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16.09.2012, 17:31 Uhr

Hoffenheim weiter tief in der Krise: 3:5 in Freiburg

Freiburg (dpa) - "Wiese, Wiese ha ha ha!". Verhöhnt, gedemütigt und mit gesenktem Kopf verließ Ex-Nationaltorwart Tim Wiese nach dem bitterem 3:5 (1:2) von 1899 Hoffenheim im badischen Bundesliga-Derby beim SC Freiburg den Platz. Mindestens zwei Tore gingen auf die Kappe des Kapitäns.

Bundestrainer Joachim Löw dürfte sich auf der Tribüne bestätigt gesehen haben, dass er den 30-Jährigen nicht mehr berücksichtigt. Ausgerechnet Wiese stürzte die Hoffenheimer und Trainer Markus Babbel immer tiefer in die Krise. Bei den beiden Treffern von Fallou Diagne und Cedrick Makiadi in einer turbulenten Schlussphase sah der Keeper des Tabellenletzten ganz schlecht aus und musste sich hämische Rufe von den SC-Fans anhören.

"Ich werde jetzt hier keine Kritik üben, das machen wir intern", sagte Babbel nach dem Abpfiff im Sky-Interview. Ob die Position des Schlussmanns jetzt eine Baustelle sei? "Nein", sagte der 1899-Coach. Ob der Club ein Torwartproblem habe? "Es gibt kein Problem." Wiese selbst ging kopfschüttelnd und ohne Kommentar zum Mannschaftsbus.

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Für Babbel wird die Luft nach 15 Gegentoren und vier Niederlagen in vier Pflichtspielen immer dünner. Der 40-jährige Coach der Kraichgauer gab sich aber kämpferisch: "Wenn wir chancenlos aufgetreten wären, hätte ich jetzt ein Problem", meinte Babbel. Arbeitsplatzsorgen, sagte er, mache er sich "überhaupt keine". Er wisse, was er mit dem Team in der Woche mache. "Wenn ich heute eine tote Mannschaft auf dem Platz gesehen hätten, dann wäre es schwierig."

Der SC Freiburg dagegen durfte am Sonntag vor 22 088 Zuschauern einen Vereinsrekord bejubeln: Die Mannschaft blieb unter Christian Streich im zehnten Heimspiel hintereinander ungeschlagen und ist damit erfolgreicher als in der Saison 1994/95 unter Coach Volker Finke. "Wir hatten uns entschieden, das ganz, ganz hohe Risko zu gehen offensiv zu spielen. Ich bin in einem guten Verein, in einer schönen Stadt. Mir geht es gut", sagte Streich.

Die Freiburger Anhänger erfreuten sich am schwachen Wiese. Der Ex-Bremer, der von Babbel gegen viele Fanproteste geholt worden war, stand völlig neben sich. Die Neuzugänge Karim Guedé (17.) und der überragende Max Kruse (27.) brachten die Freiburger zunächst 2:1 in Führung. Matthieu Delpierre hatte für die Hoffenheimer bereits in der zweiten Spielminute getroffen.

Kurz nach seiner Einwechslung zur Pause schaffte dann Boris Vuckevic (57.) den Ausgleich, ehe sich die Ereignisse überschlugen. Diagne (68.) und Makiadi (83.) nutzten die Wiese-Schwächen, der Japaner Takashi Usami (76.) hatten zwischenzeitlich die Hoffenheimer Hoffnungen am Leben erhalten. Sebastian Freis (87.) sorgte kurz vor Schluss für klare Verhältnisse mit dem 5:3. "Wenn wir so weiterspielen, dann brauchen wir nicht über Europa Lague oder sonst so einen Scheiß reden. Wir müssen ganz schnell den Schalter umlegen", sagte Hoffenheims Daniel Williams.

Die Leidenschaft und der Kampfgeist der Freiburger hatten sich letztendlich durchgesetzt. Und damit hat Trainer Babbel seit seinem Amtsantritt in Hoffenheim am 10. Februar nur vier Siege geschafft. Mäzen Dietmar Hopp hatte noch vor dem Spiel festgestellt: "Wir haben volles Vertrauen in Markus Babbel." Nach dem Abpfiff meinte der Trainer: "Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir stellen den Betrieb ein oder wir arbeiten weiter."

Spieldaten:

Ballbesitz in %: 59,3 - 40,7

Torschüsse: 23 - 9

gew. Zweikämpfe in %: 52,2 - 47,8

Fouls: 11 - 18

Ecken: 11 - 2

Quelle: optasports.com

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54 Meinungen zu "Hoffenheim bleibt Schlusslicht"

  • reh69
    Dienstag, 18.09.2012, 10:32 Uhr
    In Hoffenheim brauen sich recht dunkle Wolken zusammen, die Ansprüche vor der Saison waren viel zu Hoch. Bin gespannt, ob sie sich selbst aus dem Sumpf ziehen können. Die Saison ist noch jung, auf einen Abgesang ist es noch viel zu früh.
  • benutzer
    Dienstag, 18.09.2012, 09:06 Uhr
    der ehemalige nationaltorhüter kann heutzutage wahrscheinlich nicht mal mehr ein ofentor bewachen. war das eine desolate vorstellung. aber seine kollegen waren keinen deut besser und gegen die brocken der liga wird es klatschen ohne ende geben. ich dachte immer, geld schießt tore... aber da hat hopp wohl zu wenig kohle investiert. momentan reicht das, was da gezeigt wird, nicht mal für liga II
  • Kasperltheater
    Montag, 17.09.2012, 14:36 Uhr
    Also iob Hoffenheim dort etwas verloren hat steht auf einen anderen Blatt. Fest steht, dass die Mannschaft im Moment nicht gut spielt, das ist bescheiden ausgedrückt und dass man einen Torhüter holte, welcher keineswegs besser ist als der alte und sehr gute Tom Starke. Diese Vertreibung vom Tiom Starke werde ich nie begreifen, es ziegt mir, dass "Babbel" alles andere als ein gute Trainer ist. Mit Sprüche klopfen ist es eben nicht getan.
  • Martinho
    Montag, 17.09.2012, 12:41 Uhr
    Dass Hoffenheim bisher noch nicht so in Tritt kam liegt meiner Meinung nach daran, dass Babbel mit dem zusätzlichen Sportdirektorjob überfordert ist und Wiese der Druck als Neuzugang gleich Kapitän zu sein zu groß ist. Hoffenheim hat keine schlechte Mannschaft, aber Babbel ist es in seiner jungen (Trainer-)Laufbahn einfach nicht gewöhnt eine Doppelfunktion zu haben und einen Neuzugang gleich als Kapitän zu installieren ist eh NIE gut. Wenn Hoffenheim einen neuen Sportdirektor gefunden hat und Babbel sich wieder auf seinen Trainerjob konzentrieren kann, dann läuft es wieder und bis dahin hat Wiese sich auch an die Binde gewöhnt. Aber selbst wenn nicht kann man ihm jederzeit die Binde wieder wegnehmen, man kann auch ohne dieses Ding am Arm Verantwortung übernehmen. War aber auf jeden Fall ein geiles Spiel gestern. Mit 8 Toren in der Partie SCF-TSG rechnet man nicht wirklich.
  • gzz
    Montag, 17.09.2012, 12:31 Uhr
    Hoffenheim hatte einen guten, soliden Torhüter und kaufen sich einen Problemfall.
Nicole Hosp

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