterweise könnte sich mit der Personalie Preetz auch die Zukunft von Präsident Gegenbauer entscheiden. Dieser will zwar dafür werben, die Gesamtsituation des Clubs in den Vordergrund der Debatte zu stellen. Allerdings kündigte er auch an, wenn Mitglieder auf eine Trennung von Preetz bestehen sollten, "dann können sie bei der Präsidentenwahl ihr Kreuz da machen, dass sich das bewahrheitet".

Gegenbauer ist der einzige Kandidat für das Präsidentenamt und will nur bei einer absoluten Mehrheit im ersten Wahlgang weiter an der Hertha-Spitze bleiben. "Ich stehe nur für einen Wahlgang zur Verfügung", unterstrich der Unternehmer, der trotz der jüngsten Krise und dem Trainerchaos in dieser Saison seit Monaten zu Preetz steht.

In Berlin wird die Kritik aber immer lauter. Der Ex-Herthaner Michael Sziedat, der für einen Posten im Präsidium kandidiert, sagte der "B.Z." über Preetz: "Die Außendarstellung des Vereins, für die auch er verantwortlich ist, ist eine Katastrophe. Ganz Deutschland lacht sich über Hertha tot. Michael Preetz kann es einfach nicht."

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) forderte ein härteres Vorgehen gegen gewaltbereite Fans und betonte in der ZDFinfo-Sendung "Berlin PolitiX", dass Pyrotechnik in Stadien verboten sei und auch bleibe. "Wir erwarten, dass die Vereine die Fans, wenn sie ins Stadion gehen, konsequent kontrollieren." Friedrich appellierte an die Vernunft von Vereinen und Fans und kündigte an, mit ihnen den Dialog suchen zu wollen. Andernfalls seien Sanktionen nötig. "Wenn das alles nicht hilft, dann wird man zu drastischeren Maßnahmen greifen müssen", sagte Friedrich.

Alle News vom: 23. Mai 2012 Zur Übersicht: Sport

67 Meinungen zu "Hertha-Verfahren vor dem Ende"

  • Woma
    Donnerstag, 24.05.2012, 16:42 Uhr
    @benny312 wie die bilder zeigen standen die "fans" schon paar minuten an den seitenlinien. ruhig und gesittet. es war nur eine vorsichtsmaßnahme. ob das den regeln entspricht lassen wir dahingestellt. aber du hast bestimmt schon viele bilder gesehen, wo fans nach spielschluss das spielfeld stürmte und gefeiert haben. jetzt auf einmal ist dies verpönt. aber mal ganz ehrlich sollte berlin mit der klage durchkommen wird doch tür und tor geöffnet für spielabbrüche. leibchen der gastmannschaften bekomme ich überall.
  • Odorag
    Donnerstag, 24.05.2012, 15:26 Uhr
    Lieber DonRonX, ich musste beim "Skandalspiel" zunächst im Herta-Block stehen, konnte dann dank der Ordnungskräfte in einen friedlichen Block wechseln. Im Herta-Block spielte sich der eigentliche Skandal ab. Unglaubliche Szenen von Hass und Gewalt wohin man schaute. Die lange Nachspielzeit geht voll auf das Konto der Herta-Chaoten. Sollte Herta mit seinem juristischen Peinlichkeiten Erfolg haben, wird das Schule machen und die Chaoten werden belohnt und bestärkt. Wer die ganze Rückrunde vergeigt, so viele rote Karten kassiert und solche Leute in seinem Fan-Block hat, sollte nicht wegen 90 sec so einen Zirkus veranstalten. Abgesehen davon sind die Fortun-Fans, so dämlich sie zunächst auch waren, wieder schön auf die Tribüne gedackelt und Herta hat seine 90 sec bekommen. Herta ist raus!!! Alles was jetzt noch kommt, ist peinlich ohne Ende.
  • benny312
    Donnerstag, 24.05.2012, 15:16 Uhr
    @woma Leider bin ich nicht ganz deiner Meinung, denn meines Erachtens sind sehr viele der sog. begeisterten Fans über die Absperrungen geklettert (von Zäunen möchte ich da mal erst garnicht reden). Wenn ich dich richtig deute, so entstand die Spielfeldflutung durch das Öffnen der Sicherungstore und -türen. Aber warum blieben die Fans denn am Rand stehen? Sollte ein solcher Druck von oben entstanden sein, so wäre eine Paniksituation entstanden und die dann flüchtenden Zuschauer wären auf das Spielfeld geflohen und hätten nicht auf den Schlusspfiff gewartet. Zusätzlich stellt sich für mich die Frage, was diese Fans überhaupt auf dem Spielfeld zu suchen haben, auch nach dem Schlusspfiff. Feiern? Rasen mitnehmen? Für mich sind das richtige Vollpfosten. Und besonders die, die ihre Kinder mit in den Innenraum schleppen. Sorry, aber es waren eindeutig Fortuna-Fans, die dieses Theater veranstaltet haben. Und darum muß Düsseldorf auch eine heftige Strafe bekommen. Sicherlich haben die Berliner "Fans" die erste Unterbrechung nach dem 2:1 hervorgerufen, aber der Schiri hätte nach dem 2. Vorfall durch die Hertha Fans das Spiel abbrechen müssen und Düsseldorf hätte den Aufstieg ohne Probleme geschafft.
  • Woma
    Donnerstag, 24.05.2012, 14:56 Uhr
    @DonRonX kannst du nichts anderes als immer den gleichen beitrag zu kopieren und reinzustellen. es wird allmählich langweilig.
  • Woma
    Donnerstag, 24.05.2012, 14:45 Uhr
    @benny312 es ist ja auch nicht abzustreiten, dass in düsseldorf vieles daneben gegangen ist. aber diese hetzjagd auf den Verein durch die medien und rechtsverdreher ist schon skandalös. kein verein hat bisher mittel gefunden die bengalos aus den stadien zu verbannnen. es ist nie zu einem zustand gekommen wie in karlsruhe dresden usw. und wenn man sich die bilder anschaut sind viele kindern mit ihren müttern/vätern auf dem spielfeld gelaufen. man hat den pfiff falsch verstanden. dumm gelaufen aber als chaoten und krawallmacher zu bezeichnen ist nicht fair. und hast du schon einmal erlebt wenn eine menschenmasse von oben noch unten drückt. ich möchte es nicht erleben. deshalb wurden die tore zu früh geöffnet. über zaun ist keiner geklettert. sicherlich wird der verein vieles ändern müssen und auch werden. vielleicht stehen wir zukünftig vor zäunen oder es gibt nur noch sitzplätze. schade für die fans-stimmung
  • DonRonX
    Donnerstag, 24.05.2012, 13:26 Uhr
    Herr Stark ist vor dem düsseldorfer Mob zwangsläufig in Ohnmacht gefallen,(wenn selbst Mehmet Scholl Angst hatte,ist das nachzuvollziehen),doch jetzt ist der Zeitpunkt da,dieses bisherige Skandalurteil zu revidieren und ein Zeichen für die Zukunft zu setzen.Falls das düsseldorfer Verhalten nicht bestraft oder sogar mit der 1.Liga belohnt werden sollte,wäre dies ein echter hausgemachter Skandal und ein künftiger Freischein für unreifes,unfaires und inkompetentes schlechtes Verhalten. Hertha sollte noch Strafanzeige stellen wegen Nötigung aller Herthaspieler,weil sie auf diesen Platz und unter diesen Bedingungen nochmal aufs Feld mußten.------------- Am Freitag muß es heißen:Spielwertung 0:2 für Hertha,weil Regeln nicht eingehalten wurden oder werden konnten (vom alleinverantwortlichen düsseldorfer Verein). ------------------------------------------------------------ Nun,die "Rechtsprechung" bzw. die neuen Standarts beim DFB/Gericht kamen für den FC Bayern 2 Tage zu spät,sonst hätte der Platz nach dem 1:0 in der Arena gestürmt werden dürfen,und sogar der Elfmeterpunkt herrausgeschnitten werden dürfen,das hätte Schweini dann auch die nötigen cm verschafft,nur wenn Drogba&co die Messer blitzen gesehn hätten,wäre den Blues wohl auch mulmig geworden und hätten wohl ein "bißchen" Protest eingelegt. --------------------------------------------------------- Also die Begründung,die Düsseldorfer haben den Platz nur aus "Freude" gestürmt und zerstört is ja voll peinlich und sollte bei der Urteilsfindung überhaupt keine Rolle spielen!Herr Lorenz hat ja schon vor Tagen auf seinen Zeitdruck in der Sache hingewiesen/kundgetan,auch das peinlich. Hier wurde wohl eher anderen Dingen geschuldet:Hertha is nich Bayern,Bundesligazeit schon vorbei und alle wollen in den Urlaub,eine Korrekte Entscheidung "zu kompliziert",eine Krähe pickt der anderen kein Auge aus,düsseldorfer Lobbyistenarbeit? ---------------------- Für alle Befürworter dieses Urteils:Wenn eure Mannschaft demnächst noch einen rettenden Punkt braucht,dann macht wieder soviel Mist,das das Spiel erst garnicht stattfindet,es wird dann 0:0 gewertet,und ihr habt dann euren Punkt,denn es war ja nur freudige Randale . ----------------------- Ein Rechtsanwalt muß da natürlich in Revision gehen ....zumal dies ja nicht zum ersten Mal im Stadion von Düsseldorf passiert ist. --------------------- ansonsten bleibe ich bei der Rechtsauffassung wie vor dem Urteil: "Der eine oder andere führt hier immer die schlechte sportliche Leistung von Hertha aus der Vergangenheit an,da ist das Thema verfehlt,da die Diskussion bzw. bei der anstehenden richterlichen Entscheidung es nur um dieses Relegationsrückspiel geht.Da wurde Hertha durch den alleinverantwortlichen düsseldorfer Verein an einem korrektem Spielbetrieb behindert,bzw. verhindert,das muß man ganz nüchtern sehen,deswegen muß hier klar für die Hertha entschieden werden!Herr Stark hätte das Spiel unter diesen Bedingungen rechtlich und sportlich nicht wieder anpfeifen dürfen,doch der Druck und die Angst (von und vor den Düsseldorfern) und um großes Schlimmes zu verhindern war größer.Wenn ein Boxer bis zum Gong der 12.Runde nicht mehr boxen will oder kann,dann hat er schlicht verloren.Auch ohne Schiedsrichter hätte somit Düsseldorf verloren" Herr Lorenz & co`s Entscheidung war weniger als Kreisklasse,und was sich Düsseldorf da alles rausgenommen hat,war noch darunter,Fußballdeutschland kann das bisherige Urteil weder gebrauchen noch akzeptieren,das Gericht bzw. die DFB-Verantwortlichen haben jetzt die Gelegenheit Spitzenniveau zu beweisen,und damit auch mal klarstellen,wer hier Verursacher (Täter) und Geschädigte (Opfer) ist,der Düsseldorfer Verein brauch hier nicht weiter abstreiten oder ablenken,selbst düsseldorfer Fans haben nach dem Spiel eingestanden:"das war grenzwertig","das war nicht korrekt","das war unfair gegenüber der Hertha" etc.,wäre es so im Berliner Olypiastadion so passiert,dann müßte man klar gegen die Hertha entscheiden,doch es war eben in Düsseldorf,es waren die Vereinsverantwortlichen/Fans,welche aus welchen Gründen auch immer außer Kontrolle gerieten und sich Dinge erlaubten,welche nicht passieren durften und eben nicht! noch honoriert werden dürfen.
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