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13.05.2012, 13:06 Uhr

Fünf "Watschn" für die Bayern

Berlin (dpa) - Weit nach Mitternacht wirkten die Bayern-Bosse nach dem Final-Fiasko ein bisschen einsam inmitten des großen Bankettsaals.

Im Dämmerlicht des festlich dekorierten Raumes, in dem sonst bei rauschenden Pokal-Partys traditionell der Pott herumgereicht wird, hatten sich die gedemütigten Spieler diesmal rasch ins Bett verabschiedet. Keine Meisterschale, kein DFB-Pokal - und mit einem Auftritt wie bei der Schmach gegen Borussia Dortmund wird es auch im Heim-Finale der Champions League am Samstag gegen den FC Chelsea keinen Titel geben.

"Jedes Tor der Dortmunder, das wir da erlebt haben, ist wie so eine Watschn", schilderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge seine Empfindungen an einem der bittersten DFB-Pokal-Abende in der glorreichen Vereinshistorie. "Wenn man 2:5 verliert, ist das kein Zufall, dann ist das auch nicht Pech, sondern - man muss es klar und deutlich sagen - eine Blamage." Diese war nach dem Schlusspfiff den vom BVB-Anhang verhöhnten Bayern-Profis deutlich anzusehen, als sie abseits der Dortmunder Freudentänze mit hängenden Köpfen zu ihren Fans und später zur Siegerehrung schlichen.

Nun müssen die Münchner die Saison mit dem Coup im Heim-Finale retten. Auch wenn Bundestrainer Joachim Löw den Bayern eine "riesen Reaktion" und einen Titel zutraut - beim Blick auf die Defensivleistung von Berlin wird es einem Angst und Bange vor dem Duell gegen Didier Drogba und Fernando Torres. "Wir müssen uns kritisch hinterfragen und am nächsten Samstag sofort korrigieren, was wir uns heute Abend eingebrockt haben", appellierte Rummenigge an die Mannschaft, die noch den größten Titel gewinnen kann. "Ich hoffe, dass wir aus dem heutigen Spiel die richtigen Lehren ziehen und dann hoffentlich einen Abend erleben, an dem wir dann nach dem Abpfiff, glücklicher, zufriedener und auch stolzer sind als das wahrscheinlich heute Abend der Fall ist."

Zwar mochte es bei Kalbsrücken, Thunfischtatar und anderen Leckereien in der Dependance des Hauptsponsors keiner aussprechen, aber die Saison könnte für die Münchner so enden wie die für Bayer Leverkusen im Jahr 2002. Drei Titelchancen hatten Michael Ballack & Co., am Ende gingen die Vizekusener leer aus. "Wir müssen alles dafür tun, am Samstag das Finale zu gewinnen", forderte Bastian Schweinsteiger. "Ich weiß noch nichts von einem Schwur von Berlin, aber wir haben eine sehr große Chance, was Historisches zu schaffen."

Der historische Sieg "dahoam" würde alles überstrahlen, aber national kann die Rangordnung erst in der neuen Saison wieder hergestellt werden. Insgesamt sind es nunmehr fünf Niederlagen nacheinander gegen die Borussia, drei Titel gingen zuletzt an den Rivalen aus Westfalen, für die Bayern gibt es einfach kein Rezept gegen Klopps Kicker. "Wir müssen akzeptieren, dass wir eben eine Mannschaft in dieser Republik haben, die im Moment national über uns steht", musste Rummenigge kleinlaut einräumen. "Das muss man dann respektieren, akzeptieren und versuchen vielleicht in naher Zukunft wieder zu korrigieren."

]Erst einmal muss aber eine Korrektur des Saison-Ausgangs her. "Man hat noch eine Chance, aber wenn man so spielt wie heute, wird man auch die Champions League nicht gewinnen", schwante Ehrenpräsident Franz Beckenbauer nach einer "peinlichen" Niederlage im ersten Moment Böses. Fünf Gegentore in einem Spiel - das musste der FC Bayern zuletzt in der Klinsmann-Amtszeit hinnehmen.

Zwar konnten die Münchner immer wieder für die geliebte Königsklasse Top-Leistungen abrufen, aber kann man eine Demütigung wie die durch die Borussia einfach abschütteln? "Wenn du den Pokal in der Hand gehabt hättest, dann hättest du das mitnehmen können, das wäre gut für die Stimmung und die eigene mentale Befindlichkeit gewesen", erklärte Ex-Kapitän Oliver Kahn beim Bankett. "Jetzt hängt es schon ein bisschen drin in den Kleidern." Er hofft, dass die einmalige Chance die Bayern-Profis gegen den FC Chelsea nun beflügelt. "Dieses Finale schlägt alles, was bisher dagewesen ist und dann kann man Dortmund ruhig Meister und Pokalsieger werden lassen."

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733 Meinungen zu "Fünf "Watschn" für die Bayern"

  • Nino36
    Samstag, 19.05.2012, 13:46 Uhr
    Uns wurde mal bei einem Urlaub in Bayern gesagt, Keine Liebe brennt so heiß wie zwischen den Bayern und den Preuss. Deshalb wünsche ich dem Volksverräter Heinkes heute eine Niederlage.
  • Goalykeeper
    Mittwoch, 16.05.2012, 15:01 Uhr
    wer macht denn für "Trinkhalle" eigentlich seinen PC an? und - hat er einen Ghostwriter??
  • DoktorPusteblum
    Mittwoch, 16.05.2012, 12:36 Uhr
    Tja, FCB wollte ja im Pokalfinale zeigen, wer die Nr 1 in Deutschland ist!! Ich sage nur: FRÜHER hatten die Bayern Lederhosen an!!!
  • profussball
    Dienstag, 15.05.2012, 16:55 Uhr
    Muss mal eine Lanze für die Bayern-Abwehr brechen. Viele selbsternannte Experten kritisieren zu Unrecht die Abwehr. Fakt ist, dass sie in dieser BL-Saison, trotz einiger eklatanten Torwart Fehler, die zweitwenigsten Gegentore aller Zeiten, sowie die wenigsten in der abgelaufenen Saison, zugelassen haben. Auch in der CL haben sie sich hervorragend präsentiert. Die Gegentore wurden durch Fehler im Mittelfeld und dem mangelhaften Umschaltverhalten des Sturms ermöglicht. Speziell Gustavo war im PK-Endspiel ein Totalausfall-aber auch Schweinsteiger u. Gross haben mit einigen Fehlpässen den BVB zum Kontern eingeladen. Wo war Ribbery beim Tor von Grosskreuz-wo Robben bei Kontern über Schmeltzer? Last but not least: Gomez war, wie bereits in einigen Spielen zuvor, nicht in der Lage Bälle aller Lewandowski zu sichern, bzw. weiterzuleiten. Mein Fazit: Spieler wie Gustavo,Timostschuk müssen durch hochklassige Spieler ersetzt werden. Eine Stürmergranate wie Edin Dzeko muss her, damit im Sturm(einschließlich Müller auf 10) rochiert werden kann. Schweini u. Gross doppel 6. Dann brauchts keine zusätzlichen Abwehrspieler.
  • nevella
    Dienstag, 15.05.2012, 16:11 Uhr
    Ich habe hier noch nie einen Hehl daraus gemacht, was ich persönlich von diesem denunzierenden Jungschriftsteller und völliger Fehlbesetzung als Kapitän, sowohl beim FCB als auch in der NM, halte, einfach nichts. Dennoch glaube ich, dass er bei seinem Interview nach dem Spiel in Berlin, als er von der „besseren“ Mannschaft sprach, missverstanden wurde bzw. nicht die richtigen Worte fand. Ich glaube er wollte sagen, dass man sich in der Mannschaft wahnsinnig darüber geärgert hatte, dem BVB drei Gastgeschenke mitgebracht zu haben und dann zusehen musste, wie die diese annahmen und dann auch noch einlösten. Damit hatte man einfach nicht gerechnet.
  • kajax
    Dienstag, 15.05.2012, 15:24 Uhr
    @DrPusteblum, Also, als Erstes, diese Statistikzahlen sind immer mit Vorsicht zu genießen, auf beiden Seiten. Der FCB ist zig mal Meister geworden aber das zählt nicht für die aktuelle Qualität, ist Vergangenheit. Fakt ist, daß der BVB in keinem dieser 5 Spiele dem FCB sein Spiel aufdiktiert hat, sondern immer darauf reagiert hat. Üblicherweise stellt sich diejenige Mannschaft hinten rein, die sich für einen offenes Spiel für zu schwach hält gegenüber deund das trifft in diesem Fall auf den BVB zu. Das traf auch auf Chelsea gegen Barca zu. Der Gedanke ist einfach: "oh, gegen die komme ich normal nicht an, da muß ich mir was anderes einfallen lassen (nicht ins Spiel kommen lassen, sonst hab ich verloren, brrrr, usw). Was die Dortmunder für Schiß hatten in Dortmund, konnte man an der Reaktion vom "souveränen" Subotic bei seinem Einsatz gegen Robben nach dem Elfer sehen. Ich nehme an, Subotic war da nicht ganz allein darin. Um es nochmal klar zu machen. Ich will die Superleistung des BVB nicht schmällrn (wie sie die Fehler des FCB ausgenutzt haben, war echt Weltklasse und die Tore selbst auch, besser kann es nicht mal Barca, was die Effizienz angeht) aber ich will nur manche Aussagen hier ins rechte Licht rücken. Und wenn man diese 5 Spiele betrachtet: das erste in Dortmund hätte der FCB klar für sich entscheiden müssen (Chancenauswertung!) das 2. in München Schweini mit der Einleitung duch das 0:1-Geschenk zum 3:1. Das 3. und 4. Spiel war jeweils ein Remis-Spiel, das der BVB jeweils glücklich gewonnen hat. Und das 5. eben haben wir alle gesehen. Da kann man sagen, der FCB hat sich kräftig selbst geschlagen, der BVB musste nur noch die angebotenen Geschenke annehmen, was er auch getan hat...
  • DoktorPusteblum
    Dienstag, 15.05.2012, 13:27 Uhr
    @Webberen Ich bin nicht weltfremd: Natürlich ist mir klar, dass der FCB eine andere Gesamtbilanz hat als der FCB, aber muss man erst 22 mal Meister sein um sich darüber freuen zu dürfen? Und steckt in der ganzen Euphorie nicht auch erhebliche Anerkennung für den FCB? Glaubst du Dortmund würde so im Dreieck ticken wenn sie gegen Kleintümpelsheim gewinnen? Ich nenne sowas Rivalität und die ist das Salz in der Fußballsuppe und schön ist sie, wenn geschmackliche Grenzen eingehalten werden.
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